sg
16.04.14 / 00:03
Heft 08/2014 Praxis
Festverzinsliche Wertpapiere

Als Ergänzung zu erwägen

Die aktuellen Zinssätze im Tages- oder Termingeldbereich tendieren gegen null, die Risikoquote des für das Alter angesparten Vermögens kann nicht mehr gesteigert werden – Zeit, sich auch einmal bei den unterschiedlichen Angeboten festverzinslicher Euro-Wertpapiere umzusehen.



Wertpapiere und Staatsanleihen rentieren sich aktuell zwar erst ab einer Laufzeit von sechs Jahren, bieten aber oft einen höheren Zinssatz als andere Anlageformen. Foto: santiago silver – Fotolia.com

Für eine weitgehend sichere Anlage kommen dazu am ehesten Bundeswertpapiere infrage. Wenn in heutiger Zeit im Zusammenhang mit Geldanlagen überhaupt noch von Sicherheit geredet werden kann, gilt dies naturgemäß für diese Titel. Das vergleichsweise hohe Maß an Sicherheit „erkauft“ sich der Zeichner allerdings durch einen durchgängig geringen Zinssatz. Erst bei längeren Laufzeiten von etwa sechs oder sieben Jahren sind in der Regel Renditen möglich, die oberhalb der Zinssätze von derzeit ein, zwei Prozent der erwähnten Tagesrespektive Termingeldkonten liegen. Aber immerhin: Bei einem geschickten Vergleich diverser Angebote bei unterschied- lichen Banken kann sich eine solche Anlage zumindest zur Ergänzung bestehender Vermögensstrukturen „für später“ durchaus eignen.

Ergänzende Unternehmensanleihen

Mehr Renditechancen bieten dagegen Unternehmensanleihen. Hier muss jeder natürlich selbst entscheiden, in welchem Umfang Anleihen mehr oder weniger bekannter deutscher Unternehmen als Anlagealternative infrage kommen. Bei Anleihen von Firmen mit der Bonitätsstufe „A“ sollten Zukäufe in vertretbarem Umfang möglich sein. Je nach Unternehmen sind hier Renditen erzielbar, die den kurzfristigen Anlagebereich ebenfalls übertreffen.

Klar sollte aber auch sein, dass jedes einzelne dieser Wertpapiere während der Laufzeit einer permanenten Überwachung bedarf.

Veränderungen in der individuellen Bonitätsstufe sind nämlich durchaus möglich. In diese Überwachung können aber auch die jeweiligen Hausbanken eingebunden werden, die in der Lage sind, auch auf kurzfristige Qualitätsveränderungen schnell zu reagieren und den Anleger rechtzeitig zu informieren.

Extratipp: Möglicherweise lohnt auch ein Blick auf das Spektrum sogenannter nicht gerateter (siehe Kasten), also nicht beurteilter Unternehmensanleihen. Hier liegt keine ausdrückliche Bonitätsklassifizierung vor.

Dennoch sind die Banken natürlich in der Lage, ihre Einschätzung zu möglichen Risiken mitzuteilen. Diese Einschätzung dürfte zwar „ohne Garantie“ erfolgen, sie bietet aber in aller Regel eine befriedigende Orientierung zur Vorbereitung der Entscheidung „Kauf oder Nichtkauf“. Immerhin wird diese oft erforderliche höhere Risikobereitschaft mit regelmäßig attraktiveren Zins-sätzen belohnt. Aber auch hier gilt: Käufe sind erst in Erwägung zu ziehen, wenn verbindlich geklärt ist, ob die jeweilige Spekulationsbereitschaft ausreichend Raum für ein solches Investment überhaupt bietet.

Pendant zu deutschen Staatsanleihen

Neben inländischen Staatsanleihen eignen sich auch festverzinsliche Wertpapiere anderer Länder für eine genauere Anlageprüfung. Während die bekannten „Sorgenkinder“ des Euroraumes hier eher nicht in die engere Wahl kommen werden, kann ein Blick über die Ländergrenzen hinaus beispielsweise nach Österreich oder nach Belgien durchaus interessant sein.

Natürlich spielen auch hier die Laufzeiten dieser Wertpapiere eine wichtige Rolle, wenn es um einen Vergleich der Zinssätze zwischen Deutschland und dem Ausland geht. Damit die Gesamtverzinsung nicht doch noch reduziert wird, ist auch hier ein konsequentes Kostenmanagement wichtig. Erst der Vergleich der gleichen Anleihen bei unterschiedlichen Banken ermöglicht es, die preisgünstigste Offerte auch tatsächlich zu bekommen.



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