19.
AUG 2015
privat
Aus dem Ausland

Der Countdown läuft: Auf nach Myanmar!

"Zahnpflege ist Myanmar quasi unbekannt, dementsprechend sehen die Zähne der Menschen aus. Und Zahnärzte haben die meisten noch nie gesehen“, erzählt uns unser Kommilitone Mathias Bendix. Wir sind in diesem Jahr das 7. Team aus Witten-Herdecke, das dorthin reist, um humanitäre Hilfe zu leisten.



Mit dabei sind Maximilian Voss, Svenja Kirsch, Shahir Abawi und Marie-Christine Steegmann. Wir sind allesamt im 7. Semester für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universität Witten/Herdecke.
Wir sind schon sehr gespannt auf unsere Reise und freuen uns, dass wir hier in den nächsten Wochen über unseren Aufenthalt berichten dürfen!

Die Flutkatastrophe 2008 hat Myanmar, das ehemalige Burma, den Fluss Irrawaddy und die gegen westliche Hilfe lange zögerliche Militärregierung, weltweit bekannt gemacht. Ziel des zahnmedizinischen Myanmar-Projekts ist, die Arbeit der Zahnärzte im Land materiell, finanziell und praktisch zu unterstützen.

Insbesondere sollen für Kinder konservierende Behandlungen, zahnmedizinische Präventionsprogramme und Aufklärung angeboten werden. Ausgestattet mit mobilen dentalen Behandlungseinheiten reist darum mindestens einmal pro Jahr eine Gruppe von Zahnmedizinstudierenden im klinischen Studienabschnitt nach Myanmar, um vor Ort zu helfen.

Das Projekt wurde 2008 von den damaligen UW/H-Studierenden Constanze Sauer und Georg Kirchner initiiert und gestartet. Der verheerende Zyklon „Nargis“ hatte im April 2008 zehntausende Tote gefordert und machte hunderttausende Menschen obdachlos. Die beiden kamen in ein Land, in dem dringend medizinische und natürlich auch zahnmedizinische Hilfe erforderlich war.

Im Gepäck: über 700 Zahnbürsten und "Joe"

Im darauf folgenden Jahr waren wieder zwei Studenten der UW/H  vor Ort im Einsatz. Das Projekt hatte sich inzwischen weiter entwickelt. Mit Spendeneinnahmen einer Charity-Veranstaltung konnte eine mobile dentale Behandlungseinheit erworben werden. Zahlreiche Firmen spendeten sämtliche nötigen Materialien. Im Gepäck waren über 700 Zahnbürsten und das Zahnputzkrokodil „Joe“.

Das Projekt wurde in den vergangenen Jahren stetig erweitert und hat sich fest etabliert. Seit 2008 leisteten schon ungefähr 20 Studenten in Myanmar zahnmedizinische Hilfe. So konnte in den vergangenen Jahren noch eine zweite mobile dentale Behandlungseinheit angeschafft werden. Außerdem wurden über 3.000 Zahnbürsten, viele Tuben Zahnpasta, dentale Füllungswerkstoffe, Mundhygieneartikel, Schleifer und sogar Flouridlacke auf die Reise in den südostasiatischen Staat mitgenommen.


180 Kilo gesponserte Ausrüstung im Schlepp

Im Jahr 2014 brachten die Studenten rund 180 Kilo gesponserte Ausrüstung mit, um neben der Prophylaxe auch gezielt erkrankte Zähne und sogar Kieferbrüche behandeln zu können. Zu den besuchten Stationen gehörte die Hauptstadt NayPyiDaw sowie die Städte Ywangan, Pindaya und Bagan. In den rund drei Wochen behandelten die angehenden Zahnmediziner unter anderem über 800 Zähne und brachten vielen Schulklassen spielerisch den richtigen Umgang mit Zahnbürste und Zahnpasta bei.

Künftig sollen sechs Schulen der Myanmar Foundation alle drei Monate mit neuen Zahnbürsten und fluoridhaltiger Zahnpasta versorgt werden. Damit können die Kinder - ingesamt über 1.200 - jeden Mittag nach dem Schulessen gemeinsam Zähneputzen, wodurch sich die Zahngesundheit erheblich verbessern wird.

Unterstützt wird unser Projekt von Prof. Paing Soe, dem Chef der dortigen Zahnärztekammer, sowie der „Myanmar Foundation“ mit Sitz in München. Zudem ist das Projekt seit Anfang 2011 offiziell von der Bundeszahnärztekammer anerkannt. Schirmherr innerhalb der Universität ist Prof. Dr. Stefan Zimmer.

Als 7. studentisches Team des zahnmedizinischen Myanmarprojekts reisen Maximilian Voss, Marie-Christine Steegmann, Svenja Kirsch und Shahir Abawi im September 2015 durch Myanmar. Alle studieren im 7. Semester Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke und berichten von ihren Erlebnissen in den Blogbereichen von zm-online und der Projekt-Website.

 


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können
Werblicher Inhalt