16.
MÄRZ 2015
privat
Aus dem Ausland

Famulatur in Uganda V

"Raus aus dem Hörsaal und rein ins kalte Wasser" - das erleben derzeit die beiden Studentinnen Miriam Teufelhart und Vivienne Demeter bei ihrer Famulatur in Uganda. Die sechs Wochen sind fast rum - Zeit um Abschied zu nehmen.




Im größten Nationalpark Ugandas, der sich vor allem durch die faszinierenden Murchison Wasserfälle und zahlreichen Rothschildgiraffen auszeichnet, sammelten wir Kräfte für die letzten Tage unseres Einsatzes.

Mit unserer nahenden Abreise erhöhte sich noch einmal die Anzahl der hartnäckig wartenden Patienten im St. Clare Health Centre. Trotz des uns größtmöglichen Einsatzes mussten jedoch leider viele, mit großer Hoffnung auf eine baldige Wiederaufnahme der zahnärztlichen Hilfe, unbehandelt in ihr Dorf zurückkehren.

Auch für uns kam das Ende unserer Famulatur viel zu schnell, was uns besonders bewusst wurde, als Helferin Truus und die Mitarbeiter am letzten Behandlungstag eine Abschiedsfeier ausrichteten und uns Geschenke überreichten. Dadurch wurde uns erneut vor Augen geführt, wie sehr unsere Arbeit hier geschätzt wurde.

Improvisationstalent geschult

Hinter uns liegen nun sechs unvergessliche Wochen, in denen wir auf insgesamt vier Stationen vollkommen leere Krankenzimmer oder Büros mit der mitgebrachten Ausrüstung und viel Improvisation zu unserer "Dental Clinic" umwandelten und damit mehreren hundert Kindern und Erwachsenen Zugang zu Screening und kostenlosen Behandlungen bieten konnten.

Dabei sammelten wir zahlreiche für uns sehr wertvolle Erfahrungen, sowohl im zahnmedizinischen als auch im zwischenmenschlichen Bereich. Und vor allem lernten wir mit kleineren und auch größeren Schwierigkeiten umzugehen, die sich ohne vorhandene Röntgendiagnostik und dem Fehlen zahlreicher Hilfsmittel, die uns im Studentenkurs unbegrenzt zur Verfügung stehen, ergaben. Außerdem sind wir nach weit über 50 Sterilisationsvorgängen erleichtert, diese zeitintensive Arbeit wieder an geschultes Klinikpersonal abgeben zu können.

Lehrstunde in Geduld und Verzicht

Auf unseren Weiterreisen und Ausflügen quer durch die Nation konnten wir mit Uganda, das als die "Perle Afrikas" bezeichnet wird, ganz nebenbei ein Land kennenlernen, das nicht nur durch seine abwechslungsreiche Landschaft, die vielen Tiere, das angenehme Klima, sondern vor allem auch durch die Herzlichkeit seiner Bevölkerung, definitiv eine Reise wert ist. Die Umstände und Menschen in Uganda lehrten uns besonders in Geduld und Verzicht und wir hoffen, uns diese positiven Eigenschaften auch in Deutschland zu bewahren.

Ein wichtiges Ziel, unsere Erfahrungen in diesem Blog zu teilen, war von Anfang an, möglichst viele Studenten und Zahnärzte für ähnliche Einsätze begeistern zu können. Besonders für die Menschen in Uganda wünschen wir uns, weitere Teams dafür zu motivieren, in naher Zukunft zur Behandlung dorthin zu reisen. Für Fragen stehen wir jederzeit gerne per E-Mail zur Verfügung.

Nach unserer Rückkehr aus Uganda gilt es für uns erst einmal die Famulatur mit all den gesammelten Eindrücken zu verarbeiten und unser Studium erfolgreich zu beenden. Wir freuen uns schon jetzt auf einen weiteren Einsatz als fertige Zahnärztinnen nach unserem Abschluss.

Vivienne Demeter & Miriam Teufelhart

Ein Dank an alle Unterstützer

Da es ohne die großzügigen Spenden an Instrumenten, Materialien, hunderten Zahnbürsten und fast ebenso vielen Spielzeugen nicht möglich gewesen wäre, unseren Traum einer Famulatur zu verwirklichen, bedanken wir uns herzlichst bei folgenden Personen und Firmen: Dr. Walter Keller aus München, 3M Espe Dental AG, Anton Gerl GmbH, Bauer & Reif Dental GmbH, Coppenrath Verlag, Hu-Friedy Europe, Komet Dental/Gebr. Brasseler GmbH & Co. KG, M+W Dental GmbH, Oral-B, Schleich GmbH, Voco GmbH, DHL International GmbH und vor allem bei Dr. Agnes Wagner, Vorsitzende des Vereins Dental Volunteers e.V., die uns bei der Organisation und Zusammenstellung der Ausrüstung tatkräftig unterstützte. Zudem bedanken wir uns bei den SOS Kinderdörfern und bei Truus aus Ococia, die durch ihre Hilfe, unsere Unterbringung und Verpflegung großen Anteil daran haben, dass wir uns vom ersten Tag unserer Reise sehr wohl und willkommen gefühlt haben.


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Kommentare

Leserkommentare (1)

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Viktor Trager
22.04.15 / 12:23
Danke und liebe Grüße aus Innsbruck!

Hallo Miriam und Vivienne,

ich habe über eine Kollegin von SOS-Kinderdorf International den Link zu Eurem Blog bekommen und möchte mich für Euer Engagement bedanken und einen spontanen Gruß senden - aus der Stadt, wo vor mehr als sechs Jahrzehnten SOS-Kinderdorf gegründet worden ist - und wo auch ich meinen Arbeitsplatz habe. Bei der Eröffnung des SOS-Kinderdorfes Fort Portal war ich selbst in Uganda und habe auch die anderen Einrichtungen, in denen ihr tätig gewesen seid, kennengelernt.

Uganda zählt (neben Nepal, Sri Lanka, Thailand und Peru) zu einem der Schwerpunktländer, in denen SOS-Kinderdorf Projekte mit Spenden aus Österreich finanziert werden. Sollte ich in den nächsten Jahren wieder mal nach Uganda kommen, werde ich nach den beiden "committed Dentist Ladies from Germany" fragen. Und intern werde ich den Blog auch in die Runde schicken...

Nochmals DANKE und herzliche Grüße aus Tirol
Viktor Trager, Pressesprecher SOS-Kinderdorf Österreich

viktor.trager@sos-kd.org

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