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16.07.02 / 00:01
Heft 14/2002 Editorial

Akzente



Mit fachlich geschultem Blick auf der Suche nach zahnärztlichen Urlaubserlebnissen? zm-online schafft Ihr Forum, das Kurzweiliges, Erhellendes oder Anekdotisches aus aller Herren und Damen Länder aufnimmt. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Foto: MEV

Liebe Leserinnen und Leser,

ein „bisschen Wettbewerb“, so kommentierten kritische Zeitgenossen in den späten neunziger Jahren den Versuch des Gesetzgebers, Deutschlands Bürgern auf dem GKV-Markt neue Wege bei der Wahl ihrer Krankenversicherung zu öffnen. Der Beginn für den Boom der Betriebskrankenkassen. Inzwischen gibt die Zeitgeschichte den Kritikern mit ihrem Vergleich in Anlehnung an das geflügelten Wort „ein bisschen schwanger“ Recht: „Ein bisschen“ geht nicht. Die Einbindung des liberal motivierten Ansatzes in den staatlichen Reglementierungsrahmen – Budgetierung, Risikostrukturausgleich und, als jüngste Errungenschaft dieser Regierung, die Chroniker-Programme – hat das GKV-System letztlich nicht befruchten können. Die halbherzige Marktöffnung war, um im Bild zu bleiben, eine Scheinschwangerschaft.

Nach anfänglicher Aufregung im „Markt“ hat die staatliche Abfederung den Vorteil der als Kostendämpfer angetretenen betrieblichen Krankenversicherungen kompensiert. Im zur Service-Wüste erodierenden GKV-System, so zeigt unsere Titelgeschichte, löst sich auch dieser Wettbewerbsansatz als „Fata Morgana“ in Luft auf. Warum Wettbewerb, stringent umgesetzt, trotzdem das Mittel der Wahl für unser Gesundheitswesens sein kann, erklärt „Welt“- Korrespondentin Dorothea Siems in ihrem Gastkommentar. Mit Blick auf die kommende Legislaturperiode bleibt zu hoffen, dass die nächste Bundesregierung einen größeren Mut zeigt, sich auf Lösungen einzulassen, die auch bei lupenreiner Betrachtung Bestand haben. Apropos „lupenrein“: In der zahnärztlichen Praxis ist präzises Arbeiten das „A & O“. Autor Karlheinz Kimmel gibt eine Übersicht zur Entwicklung in Sachen Lupenbrillen.

Auf der letzten Internationalen Dental Schau hat der Werkstoff Zirkon durch einen in „Big Bang“-Manier betriebenen PR-Auftakt für Aufsehen gesorgt. Wie es Umgang der zm mit Neuheiten ist, haben sie im Chor der Fachpresse nicht lauthals mitgesungen, sondern erst beobachtet, recherchiert und analysiert. Jetzt berichten wir: Eine wissenschaftlich basierte Einschätzung zu Zirkon finden Sie in der Rubrik „Zahnmedizin“.

Obwohl die gesetzgeberische Entwicklung zur Problembewältigung im Gesundheitswesen vor sich hin dümpelt, wird der Ruf nach Maßgaben für die Qualität medizinischer und zahnmedizinischer Qualität immer lauter. Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung haben mit der im Institut der Deutschen Zahnärzte angesiedelten Zahnärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung eine Antwort auf die Qualitätsdiskussion gegeben. Unsere „Zweit-Story“ gibt den Überblick über den Aufgabenbereich der zzq.

Der Gesetzgeber hat seine – wenn auch in diesen wahlkampfbestimmten Zeiten wohl unruhige – sitzungsfreie Zeit begonnen. Deutschland steckt im Urlaubsfieber. Wen auch in Ferienzeiten die berufliche Neugier nicht loslässt, wer Interessantes, Anekdotisches oder Kurioses erlebt, dem gilt unsere jetzt startende zm-Aktion: Schicken Sie uns ihr mit zahnärztlich fachlichem Blick erfasstes Urlaubserlebnis – per Post, Mail, Fax oder Telefon. Wir stellen es auf unsere Internet- Seiten – mit dem Ziel, Ihrer Kollegenschaft ein kurzweiliges, erhellendes und lebendiges Forum zu bieten.

Bis dahin eine schöne Zeit wünscht Ihr

Egbert Maibach-Nagel
zm-Chefredakteur



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