03.
NOV 2014
Dr. Roland Ernst
Aus dem Ausland

Pionierarbeit in Myanmar I

Dr. Juliane Frühbuss leistet seit 2008 gemeinsam mit ihrem Ehemann humanitäre Hilfe im heutigen Myanmar - teilweise unter den widrigsten Umständen. Was sie aktuell dort erleben, schildert sie direkt von dort.




In diesem Jahr ist unser bisher kleines Team erheblich größer geworden. Mich begleiten die Zahnärzte Angelika und Dr. Roland Ernst. Das Ehepaar Dr. Switek und der Zahntechnikmeister kommen im November, im Dezember Zahnarzt Axel Frühbuss und im Januar Dr. Helmut Brinkmann, so dass wir eine kontinuierliche Versorgung bis Februar leisten können.

Wir alle haben eine Ausrüstung - Spiegel, Sonden, Pinzetten, Zangen, Hebel und vieles mehr - aus Spenden mitgebracht. Wir arbeiten in der Regel in Ngapali/Linthar in verschiedenen Fischerdörfern an der Küste im Rakhinestaat, haben aber auch zwei weitere Einsatzorte im Irrawaddy-Delta und in Mrauk U, einer alten Pagodenstadt im Grenzgebiet zu Bangladesch. 

Niemand kann den Busfahrplan lesen

Yangon ist eine lebendige Stadt mit rund fünf Millionen Einwohnern. Unser erster Besuch gilt selbstverständlich unseren Freunden Oliver Esser und seiner Frau Khet Khet, die unsere Reisen immer vorbereiten und unsere Arbeitsgenehmigungen beim Gesundheitsministerium in Nay Py Taw und beim Dental Council beantragen. Oliver ist Präsident der burmesischen Köchevereinigung, mit der wir seit 2010 eine offizielle Kooperation pflegen.

Der Straßenverkehr wird immer dichter, wir fahren ständig mit dem Taxi, weil wir den Bus nicht nehmen können. Burmesisch ist eine sehr komplizierte Sprache, die Zeichen sind für uns nicht lesbar. Da wir noch einiges an Material benötigen, um einen dritten Arbeitsplatz gut einzurichten, vergehen die wenigen Tage sehr schnell.

Shoppen unter Zahnmedizinern

Mit dem jungen Dentalhändler arbeiten wir seit einigen Jahren zusammen und in seinem modernen Geschäft bekommen wir alle Geräte und Materialien. Wir kaufen noch ein neues Ultraschallgerät, eine LED-Lampe, einen Amalgammischer und weiteres Ge- und Verbrauchsmaterial. Mehrere hundert Ampullen Anästhetika  sind selbstverständlich auch dabei. Drei weitere Transportboxen und viele Meter weiße Baumwolle zur Abdeckung vervollständigen den Einkauf.

Diese ersten Tage in den verschiedenen Geschäften und Märkten sind immer zeitintensiv, aber nach drei Tagen haben wir unser Material zusammen. Abends fallen wir nach zehn Stunden tot müde ins Bett.

Internationaler Austausch

In der Zwischenzeit haben wir unsere burmesischen Kollegen aufgesucht, mit denen wir seit Jahren zusammenarbeiten. Am 24. Oktober treffen wir abends eine Gruppe deutscher Zahnärzte aus Baden- Württemberg, die eine Auslandsreise mit fachlichem Bezug unternimmt.

Ich halte einen kleinen Vortrag über unsere bisherige Tätigkeit, da unser Verein seit 2008 in Myanmar aktiv ist. Wir hatten drei burmesische Kollegen eingeladen, die der hiesigen Fachgesellschaft und der Zahnärztekammer angehören. Beide Gruppen diskutieren lebhaft über die unterschiedliche Versorgungssituation in ihren Ländern.

Fortsetzung folgt ...


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