23.
AUG 2013
Kolumne

Schaum vorm Mund

Preisabsprachen beim Bier! Unser Kolumnist fürchtet durch Machenschaften der Braukonzerne um sein entspanntes Feierabend-Pils.



Zugegeben: Nach Feierabend gönn ich mir bisweilen ein Glas Bier. Immerhin eines der reinsten Lebensmittel, das es heutzutage noch gibt. Dank eines in der ganzen Welt bewunderten Reinheitsgebotes. Aus dem Jahr 1516! Mit klarstem Quellwasser als Bestandteil. Das macht Bier zu etwas Natürlichem, Reinem, Ehrlichen.

Oder doch nicht, denn was ich kürzlich lesen musste, verdünnte mir etwas den obergärigen Gerstengenuss. Die großen Braukonzerne sollen Preise abgesprochen haben, das Kartellamt ermittele schon. Man redet davon, dass es mit bis zu 24 involvierten Biermarken das größte Kartellverfahren in der Geschichte der Branche sei. Eine Brauerei soll bereits mit dem Amt kooperieren, um die möglichen Bußgelder zu reduzieren.

Zeugen gegen das Bierkartell

Glycol im Wein? Schon schlimm genug. Aber Preisabsprachen beim Bier? Ein schöner Korken wäre das! Die "Lebensmittel-Zeitung" berichtete zudem, dass Kronzeugen die Markenbrauer schwer belasteten. Mal ehrlich: Da könnte man wohl bei diesen Überläufern ganz nüchtern von einer Regelung für Kronkorkenzeugen sprechen.

Und davon, dass der Nimbus des echten Biergenusses wohl immer mehr den kristallklaren Gebirgsbach hinunterfließt. Zudem: Sollte das Kartellamt die Absprachen nachweisen können, drohen den Brauereien dreistellige Millionenstrafen. Jetzt frage ich Sie, wer das dann wohl bezahlen darf? Na also. Schaum vorm Mund daher, statt der Blume in der Pils-Tulpe.

Ein Glas Milch zur Tagesschau als Alternative? Beim heiligen Gambrinus: Das wäre irgendwie dann doch nicht dasselbe.


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