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01.04.03 / 00:15
Heft 07/2003 Editorial

Akzente



Gut getestet, korrekt informiert, bestens beraten – eine Kette wünschenswerter Maßgaben für den Umgang mit zahnärztlichen Materialien: Nicht immer sind diese Attribute zutreffend. Foto: Wieland

Liebe Leserinnen und Leser,

ganz neue Stars, andere Dimensionen und Generationen, Weltneuheiten, Perfektionen – in der Werbung und auf Messen sind sie die Norm. Aber auch auf der diesjährigen IDS zeigt sich wieder, dass das, was megatrendy, hightech, highend oder zumindest exzellent und zukunftsweisend sein soll, sich im Sog der Masse wieder nivelliert. Fast wohltuend wirkt dagegen manche sachlich gehaltene, aber intelligent dargereichte Information. Unabhängig geprüft, getestet und aus Erfahrung für gut befunden wird später selbstredend längst nicht alles, was im hart umkämpften Markt die Fabriktore hinter sich lassen konnte.

Dennoch: Zahnärztliche Werkstoffe, in dieser Ausgabe Thema des zm-Fortbildungsschwerpunktes, haben durch Fortschritte in Forschung und Wissenschaft zusätzliche Möglichkeiten und Wege für eine größere Therapiebandbreite eröffnet. Manche bei Markteinführung leider oft mit aggressivem Marketing einhergehende – und damit oft auch verunsichernde – Produkteinführung hat sich inzwischen, weil sie sich als gut erwiesen hat, etablieren können. Vieles ist heute Bestandteil des Praxisalltags und verbessert für Patient und Zahnarzt das Behandlungsergebnis. Die für die zm das Sachgebiet begutachtenden Wissenschaftler urteilen – wenn auch verhalten – wohlwollend: Adhäsiv- und Kompositsysteme, Bondings und andere Materialien haben in den letzten Jahren ihren festen Platz als Hilfen für Ästhetik und Zahnheilkunde eingenommen.

Was bisher trotz vielfacher Versprechungen nicht gelungen ist: Einen Amalgam-Konkurrenten – immer wieder wurde er vollmundig angekündigt – ist die Dentalindustrie bisher schuldig geblieben. Und den wirklichen Alleskönner, das im Fortbildungsschwerpunktteil in freier Anlehnung an werbliche Übertreibungen geforderte „selbstkonditionierende, selbstadhäsive, schrumpfreduzierte, dual-härtende Komposit- Füllmaterial“, die berüchtigte „Eier legende Woll-Milch-Sau“, wird wohl das bleiben, was es ist: Ein Vexierspiel zwischen Ironie und Wunschdenken.

Mit freundlichem Gruß

Egbert Maibach-Nagel
zm-Chefredakteur



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