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01.03.02 / 00:01
Heft 05/2002 Editorial

Akzente



Optimist oder Pessimist? Egal, ob das Glas halb voll oder halb leer ist: Wenn es für die bekannte optimistische Sichtweise nicht reicht, dann kann auch schon mal aktives Schütteln zum subjektiven Wohlbefinden verhelfen. Foto: MEV

Liebe Leserinnen und Leser,

„der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist“ soll Westdeutschlands erster Bundespräsident Theodor Heuss in den Aufbautagen unserer Republik gesagt haben.

Auch wenn sich Jahrzehnte später die Situation anders darstellt, Optimisten in vielen Bereichen ständig auf harte Proben gestellt werden, behält die Aussage ihren Wert. In der großen Politik, im Arbeitsalltag oder auch im „richtigen“ privaten Leben: Unser persönlicher Umgang drückt nun einmal allem seinen entsprechenden Stempel auf. Ob der übertriebene Optimist oder der gesunde Pessimist besser durchs Leben kommt, bleibt dabei wohl ein offenes Thema.

Die zm jedenfalls bieten in dieser Ausgabe – nach alljährlicher Manier in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für psychologische Forschung und Beratung Dr. Christoph von Quast – die Gelegenheit, der Frage „Optimist oder Pessimist“ auf den Grund zu gehen, mehr Durchblick über die persönliche Disposition zu erhalten.

Durchblick ganz besonderer Art gewährt auch eine neue kieferorthopädische Methode zur Begradigung der Zähne: „Invisalign“ soll dem Worte nach „unsichtbar ausrichten“. Was es mit diesen seit letztem Jahr massiv beworbenen Kfo-Schienen auf sich hat, beschreibt Prof. Dr. Rainer-Reginald Miethke von der Universität Berlin. Wie üblich haben sich die zm nicht in die Reihe vorschneller Beurteilungen begeben, sondern fundiert recherchiert, erste Erfahrungen abgewartet und erst dann beurteilt.

Weiterhin gerätselt wird indes um die Frage, ob die Bundesregierung ernsthaft versucht, das immer dichter werdende Reglementierungsdickicht des deutschen Gesundheitswesens durch grundsätzliche Korrekturen durchschaubarer zu gestalten. Bisher haben die vielen Kleinstreformen eher das Gegenteil bewirkt.

Die Zahnärzteschaft hat mit der Erstellung der BewertungsAnlalyse Zahnärztliche Leistungen (BAZ II-Studie) durch das Institut der Deutschen Zahnärzte die ersten Schritte für die vom Gesetzgeber geforderte Neubeschreibung einer präventionsorientierten Zahnheilkunde getan. Sie bietet – anders als die Studie der Krankenkassen – Aufschluss über die psychomentalen Beanspruchungen, aber auch die betriebsökonomischen Grundkriterien der Zahnarztpraxis. Mit der Vorstellung der wissenschaftlichen Daten sind die Voraussetzungen geschaffen. Jetzt müssen Bundesausschuss und Bewertungsausschuss die nackten Zahlen interpretieren. Die Zeit für eine Zwischenbilanz ist, anders als verschiedentlich suggeriert wird, noch nicht da. Im Gegenteil: Jetzt wird es erst richtig spannend.

Mit Spannung erwartet wurde auch das Ergebnis der KZBV-Vorstandswahlen am 22. und 23. Februar in Berlin. Für uns Blattmacher bedeutet der erst nach Drucklegung erfolgende Wahltermin besondere Maßnahmen. Da wird der letzte Druckbogen weit jenseits der üblichen Produktionszeiten offen gehalten, damit zumindest der Wahlausgang noch ins aktuelle Heft einfließen kann. Ausführlich und hintergründig berichten können wir aber erst im nächsten Heft. Zeit ist – auch in diesen Dingen – nun einmal unbarmherzig. Ein Ausweg für den, der nicht warten mag: Unter www.zm-online.de gibt es mehr über das „Wer, Was und Wie“ der neuen KZBV-Vorstandsmannschaft.

Mit freundlichem Gruß

Egbert Maibach-Nagel
zm-Chefredakteur



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