05.
NOV 2014
Dr. Roland Ernst
Aus dem Ausland

Pionierarbeit in Myanmar II

Dr. Juliane Frühbuss leistet seit 2008 gemeinsam mit ihrem Ehemann humanitäre Hilfe im heutigen Myanmar - teilweise unter den widrigsten Umständen. Was sie aktuell dort erleben, schildert sie direkt von dort.




Wir wohnen in Olivers Hotel, dem „Laguna Lodge“, in einer entspannten Atmosphäre,  die fern von jeder touristischen Hektik ist. Ich bin bereits das zwölfte Mal hier und freue mich immer wieder darauf, weil alles freundlich gestimmt ist und wir jede Unterstützung bekommen.

In Ngapali arbeiten wir seit 2008 kontinuierlich mit den Schulen vor Ort zusammen. Unsere kleine Klinik liegt rund sechs Kilometer entfernt und wir fahren jeden Tag mit dem Tuk Tuk, einem Motoradtaxi zur Praxis. Das kleine Fahrzeug ist immer sehr voll und es fahren meist Fische, Obst und Gemüse mit uns.

Bevor es losgeht: Großputz

Die Praxis ist seit acht Monaten nicht genutzt worden und wir müssen erst einmal die Technik wieder in Gang setzen. Durch örtliche  Bauarbeiten fällt leider häufig der Strom aus und so beschließen wir, einen neuen Generator zu kaufen, damit unsere Maschinen auch laufen. Nach zwei Tagen funktionieren, dank Rolands technischer Fähigkeiten und seiner grenzenlosen Geduld, alle Geräte wieder und wir können unseren neuen Behandlungsstuhl, die mobile Einheit sowie alle anderen einsetzen.

Die Patienten kommen am ersten Tag zaghaft, aber wir wollen ja auch in die örtliche Schule gehen um die Kinder zu untersuchen. Unser Verein ist in erster Linie präventionsorientiert und deshalb liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit in dieser Region auf der Gesundheitserziehung und frühzeitigen Intervention durch Füllungen.

Auf der Suche nach der kühlen Brise

In den folgenden drei Tagen gehen wir nachmittags zur Untersuchung in diese Schule. Die Schulleiterin und die Lehrer arbeiten kooperativ mit und trotz der Sprachschwierigkeiten gibt es keine Probleme. Die Untersuchung findet im Schulhof statt, das ist uns sehr angenehm, weil dort eine kleine Brise weht.

Die Kinder arbeiten sehr gut mit, sie sind sehr diszipliniert, stellen sich in der Reihe auf und lassen sich ohne Scheu untersuchen. Wir holen die kleinen Kinder in Gruppen mit einem offenen kleinen Bus an der Schule ab, die Lehrerinnen begleiten die Kinder und sind besonders in dieser Schule sehr fürsorglich. Sie warten auch, bis alle Kinder fertig mit der Behandlung sind.

Die Kinder lassen sich sehr gut behandeln, weil sie uns kennen und keine Angst haben. Deshalb werden Milchzahnextraktionen und Füllungen ohne Schwierigkeiten akzeptiert. Wir haben bis heute 287 Kinder untersucht, davon 36 Kinder bereits mit 61 Füllungen behandelt und  zum Glück wenigen Extraktionen. Bis wir am 9. November abfahren, werden alle Kinder behandelt sein.

Fortsetzung folgt ...


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