03.
MAI 2013
Kolumne

Der Mensch, das Arsen und das Bier



Kaffee, Tee und Rotwein, das wissen wir als Zahnärzte, sind in der Lage, die Zähne zu verfärben. Bier ist da weniger verdächtig. Dessen Reinheit ist sogar in einem Gebot verankert, was bis zur Bayerischen Landesordnung von 1516 zurückverfolgt werden kann. Es besagt, dass Bier nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser enthalten soll. Von Arsen ist da nicht die Rede. Und trotzdem ist das Gift im Bier drin.

Erst kürzlich fanden Forscher der technischen Universität München auch heraus, warum. Das hochgiftige Schwermetall gerät paradoxerweise über ein Filtermaterial namens Kieselgur in das Bier. Dies ist eigentlich ein Gestein, das sich aus Schalen urzeitlicher Algen bildete. Wir kennen es als Bestandteil von Abformmaterialien wie Alginat. In Brauereien jedenfalls gibt es Filter aus diesem Material, um Biere von Schwebstoffen zu reinigen. Folge: Schwebstoff draußen, Arsen drin.

Die gute Nachricht: Der Arsengehalt reicht bei Weitem nicht aus, um irgendwelche Schäden anzurichten, beruhigen die Experten. Was sie nicht sagen: Inwieweit Arsen in der Lage ist, Verfärbungen an den Zähnen hervorzurufen. Dafür sind dann andere Experten zuständig. Derweil kommen zu uns die Patienten mit dem Wunsch nach einer Bleachingbehandlung.


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