27.
MAI 2013
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Studentisches

Hart wie Leder

Nix da mit Ergonomie. So weit wie die Phantompuppe lassen sich die Patienten nicht zurücklegen. Um an den Oberkiefermolaren zu arbeiten, musste ich mich krass verbiegen. Auch die Zähne sind ein wenig anders.



Noch nicht die eigene Praxis, aber für mich doch mehr als eine x-beliebige Behandlungseinheit - meine Box. privat

Meine zweite Patientin kam zu mir zum Recall. Ich erhob PSI, SBI und API und führte eine PZR inklusive Mundhygieneinstruktion durch. Zur Kariesdiagnostik machte ich Bissflügelaufnahmen, da es keine aktuellen Röntgenbilder gab. Unter der Füllung am Zahn 17 zeigte sich eine deutliche Aufhellung. Ich vereinbarte einen Termin zum Füllungsaustausch.

Der Kofferdam ist jetzt mein Freund.

Ich war ziemlich froh, dass mir jemand aus dem neunten Semester bei dieser ersten großen Füllung assistierte. Unter der Anleitung des Assistenzarztes führte ich eine Infiltrationsanästhesie durch und legte danach den Kofferdam von 17 bis 16. Was habe ich im Klük-Kurs im vergangenen Semester über den Kofferdam geflucht. Wer braucht denn so was Unnötiges! In der Praxis legt doch kaum ein Zahnarzt einen Kofferdam und die Füllungen gelingen den Zahnärzten doch trotzdem.

Mittlerweile bin ich aber froh, dass es ihn gibt. Erstens ist man auf die Region, in der man arbeitet, fixiert. Zweitens stört einen nicht die Zunge oder die Lippe des Patienten beim Arbeiten, wodurch die Verletzungsgefahr für den Patienten deutlich herabgesetzt ist, und drittens hat es die Assistenz deutlich leichter mit dem Absaugen. Einzig und allein für den Patienten ist es bestimmt nicht so angenehm, längere Zeit dieses Gummi im Mund zu haben und den Mund nicht zumachen zu dürfen. Das regelmäßige Absaugen unter dem Kofferdam ist da natürlich von enormer Wichtigkeit.

Ich habe Karies gesehen.

Der Füllungsaustausch einer Amalgamfüllung ist fürs erste eine dankbare Aufgabe. Das Amalgam hebt sich so gut vom Zahn ab! Mit einer gut gelegten Kompositfüllung hätte vielleicht eher Probleme gehabt. Das Amalgam war schnell draußen, doch mit der Unterfüllung war ich schon ein bisschen länger beschäftigt.

Ich musste das erste Mal einen Rosenbohrer benutzen und hatte natürlich keine Ahnung, mit wie viel Umdrehungen man ihn benutzt. Am Kunststoffzahn kam er nie zur Anwendung. Das erste Mal sah ich jetzt Karies und fühlte die andere Härte mit einer Sonde. An manchen Stellen fühlte es sich richtig weich an, an anderen eher wie Leder. Ich war echt froh, dass ich einen erfahrenen Assistenten aus dem neunten Semester dabei hatte. Er hatte die ganze Zeit ein Auge auf mein Handeln und konnte mir alle Fragen beantworten, die sich mir stellten.

Ein Phantomkopf kann nicht reden.

Ebenfalls das erste Mal benutzte ich das sonicsys-System. Ich war hellauf begeistert. Der mesiale Kasten wurde damit ziemlich schön. Allerdings lag er aufgrund der Karies am Ende fast epigingival, wodurch ich dann ein paar Probleme beim Legen der Teilmatrize hatte. Die neue Kompositüllung war ziemlich schnell gelegt, aber leider ein bisschen zu hoch … Das erste Mal bekam ich Rückmeldung über die Höhe der Füllung. Mein Phantomkopf beschwerte sich ja nie, dass die Füllung zu hoch war!

Ein bisschen in die Höhe schnellte mein Puls noch mal beim Ausarbeiten der Füllung. Der Kofferdam war jetzt runter und ich wollte mit den Soflexscheiben die Füllungsränder ausarbeiten. So oft wurde uns erzählt, was die so alles durchtrennen können. Lippe, Wange, Zunge. Auch hier war ich froh, einen erfahrenen Assistenten zu haben, dem ich vertraute, dass er die Zunge auch gut abhielt.

Ich war zufrieden mit meiner ersten mod-Füllung am 17, aber fix und fertig. Und das mit der Ergonomie muss ich noch ein bisschen üben.


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