05.
AUG 2014
privat
Aus dem Ausland

Out of Namibia 1

Dr. Juliane Gösling tauschte für zwei Wochen den Bürostuhl gegen ein Abenteuer mit Zahnärzte ohne Grenzen in Namibia ein. Hier berichtet sie von ihren Erlebnissen im südlichen Afrika.



Anfang Juli war es soweit. Wir - das sind Dr. Norbert Voss und Petra Lang aus Wächtersbach, Dr. Carmen Stange aus Wolfsburg und ich, Dr. Juliane Gösling aus Berlin - fuhren über DWLF nach Namibia. Nach Monaten der Vorbereitung ging es vom Frankfurter Flughafen direkt nach Windhoek, in die Hauptstadt Namibias, und von da weiter in den Norden, nach Grootfontein.

Zwei Dentaleinheiten im Gepäck

Im Gepäck hatte jeder neben den eigenen Sachen einen Koffer mit Materialien und Sachspenden. Außerdem hatten wir zwei fast neue mobile Dentaleinheiten eingepackt. In Windhoek angekommen wurden diese dann durchleuchtet und anschließend vom Zoll kritisch gemustert. Nach Erklärungen und dem Vorzeigen aller Unterlagen sowie einer kleinen Vorführung konnten wir den Nutzen überzeugend darstellen und durften mit allen zehn Gepäckstücken einreisen.

Im Auto unterwegs

Der Transport, organisiert von der Mietwagenfirma, klappte problemlos. Eigentlich waren wir davon ausgegangen, das Auto von „Zahnärzte ohne Grenzen“ nutzen zu können. Ein wenig blass wurden dann alle bei dem Vertrag für den Mietwagen, der so gar nicht den europäischen Gewohnheiten entsprach. Außer einem Schaden mit Wild oder Personen war so ziemlich nichts versichert und ließ sich auch nicht nachversichern. 

Letzte Vorbereitungen für die Behandlung im Outreach. privat

Es hieß also, vorsichtig fahren mit maximal 80 h/km auf Schotter und nicht mehr als 120 h/km auf geteerten Straßen, überwacht durch ein eingebautes GPS-Messgerät. Bei schnelleren Fahrten wäre der Versicherungsschutz nämlich ganz erloschen. Netterweise erklärte uns der Herr von der Autovermietung noch, dass Deutsche die Autos nur selten umwerfen (Keine Ahnung, wie man so einen Koloss umwerfen kann). Es folgte noch eine kurze Einweisung in die Funktion des Vierradantriebs und die Taschen und Koffer konnten im Toyota Hilux verstaut werden.

Das 30. Warzenschwein

Da es in Namibia gerade Winter ist und uns davon abgeraten wurde im Dunkeln zu fahren, wollten wir den Tag in Windhoek verbringen. Es wird früh dunkel, nachts sind auch schnell mal null Grad. Da die Häuser keine Heizungen haben, fiel das frühe Aufstehen in dem eiskalten Raum am nächsten Morgen ein wenig schwer.

Am Sonntag früh ging es dann richtig los. Die Fahrt gestaltete sich trotz der fast 500 Kilometer sehr abwechslungsreich. Schon bald kamen die ersten Wildtiere in Sicht. Affen, kleine Antilopen und Sträuße. Am Anfang wurde auch noch jedes Warzenschwein am Wegesrand abgelichtet, die Euphorie legt sich aber nach dem 30. Schwein. Für einen kurzfristig erhöhten Puls sorgte ein Gepard, der direkt vor uns die Straße überquerte. Bremsen war aber weder möglich noch nötig.

Keine Tür zum Bad

Angekommen in Grootfontein wurden wir von Irmgard und Max Beyer begrüßt und durften die gerade (fast) fertiggestellte neue Unterkunft beziehen. Es gab zwei Schlafzimmer mit zwei - getrennten - Betten mit Bad und eine große Wohnküche. Alles war fertig eingerichtet, es fehlten lediglich ein paar Kleinigkeiten wie Türschlösser und die Türen zu den Badezimmern.

Eindeutig zweideutige Beschilderung. privat

Bei einem kühlen Getränk bekamen wir die ersten Informationen zum bevorstehenden Programm. Am ersten Tag sollte in der nahe gelegenen Grundschule erst mal ein Check-up (01) durchgeführt werden, die notwendigen Behandlungen sollten dann in der Woche darauf erfolgen. In der ersten Woche standen außerdem die Fahrten in die etwas abgelegenen Dörfer Mangetti und Tsumkwe an.

Am Montag morgen ging es zum Krankenhaus von Grootfontein, wo Materialien und Equipment vom DWLF untergebracht sind. Der Zahnarzt des Krankenhauses Dr. Carlos nahm sich trotz übervollem Wartebereich Zeit und wir bekamen einen ganzen Schwung frisch sterilisierter Spiegel, Sonden, Pinzetten et cetera in großen runden Boxen ausgehändigt.

Screening mit braven Kindern

So ausgestattet ging es zur Grundschule, um die Untersuchungen, die von der Gruppe vor uns begonnen wurden, fortzusetzen. 130 Kinder konnten untersucht werden, bevor der Schulschluss um 13 Uhr unseren Besuch beendete. Die Kinder waren aus den vierten Klassen, sprachen für ihr Alter gut englisch und machten sehr gut mit.

Aufbau einer mobilen Dentaleinheit aus Deutschland. privat

Da es am nächsten Morgen ins "Buschmanns Land" gehen sollte, war für den Nachmittag die Wartung der Stühle und Einheiten und Packen für die nächsten Tage angesagt. Im Gepäck, neben den eigenen Sachen: zwei mobile Dentaleinheiten, zwei Stühle, Utensilien für Desinfektion/Sterilisation, Schutzkleidung, Materialien für Untersuchung und Behandlung.

Fortsetzung folgt...


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können
Werblicher Inhalt