08.
AUG 2014
privat
Aus dem Ausland

Out of Namibia 4

Dr. Juliane Gösling tauschte für zwei Wochen den Bürostuhl gegen einen Trip mit Zahnärzte ohne Grenzen in Namibia. Beim Besuch in der Grundschule von Grootfontein wird deutlich: Auch unter namibischen Kindern gibt es eine Kariespolarisation.



Nachdem wir abends gerade noch rechtzeitig die Instrumente im Krankenhaus abliefern konnten, durften wir diese um 8.30 Uhr am nächsten morgen wieder abholen, um anschließend zur Grundschule von Grootfontein zu fahren. Dort wurde alles wieder aufgebaut und die Behandlung der Kinder begonnen.

Kariespolarisation gibt es auch in Namibia

Interessanterweise haben - ähnlich wie in Deutschland - viele Kinder ein gesundes Gebiss, einige wenige dafür viele Probleme. Die Kinder waren zwischen neun und zehn Jahren alt und für ihr Alter schon sehr tapfer. Zwei Kids waren mit uns vier weiß gekleideten "Weißen" allein im umfunktionierten Lehrerzimmer und nicht einmal sie verweigerten die Behandlung.

Die Stühle sind aufgebaut. Die Mitbringsel für geleistete Tapferkeit werden im umfunktionierten Lehrerzimmer sortiert. privat

Wir spritzten den ganzen Vormittag Betäubungslösungen, legten Füllungen und extrahierten Zähne. Viele kaputte Milchzähne beziehungsweise deren Reste, aber leider auch viele tief zerstörte Sechser. Oft verhinderten Milchzahnreste einen vernünftigen Lückenschluss. Und häufig waren die Sechser so tief zerstört, dass wir die Patienten in die Klinik schickten - eine Osteotomie in einem Lehrerzimmer wollte keiner heraufbeschwören.

Irritationen bei den Füllungsmaterialien

Die Zähne sollten (laut DWLF) mit „einheitlichem“ Kunststoff, den wir aus Deutschland mitbringen sollten, gefüllt werden. Leider war uns dies in Deutschland nicht mitgeteilt worden. Statt dessen war uns von unserer Vorgängerin ein Amalgamanmischgerät ans Herz gelegt worden, welches wir als Spende bekommen hatten. Leider ließ sich bis zuletzt nicht klären ob Amalgam als Füllungsmaterial erlaubt ist. Gesehen haben wir dort keine Amalgamfüllungen und so wurden die Zähne mit GIZ gefüllt.

Einmal die Wahl haben: Ein Kind darf sich nach der Behandlung etwas aussuchen. privat

Ein Knall kündigt den Defekt beim Schlauch an

Die Einheiten liefen auch an diesem Tag nicht richtig. Bei einer lief die Absaugung aus, bei einer anderen ging weder das Wasser noch die Turbine, bei einer anderen liefen zwar die Winkelstücke, aber auch ohne Wasser. Die Absaugung funktionierte bei einem Gerät. Manchmal kündigte ein Knall einen kaputten Schlauch an. Zum Glück kann man die Einheiten recht einfach öffnen und Kleinigkeiten selbst wieder zusammenbauen.

Irgendwann hatten wir auch raus, dass die Geräte besser funktionieren, wenn sie sofort nach Gebrauch wieder abgestellt werden. Eine Trockenlegung, die für eine Kunststofffüllung reicht, wäre nicht möglich gewesen.

Etwas früher als erwartet wurden wir ins Wochenende geschickt, nachdem nicht erst um 13.00 Uhr, sondern schon um 12.20 Uhr kein Kind mehr auftauchte. So wurde alles gesäubert, verstaut und weggeräumt oder ins Krankenhaus gebracht bevor es fürs Wochenende in den Etoscha National Park ging.

Die Kinder machen sich nach Schulschluss auf den mitunter kilometerlangen Heimweg. privat

Fortsetzung folgt...
 


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können
Werblicher Inhalt