zm-online
16.03.02 / 00:12
Heft 06/2002 Medizin
Präventivmedizin

Ärzte als Vorbild für Fettleibige



875 Ärzte, die im Rahmen der Physicans Health Study abspecken wollten, trafen sich zum Meinungsaustausch. In der Regel war der Gewichtsverlust, der im Schnitt zwei Kleidergrößen ausmachte, nachhaltig. Foto: Roche Pharma

Im Rahmen der groß angelegten Physicans Health Study entschieden sich 875 Ärzte aus Deutschland, an einer komplexen Strategie zur Gewichtsreduktion teilzunehmen. Diese umfasste eine ausgefeilte psychologische Begleitung, eine konsequente Umstellung der Ernährung sowie die Einnahme des Hemmstoffes der körpereigenen Lipase, Orlistat (Xenical®). Wie die Herstellerfirma Roche in ihrem jüngsten Medienletter mitteilt, konnten die Ärzte ihre Gewichtsreduktion um durchschnittlich zwei Kleidergrößen gut halten, ohne in den gefürchteten Jojo-Effekt mit überschießender Wieder- Zunahme zu verfallen.

Orlistat vermag die im Darm die Nahrungsfette spaltende Lipase so nachhaltig zu hemmen, dass ein Großteil des aufgenommenen Fettes mit den Fäzes wieder abgeht. Dies ist den Patienten mit „Fettsünden“ sehr lästig und wird als pädagogische Hilfe zur Einhaltung der richtigen Diät begriffen. Präparate wie Xenical® oder das Konkurrenzpräparat Reductil ® gelten als Lifestyle-Medikamente, deren Kosten der Patient trägt. Allerdings gibt es eine Reihe von Krankheiten, wie Herzinfarkt oder andere Komplikationen des so genannten Metabolischen Syndroms, bei denen die Fettsucht das Gesamtrisiko deutlich erhöht. Hier wäre eine Bezahlung durch die Kassen der GKV auch im Sinne einer ökonomischen Gesundheitsfürsorge wünschenswert.

Dr. T. U. Keil



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