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16.05.10 / 00:13
Heft 10/2010 Politik
5. Europatag der BZÄK in Berlin

Auf dem Weg zum mündigen Patienten

„Gesundheitspolitik in Deutschland und Europa – Auf dem Weg zum mündigen Patienten?“ Unter diesem Motto steht der diesjährige Europatag der BZÄK, der am 2. Juni in Berlin stattfinden wird. Bereits zum fünften Mal sind Experten aus Brüssel eingeladen, um unter dem Vorzeichen Europa über aktuelle gesundheitspolitische Fragen zu diskutieren.




Die Auseinandersetzung über die Kostenexplosion im Gesundheitswesen und steigende Krankenkassenbeiträge erweckt den Eindruck, dass das „Finanzielle“ alleiniger Dreh- und Angelpunkt der Gesundheitspolitik ist. Zu leicht wird übersehen, dass es der Patient ist, der im Mittelpunkt zahnmedizinischer Versorgung stehen muss.

„Während in Deutschland um ein neues Patientenrechtegesetz gerungen wird, schickt sich die Europäische Union ebenfalls an, die Patientinnen und Patienten noch deutlicher in den Fokus der europäischen Gesundheitspolitik zu rücken“, so Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer. „Gemeinsam mit unseren Gästen wollen wir diese spannende Entwicklung aufgreifen und Vergleiche ziehen“, so Engel weiter. Das Ziel Europas ist klar: Allen zweifellos bestehenden Unterschieden der nationalen Gesundheitssysteme zum Trotz soll den Bürgern der Europäischen Union eine qualitativ hochwertige und vergleichbare medizinische Versorgung ermöglicht werden. Europa beschreitet dabei ganz unterschiedliche Wege. So wird seit geraumer Zeit über eine Richtlinie beraten, die im Interesse der Patienten und Patientinnen die Erbringung grenzüberschreitender Gesundheitsleistungen erleichtern soll. Diese Bestrebungen gehen Hand in Hand mit der kontrovers diskutierten Frage, ob beziehungsweise inwiefern im medizinischen Bereich gemeinsame europäische Qualitätsstandards entwickelt werden können. Aus Sicht der Europäischen Kommission wären diese Standards eine wichtige Grundlage für eine patientenorientierte Gesundheitsversorgung. Im Pharmabereich soll eine neue Richtlinie Patienten zudem den Zugang zu Informationen über Arzneimittel erleichtern.

Für den Europatag der BZÄK konnten Vertreter des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und anderer europäischer Verbände gewonnen werden. Sie werden mit Experten und Patientenvertretern aus Deutschland den Fragen nachgehen, welche Parallelen es zwischen den aktuellen europäischen und nationalen Bestrebungen gibt, welche Unterschiede bestehen und was realistischerweise von den Initiativen erwartet werden kann.

Auswirkung auf die Praxis

Für die deutsche Zahnärzteschaft sind die jüngsten Entwicklungen von besonderer Bedeutung, haben sie doch unmittelbare Auswirkung auf den Alltag in den Praxen. Der Europatag soll daher auch beleuchten, welchen Beitrag die Zahnärzteschaft mit ihrer freiberuflich geprägten Organisationsstruktur in Deutschland für eine hochwertige Patientenversorgung leisten kann und vor welche Herausforderungen die Entwicklungen die Praxen stellen.

Dr. Alfred Büttner
Bundeszahnärztekammer
Leiter Büro Brüssel
Avenue de la Renaissance, 1
B – 1000 Brüssel

INFO

Zum Programm

Neben der Begrüßung durch den Präsidenten der BZÄK, Dr. Peter Engel, und einem Impulsreferat von Prof. Dr. Winfried Boecken, Universität Konstanz, gibt es zwei Schwerpunktpanels:

• Der Patient im Mittelpunkt der Gesundheitspolitik? Entwicklungen auf europäischer und deutscher Ebene. Es diskutieren: Dr. Jorgo Chatzimarkakis (FDP), MdEP, ein Mitglied des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Doneus, Präsident des Council of European Dentists, und Gregor Bornes, Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen und -initiativen. Moderation: Udo van Kampen, Leiter ZDF-Studio Brüssel.

• Patientenschutz durch Qualitätssicherung – Was kann Europa leisten? Es diskutieren: Katja Neubauer, EU-Generaldirektion Gesundheit, Prof. Dr. Reiner Biffar, Universität Greifswald, Dr. Matthias Wismar, european Observatory on Health Systems and Policies, und Dr. Michael Frank, BZÄK-Vizepräsident. Moderation: Petra Spielberg, Fachjournalistin für Gesundheits- und Sozialpolitik.

Ein Resümee zieht Prof. Dr. Burkhard Tiemann, Katholische Hochschule für Sozialwesen NRW, Köln. Die Veranstaltung findet in der Hörsaalruine des Medizinhistorischen Museums der Charité statt.



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