19.
NOV 2012
privat
Studentisches

So war mein Zahnärztetag

Vergangenen Samstag war ich auf dem Deutschen Zahnärztetag in Frankfurt. Neben vielen spannenden Vorträgen habe ich den einen oder anderen konkreten Tipp und Trick für meine kommenden Behandlungen mitgenommen.



Leider konnte ich erst Freitagabend nach Frankfurt fahren, da ich am Nachmittag noch den Klinischen Übungskurs in der Uni hatte. Ich war gespannt, was mich in Frankfurt erwarten würde, hoffte aber auf interessante und halbwegs verständliche Vorträge.

Was kostet der Kaffee?

Im Congress Center fiel es mir anfangs schwer, mich zu orientieren. Es wimmelte von Menschen und Dentalfirmen. Gar nicht so einfach war, die richtigen Säle und die Preise für Kaffee und Kuchen zu finden. Beide Probleme lösten sich aber schnell durch Nachfragen. Dass der Kaffee und alle anderen Köstlichkeiten umsonst waren, ließ meine Laune in die Höhe schnellen. Ich finde den Eintrittspreis von zehn Euro für Studenten super. Die Anzahl der anwesenden Studenten schätze ich auf nur dreißig. Nächstes Jahr werde ich versuchen, möglichst viele meiner KommilitonInnen für den Zahnärztetag zu begeistern.

Ich suchte mir die spannendsten Vorträge aus dem Programm aus und wechselte ständig die Säle. Mir ging es vor allem darum, in die verschiedenen Fachrichtungen zu schnuppern und das eine oder andere mitzunehmen. Sehr schade fand ich, dass in diesem Jahr kein Freiburger Dozent einen Vortrag hielt.

Wie viel kann ich verstehen?

Zu Beginn setzte ich mich in den Vortrag von Dr. Ralf Rössler zum Thema "Periimplantitistherapie - therapeutische Möglichkeiten oder experimentelle Zahnheilkunde?“. Dieser Vortrag gefiel mir sehr gut, weil ich im Großen und Ganzen verstand, worum es ging. Die vielen Bilder, die Herr Rössler zeigte, machten seinen Vortrag sehr verständlich.

Die zwei Endodontievorträge, die ich besuchte, waren für mich viel zu spezifisch und vollkommen unverständlich. Es ging um Dentinrisse und Pfeiler mit verschiedenen Größen und Querschnitten. Für dieses Fachgebiet fehlt mir bisher leider das nötige Wissen.

Was hängengeblieben ist

Auffällig fand ich, wie oft das Thema Implantate in den Überschriften der Vorträge vorkam. Das zeigt, welch große Bedeutung sie in der Zahnmedizin haben, aber auch wie viel man beim Setzen falsch machen kann und welche Folgeschäden das hat.

Sehr gut gefiel mir der Vortrag "Parodontale Regeneration oder Implantation?“ von Prof. Peter Eickholz, Parodontologe aus Frankfurt a.M. Er schaffte es, seine Forschungsergebnisse in seinem Vortrag verständlich darzustellen. Ich habe mitgenommen, dass erfolgreich behandelte parodontal geschädigte Zähne Implantaten gegenüber gleichwertig sind.

Ebenfalls sehr gut gefiel mir der Vortrag von PD Dr. M. O. Ahlers zum Thema "Wieviel Funktion braucht die prothetische Restauration?“. Herr Ahlers ist ein hervorragender Rhetoriker. Das Thema war für mich nicht ganz neu. Durch die vorklinischen Fächer in der Prothetik habe ich einiges verstanden. Hängengeblieben ist, dass man immer mit Bissschablone einartikulieren soll, da dies die einzig sichere Methode ist. Außerdem sollt e man den Gesichtsbogen beim Patienten im Liegen anlegen, da das Ergebnis beim Anlegen im Stehen aufgrund der Schwerkraft verfälscht würde.

Wo man sich bändigen sollte

In der Mittagspause machte ich einen kleinen Rundgang durch die Messehalle, in der alle Firmen, die in der zahnmedizinischen Branche aktiv sind, Werbegeschenke verteilten und ihre neuesten Produkte vorstellten. Die Leute trugen riesige Taschen mit Werbegeschenken umher. Ich musste mich zügeln, nicht auch in den Sammeltrieb zu kommen. Diese Messe bot mir aber die Gelegenheit, Lupenbrillen von verschiedenen Herstellern auszuprobieren. Wenn sie nicht so teuer wären, hätte ich bestimmt eine gekauft.

Am Nachmittag besuchte ich Vorträge der Kinderzahnheilkunde. Prof. Christian Hirsch referierte zum Thema „Bruxismus und CMD - wie alles beginnt“. Da ich beim Abformen in der Kieferorthopädie vor zwei Wochen erschreckend feststellte, dass über die Hälfte meiner Kommilitonen knirscht, fand ich diesen Vortrag sehr interessant. Ich lernte, dass jedes dritte Kind knirscht. Diese Kinder knirschen meist auch im Alter.

Warum ich in den Baumarkt muss

Prof. Dietmar Oesterreich hielt einen Vortrag für uns Studenten. Er appellierte an unseren Verstand, nicht aus dem Auge zu verlieren, dass wir als zukünftige Zahnärzte Heiler und nicht Händler seien. Die Entwicklung, auf welche Art und Weise viele Zahnärzte Werbung machen, beleuchtete er kritisch.

Zum Abschluss referierte Herr Krüger-Janson zum Thema "Komposite leicht gemacht - konstruktiv und effizient - Tipps und Tricks aus der Praxis“. Bei Frontzahnfüllungen könnten wir die Nachbarzähne mit Teflonband schützen. Das sei hauchdünn und in jedem Baumarkt für ein oder zwei Euro zu haben. Einer von vielen genialen Tipps!

Es war ein toller Tag!



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