05.
AUG 2015
Jeffrey Daly - Fotolia
Studentisches

Trockeneis im Mund

Das Semester ist vorbei. Ein guter Zeitpunkt, um Revue passieren zu lassen, was wir in dreieinhalb Monaten geübt haben und welche Behandlungen wir gegenseitig an uns ausprobiert haben.



Vertrauensbildende Maßnahme: Isabella legt ihrer Kommilitonin Kathi einen Kofferdam an. Archivbild zm

Los ging’s mit der Erhebung des Karies- und des Füllungsstatus. Dabei mussten wir uns erst einmal mit den verschiedenen Abkürzungen und Einteilungssystemen, etwa ICDAS oder BEWE, vertraut machen. Daher war das nicht nur für den Behandler eine Herausforderung, sondern auch für den Studenten, der parallel zur Untersuchung den Befundbogen ausfüllen musste.

Beim Testen der Zähne auf Sensibilität mit CO2-Schnee ist mir das erste Malheur passiert: Ich hatte die Spritze mit dem Trockeneis zu lange in der Hand, so dass das Eis antaute und ziemlich unkontrolliert in den Mund meines Kommilitonen rutschte, für den das natürlich unangenehm kalt war, während ich - panisch - versuchte, das dampfende Stück Trockeneis wieder aus seinem Mund zu fischen. Im Nachhinein war natürlich alles halb so schlimm, aber ich bin trotzdem froh, dass mir das nicht an einem Patienten passiert ist.

Acht Stunden für eine PZR

Als Nächstes standen die Erhebung von Plaque- und Blutungsindex sowie eine Professionelle Zahnreinigung an. Nach dem gegenseitigen Anfärben mit Plaque-Revelatoren waren wir alle ein bisschen schockiert, wie viel blaue Farbe im Mund zurückblieb, also wie viel Plaque wir noch hatten. Dabei dachten wir doch, als Zahnmedizinstudenten hätten wir einigermaßen verstanden, worauf es beim Zähneputzen ankommt.

Danach konnten wir unsere am Phantomkopf erworbenen Fähigkeiten beim Umgang mit Scaler und Küretten am lebenden Objekt testen, zum ersten Mal allerdings haben wir dabei einen Ultraschall-Scaler verwendet. Am gesamten Kurs hat mir immer gut gefallen, dass wir viel Zeit für die einzelnen Behandlungen hatten. Für die PZR zum Beispiel standen uns zwei Kurstage à 4 Stunden zur Verfügung. Und da die PZR im Studentenkurs ab dem 7. Semester wahrscheinlich eine sehr häufig durchgeführte Behandlung ist, fand ich es wichtig, sie ausgiebig zu üben.

Taschentiefen messen

Danach setzten wir uns mit der parodontalen Befunderhebung auseinander, die uns viele Probleme bereitete. Das Messen der Taschentiefen fand ich total schwierig, da ich die ganze Zeit Angst hatte, zu viel oder zu wenig Druck anzuwenden, und auch das "Ertasten“ der Schmelz-Zement-Grenze machte anfangs auf mich einen etwas willkürlichen Eindruck, zumindest wenn diese subgingival lag. Das Ganze hat bei mir so schlecht geklappt, dass ich es zweimal machen musste. Irgendwann hatte aber selbst ich den Dreh raus. Ist eben doch alles eine Sache der Übung.

Zum Schluss mussten wir uns dann gegenseitig einen Kofferdam anlegen. Das wiederum hat bei mir schnell ganz gut geklappt, obwohl die Übung wegen der störrischen und oft schlecht sitzenden Klammern nicht sehr beliebt ist. Das war’s jetzt erstmal mit den Selbstversuchen - bevor es im nächsten Semester dann mit Behandlungen an echten Patienten weitergeht. Ich bin sehr gespannt und aufgeregt. Aber zunächst genieße ich erst einmal noch meine Semesterferien.


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