07.
AUG 2014
privat
Aus dem Ausland

Out of Namibia 3

Dr. Juliane Gösling tauschte für zwei Wochen den Bürostuhl gegen ein Abenteuer mit Zahnärzte ohne Grenzen in Namibia. Bei einem Screening in einer Schule wird die Leseecke zum Behandlungszimmer. Das Wasser kommt aus einem Rohr im Boden.



Der Schein trügt: Die Palmen lassen milde Temperaturen erahnen. Aber in der deutschen Sommerzeit kann es in Namibia empfindlich kalt werden. privat

Nach einer weiteren Übernachtung in der Tsumkwe Lodge gab es um 6 Uhr morgens bei knapp 5 Grad draußen ein kurzes Frühstück. Auch die Lodges waren nicht beheizbar, dafür hatten die Badezimmer Türen. Aufgrund der Winterzeit sind wir nur bei Tageslicht unterwegs, was die Behandlungszeit, wenn wir weit fahren müssen, leider sehr einschränkt.

Bei der Behandlung in Tsumkwe. privat

Giraffe vor der Frontscheibe

Nach dem Geparden-Erlebnis, war es auf dem Weg ins Buschmannland eine Giraffe, die „plötzlich“ den Weg kreuzte. Neben anderen Wildtieren sind auch immer wieder einzelne Rinder und Esel mitten auf den Straßen unterwegs. Außerdem wird durch den aufgewirbelten Staub der vorausfahrenden oder entgegenkommenden Wagen die Sichtweite schnell auf ein paar Meter reduziert.

Mehr Tiere als Fahrzeuge auf der Straße - im namibischen Hinterland ein gewohntes Bild. privat

Die nächste Behandlung erfolgte in einer Schule, in der Nähe der Veterinär-Grenze. Die Grenze verläuft im Norden von Namibia und verhindert, dass Vieh aus dem Norden ohne Genehmigung in den Süden gelangt.

Die Dentaleinheiten kommen an

Angemeldet hatten wir uns bereits auf dem Hinweg zwei Tage vorher. Der Schulleiter war von den Einheiten und Materialien die wir mitbrachten sehr beeindruckt. Der Vertrag zwischen dem DWLF und dem Ministerium für Gesundheit wurde herausgesucht, kopiert und aufmerksam studiert. Erst danach durften wir anfangen, die Sachen im Vorschulklassenzimmer aufzubauen.

Das Equipment für die Behandlungen wird täglich neu im Mietwagen ein- aus- und wieder eingepackt. privat

Die Leseecke wurde zum Behandlungszimmer, die Malecke zum Wartebereich, die Religionsecke zur Schatzkiste für die Kids und die Sprachenecke zum „Steri“. Wasser gab es aus einem Rohr im Boden mitten auf dem Schulhof, Strom durch eine Solaranlage.

Mädchen heißen Brigitte, die Jungs Wilhelm

Nachdem wir die Zähne von ungefähr 140 Kindern untersucht hatten, was jeweils mit einer Zahnbürste belohnt wurde, zeigte sich, dass nur sehr wenige Kinder kariöse Läsionen hatten. Die Behandlung der Kinder war jedoch nicht erlaubt, da die Eltern wohl nicht informiert waren. Wir erstellten also eine Liste und überließen den Rest der nächsten Truppe. Die Namen Wilhelm und Brigitte sind in Namibia wohl gerade „in“, was die Dokumentation erheblich vereinfachte.

Der Schulhof wird zum Wartezimmer. privat

Dass der Buschfunk auch ohne technische Hilfsmittel auskommt, zeigte sich nach unserem Termin bei den Kindern. Handyempfang gab es nicht, trotzdem hatte sich unsere Anwesenheit herumgesprochen. Einige Bewohner des Dorfes saßen vor dem Eingangstor und warteten geduldig auf eine Behandlung.

Teilweise mit Übersetzer, viel Zeichensprache und noch mehr Geduld konnten wir den meisten Beschwerden auf den Grund gehen und Behandlungen durchführen. Einigen wenigen konnten wir aufgrund der Sprachbarriere leider nicht helfen.

Knacklaute zur Verständigung

Es wurden mindestens vier verschiedene Sprachen gesprochen, wobei diese zum Teil aus Knacklauten bestanden. Nicht immer waren Übersetzter da - beziehungsweise waren schon wieder weg. So leid uns dies tat: Ein Mindestmaß an Verständnis und Aufklärung muss auch im tiefsten Busch erfolgen, und so konnten wir einigen wenigen leider nicht helfen. 

Fortsetzung folgt...


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