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Kolumne
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| Fliegender Feldspat |
Dänemark und Portugal weggeputzt. Dann am 13. Juni
in Charkiw: Tempogegenstoß, Flanke Lahm, Müller springt ab - nickt
ein: Tor! Erst der Sieg über Oranje machte unsere
Tabellenführerschaft in Gruppe B zum Genuss. Falls die Fußball-EM
überhaupt stattfindet. Noch steckt König Fußball in einer
Politkrise. Lang vorbei scheinen da die Sorgen von Millionen Europäern um
den Sparfleiß der Griechen und die
Hundert-Milliarden-Euro-Rettungspakete. Jene Sorgen hatten sichtbare Folgen -
auch im dentalen Deutschland. Die einen investierten fleißig in
Betongold, die anderen in Feinunzen. Offensichtlich trug auch so mancher sein
Zahngold zum Markte, Meinungsforscher vermeldeten jüngst einen Siegeszug
der Keramik. Kaolin, Feldspat und Zirkonoxid sind in aller Munde.
Plötzlich irritiert das Ergebnis der Gegneranalyse. In den Niederlanden
pflegt man erwiesenermaßen einen groben Umgang mit Porzellan. Zuletzt
beteiligte sich Kronprinz Willem-Alexander höchstselbst beim
"Koninginnedag" am Kloschüssel-Weitwurf. Der Bundestrainer
braucht sich aber nicht zu sorgen, dass Robben und Co. unseren Jungs
verstärkt auf den Zahn fühlen - das Ritual geht zurück auf
Königin Juliana Louise Emma Marie Wilhelmina, die in der vorvorvorletzten
Krise nach dem Tafelsilber auch ihren goldenen Nachttopf verschleuderte.
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zm 102, Nr. 10, 16.05.2012, Seite 154
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