11.
AUG 2014
privat
Aus dem Ausland

Out of Namibia 5

Dr. Juliane Gösling tauschte für zwei Wochen den Bürostuhl gegen ein Abenteuer mit Zahnärzte ohne Grenzen in Namibia. In einer Schule kann das Team nicht allen Wünschen des Schulpersonals nicht nachkommen.



Das Wochenende war geprägt von den Tieren der Etoscha: Zebras, Orxyen, Kudus, Löwen, Nashörner, Leoparden, Hyänen und viele anderen große und kleine Tiere. Und auf der Straße stand wieder die ein oder andere Giraffe.

Wo ist die Dokumentationsliste?

Am Montag morgen nahmen wir die Behandlung an der Grundschule wieder auf. Die Behandlung der Klasse A wurde abgeschlossen und die der Klasse B sollte folgen. Leider war unsere Liste mit der Dokumentation nicht mehr auffindbar. Um nicht sinnlos herumzustehen, beschlossen wir, bis zur Klärung mit der C Klasse weiterzumachen.

Umfangreiches mobiles Equipment: Für die einfache Behandlung von Schmerzpatienten war das Team von Zahnärzte ohne Grenzen gut ausgerüstet. privat

Es stellte sich heraus, dass die Lehrerin die Liste eingesteckt hatte. Nachdem das Missverständnis aufgeklärt war, hatten wir auch schnell unsere Liste zurück. Die Schmerzpatienten aus der B wurden dazwischen geschoben und die Kinder aus der 4C weiter behandelt. Die Woche begann wie die davor geendet hatte: mit Zementfüllungen in 6-Jahr-Molaren und Milchzähnen, vielen Extraktionen und Zahnpflegehinweisen.

Ein Okay für eine Zahnbürste

Die Lehrerin bekam am Ende noch für alle Kinder eine Extrazahnbürste sowie Stifte und ein paar andere Kleinigkeiten. Wir bekamen ein höfliches „Okay“. Ein "Danke" ist nicht üblich - etwas, an das man sich als Europäer ein wenig gewöhnen muss.

Ein "Behandlungsselfie" mit Autorin Dr. Juliane Gösling (links). privat

Mehrere Lehrer hatten uns um ein Cleaning gebeten. Lehrer werden in Namibia vom Staat bezahlt und sind relativ gut gestellt. Im Gegensatz zu ihnen trugen viele Kinder keine Schuhe und schon gar keine Socken, auch die Kleidung war auch oft nur gut geflickt. Abgesehen davon, dass auch die Einheiten kein Cleaning hergegeben hätten, haben wir uns dagegen entschieden und stattdessen nur die Kinder, Lehrer und Angestellte der Schule mit akuten Zahnschmerzen behandelt. Das sorgte für einige laute, verärgerte Lehrer, aber ein klärendes Gespräch mit dem Schulleiter beendete das dann zum Glück. Eine Lehrerin wollte sich trotzdem etwas vom Tisch für die Kinder aussuchen...

200 Kilometer Schotterpiste bis zur Buschklinik

Am Mittwoch fand noch eine Behandlung in einer „Buschklinik“ statt. Die  Anfahrt erfolgte wieder über 200 Kilometer Schotterpiste. Der Empfang in der Klinik durch Schwester Linda war sehr herzlich. Sie zeigte uns das Gebäude und sprach kurz die Hauptprobleme der Region an: HIV und Tuberkulose (wie auch in den anderen Regionen). Von Ihr bekamen wir noch ein paar Tipps, wie wir unseren Schutz verbessern konnten.

Zum Abladen und Aufbauen des Equipments wurden schnell Helfer organisiert und der Aufbau ging flott. Mit viel Schwung ging es an die Arbeit. Linda hatte die Patienten perfekt vorsortiert und instruiert. Sie übersetzte, half wo es nötig wurde und die Arbeit klappte wie am Schnürchen.

Nachmittags funktionierten der Abbau und das Verladen mit organisierter Hilfe genauso zügig und problemlos wie das Ausräumen. Ein Patient kam leider zu spät. Ihn mussten wir mit Hinweis auf die nächste Truppe in zwei Monaten vertrösten. Dies schien aber kein Problem zu sein, die Menschen in Namibia sind sehr entspannt.

Wir schafften es, alle Instrumente pünktlich in die Klinik zu bringen und der erste problemfreie und schönste Arbeitstag war auch schon wieder vorbei.


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