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16.08.02 / 00:01
Heft 16/2002 Editorial

Akzente



Die KBV-„Pflasterträger“ sorgten in Berlin für Aufsehen: Sie sammelten sich auf dem Gendarmenmarkt auf einer 50 Quadratmeter großen Deutschlandkarte und warben für eine flächendeckende ärztliche Versorgung. Foto: KBV

Liebe Leserinnen und Leser,

die klassische Nachrichtenflaute zur Urlaubszeit schlägt in den Medien wieder ihre eigendynamischen Kapriolen. Kaum hatte die Diskussion um die Bonus-Meilen der Abgeordneten ihren Höhepunkt erreicht, schon wurde diesmal im Gesundheitsbereich viel heiße Luft abgelassen. Die belgische Gesundheitsministerin hatte verkündet, Fluoride zu verbieten, prompt stürzten sich die Medien auf das Thema und lösten entsprechende Verunsicherungen aus. Die zm haben sofort recherchiert, was Sache ist: Ein großer Sturm im Wasserglas und für den Zahnarzt bleibt alles beim Alten, wie sich herausstellte.  

Mit einem Rummel ganz anderer Art hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung zu kämpfen, als kurz vor der Vorstellung ihrer großen Informations-Kampagne über die Aufgaben und Leistungen der KVen ein Anzeigenmotiv zurückgezogen werden musste, weil vermeintliche Assoziationen zum Thema Kindesmisshandlung auftauchten. Ein unglückliches Missgeschick, das aber jetzt behoben scheint. Die KBV-Kampagne selbst ist, wie der Bericht im Heft zeigt, mit einem großen Auftakt in Berlin angelaufen.  

Losgelöst vom Tages-Rummel der allgemeinen Presse beschäftigt sich der Schwerpunkt in diesem Sommerheft mit ureigensten beruflichen Belangen des Zahnarztes. Genauer gesagt geht es um den älteren Patienten. Wenn die Zähne in die Jahre kommen, so die Titelgeschichte in dieser Ausgabe, ergeben sich Fragen über Fragen für die zahnärztliche Versorgung dieser Klientel. Hier gilt es, rechtzeitig Konzepte zu erarbeiten, die sowohl zahnmedizinische wie auch allgemeinmedizinische Aspekte berücksichtigen, um eine adäquate Behandlung zu ermöglichen. Denn schließlich: Senioren werden in Zukunft in der Zahnarztpraxis eine immer größere Rolle einnehmen.  

Was den täglichen Umgang mit den Patienten – den alten wie auch den jungen – betrifft, bietet das Heft Nützliches zum Thema Ergonomie und zum Verfahren der Proprioception. Dabei handelt es sich um eine erlernbare Methode für eine bessere Arbeitshaltung am Stuhl, die aber unter Ergonomen nicht ganz unumstritten ist.

Zurück zu den Wurzeln der Zahnmedizin – unter diesem Gesichtspunkt fand auf zwei Tagungen ein jeweiliges großes akademisches Jubiläums-Ereignis statt. Die Würzburger Zahnklinik feierte ihre 90-jährige Existenz mit der Schlüsselübergabe einer grundsanierten Klinik und einer hochkarätigen Fortbildung. In Halle fand aus Anlass des 500-jährigen Bestehens der Universität ein großer Festakt statt.

Ganz praktische Fragen drängen sich dem Zahnarzt auf, wenn es nicht um zahnmedizinische Aspekte geht, sonder um seine Rolle als Unternehmer. Spätestens dann, wenn die Niederlassung naht, sind auch unternehmerische Fähigkeiten gefragt. Aber vielen fällt es schwer, die beiden Welten der Zahnmedizin und des Unternehmertums zu vereinbaren. In die Kategorie der ganz handfesten Informationen fällt auch der Beitrag über „Schrottimmobilien“, deren Kauf laut Bundesgerichtshof unter bestimmten Umständen für nichtig erklärt werden kann. Die Lektüre des zm-Fachartikels bietet konkrete Tipps.  

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Prchala
Chefin vom Dienst



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