20.
MAI 2015
caraman - Fotolia
Statement

Prost Mahlzeit!

"Komasaufen hat zerstörerische soziale und persönliche Konsequenzen", informiert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und macht die einfache Rechnung auf, dass Steuererhöhungen helfen können, das Problem einzudämmen. Das ist kaum zu glauben.



Zum einen wird in der Untersuchung mit dem Komasaufen, der Volksdroge Alkohol und der Zahl vermeidbarer Unfälle ein kruder Themenkompott gekocht. Zum anderen überstehen statistische Modellrechnungen, wie sie die OECD hier ins Feld führt, häufig nicht die Überprüfung durch den gesunden Menschenverstand.

Lässt sich derjenige, dem es nach einem (Voll-)Rausch gelüstet, wirklich davon abhalten, weil eine Flasche Wodka künftig sechs statt fünf Euro kostet? Wohl kaum. Stattdessen wäre es an der Zeit, die richtigen Fragen zu stellen. Etwa: warum Alkohol aus den Initiationsriten unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist; warum scheinbar zunehmend vielen Menschen eine Alltagsbewältigung in unserer Leistungsgesellschaft nur noch mit Schnaps, Tabletten oder sonstigen Hilfsmitteln möglich ist. Oder warum keine klare Null-Promille-Politik auf den Straßen der EU gilt. Aber bis es zu dieser fälligen Diskussion kommt, werden erst einmal die Steuern erhöht. Na dann, Prost Mahlzeit!


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