22.
MÄRZ 2013
privat
Studentisches

Endlich darf ich schöne Zähne machen

Nachdem wir unsere Präps in den Plastikklötzchen fertiggestellt hatten, begannen wir endlich mit der „richtigen Arbeit“. Los ging‘s mit prophylaktischer, explorativer und erweiterter Fissurenversiegelung.




Coltosol als Kariesersatz

Auf die fertigen Fissurenversiegelungen folgten die ersten Präparationen für Kompositfüllungen. Alle Präparationen und Füllungen machten wir an Kunststoffzähnen, da wir wegen der neuen Hygienerichtlinie LEIDER keine echten Zähne mehr benutzen dürfen. Ich hoffe, dass sich echte Zähne ähnlich präparieren lassen. Was würde wohl mein erster Patient sagen, wenn er wüsste, dass sein Zahn der erste echte Zahn ist, den ich bearbeite?

Auch das Sonicsys werde ich erst am Patienten das erste Mal benutzen, da die teuren Aufsätze von den Kunststoffzähnen kaputtgehen. Ich hoffe, sie erleichtern das Präparieren der approximalen Kästen ein wenig. Schöne Kästen zu präpen und die Nachbarzähne dabei heile zu lassen, war für uns immer das Schwierigste. Zur Simulation von Karies verwendeten wir einmal Coltosol. Die Bohrer im Phantom-Saal liefen heiß und ich muss sagen, nach vier Stunden Präpen ohne große Pause war ich echt geschafft.

Meine erste Füllung war einfach hässlich

Nachdem die Präps fertig waren, begannen wir mit den ersten Füllungen. Mensch, sah es einfach aus, wie unser Assistent in einer Demo eine Füllung legte. Das kann ja nicht so schwer sein … Denkste! Meine erste Füllung war sowas von hässlich. Ich hatte viel zu viel auf dem Kunststoff herumgedrückt. Nach dem Lichthärten sah ich erst, wie inhomogen mein Material aussah. Ein ganzes Wochenende hatte ich Zeit, mir zu überlegen, was ich bei der nächsten Füllung besser machen könnte.

Zuerst modellierte ich beide Randleisten, dann Höcker für Höcker mit leichten Zitterbewegungen. Ich achtete darauf, dass der Kunststoff glänzte und glatt war, bevor ich ihn lichthärtete. Jemand mit einem Tremor hat beim Füllunglegen einen echten Vorteil. Das Material lässt sich viel besser modellieren. Mein Ziel war, die Füllung nicht mehr groß ausarbeiten zu müssen - und es gelang mir. Fühlte sich gut an, dass schon die zweite Füllung echt schön war.

Der kritischere Blick auf die Frontzahnfüllung

Das Arbeiten im ästhetischen Bereich hat mir besonders viel Spaß gemacht. Wir mussten an den Zähnen 12 und 21 einen Eckenaufbau machen. Beim 21 stellten wir zuerst einen Silikonschlüssel her und bauten den Zahn mithilfe des Schlüssels auf. Den 12 bauten wir ohne Schlüssel auf. Dazu benutzten wir eine Dentin- und eine Schmelzfarbe.

Es hat mir Spaß gemacht, die Form des Zahnes so originalgetreu wie möglich nachzustellen. Die Arbeit im Frontzahnbereich muss super aussehen, denn die Patienten sind hier viel kritischer als bei Füllungen im Seitenzahnbereich. Umso mehr kann man glücklich sein, wenn der Patient mit "seiner neuen Front“ zufrieden ist.

Weiter geht‘s jetzt mit Amalgamfüllungen und Teilkronenpräps.


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