zm-online
01.02.06 / 00:06
Heft 03/2006 Zahnmedizin
Ein Potpourri der zahnmedizinischen Jahrestagungen in Berlin

Auf den Punkt gebracht

Anlässlich der großen wissenschaftlichen Mammuttagung ZahnMedizin Ende Oktober 2005 in Berlin tagten alle Fachgesellschaften der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und ihre Assoziierten. Der folgende Beitrag liefert Streulichter der wesentlichen Inhalte der einzelnen Fachgruppen. Aufgrund der Menge sind die Beiträge an dieser Stelle kurz gehalten, unter zm-online.de sind die Vollversionen zu lesen. Alle Gesellschaften waren aufgefordert, sich zu beteiligen. Anm. d. Red.




Interdisziplinärer Arbeitskreis für forensische Odontostomatologie

Anlässlich der diesjährigen Tagung des Arbeitskreises für forensische Odontostomatologie konnten 88 in- und ausländische Teilnehmer begrüßt werden. Neben einem ausführlichen Übersichtsreferat von Prof. Dr. Dr. Lutger Figgener zur Problematik der Aufklärung bei Nervenschädigung nach Leitungsanästhesien stand diese Tagung erwartungsgemäß im Zeichen des Tsunamis vom 26. 12. 2004. So wurde von Dr. Dr. Grundmann ausführlich über die zahnärztliche Identifizierungstätigkeit in Thailand berichtet. Dr. Kirsch zeigte in seinem Vortrag die organisatorischen Abläufe, die zwischen der Auffindung eines Opfers und der Repatriierung standen. Der Einsatz von DNAAnalysen zur Identifizierung der Tsunamiopfer war Gegenstand eines Vortrags. Zum Abschluss der Tagung fand wie immer eine Mitgliederversammlung statt.

Sowohl die angeregte Diskussion über Aufklärungsproblematiken bei Leitungsanästhesien als auch zur Tätigkeit bei der Identifizierung in Thailand zeigte das große Interesse an dieser Veranstaltung.

Im nächsten Jahr wird die Tagung wieder in Mainz stattfinden (14. 10. 2006). Es wird sich um eine Jubiläumsveranstaltung aus Anlass der 30. Jahrestagung des AKFOS handeln. Dr. Dr. C. Grundmann

Arbeitskreis Didaktik und Wissensvermittlung

Die Jahrestagung des Arbeitskreises für Didaktik und Wissensvermittlung in der DGZMK beschäftigte sich mit dem Thema „Neue Methoden in der Aus-, Fort- und Weiterbildung“. Zu Anfang führte Prof. Bernd Kordaß als Leiter des AK in das Thema ein. Er wies darauf hin, dass die Lehre in der Zahnmedizin auf zunehmend größeres Interesse stößt und größeren Stellenwert erhält, insbesondere auch deswegen, weil in den Ausführungen des Wissenschaftsrats zur Evaluation eine Vielzahl von Anregungen zur Erneuerung der Lehre enthalten sind. Deren Umsetzung wird die Aufgabe der nächsten Jahre sein.

Das Hauptreferat bestritt Prof. Harzer aus Dresden zum Thema „Problemorientiertes Lernen – eine kritische Bewertung“. Er erläuterte ausführlich die lern- und wissenstheoretischen Grundlagen zum problemorientierten Lernen (POL). POL ist in vielen Ausbildungsstätten in Mode gekommen, viele Unterrichtseinheiten mit Seminarcharakter werden mittlerweile „gepolt“. Die Universität Dresden, aber auch andere Universitäten, wie Greifswald oder München, haben bereits langjährige Erfahrungen mit POL-Seminaren. Nicht jeder Unterrichtsgegenstand eignet sich, wie Prof. Harzer ausführte, für diese Methode. Wo es primär um das Erlernen von Untersuchungs- und Therapieabläufen geht, ist POL eindeutig unterlegen und nicht sinnvoll. Für die Thematisierung komplexer Patientenfälle und -behandlungen ist POL jedoch besonders gut geeignet. Die Methode muss deswegen sehr differenziert betrachtet werden. Die Einführung sollte gut überlegt sein und bedarf einer kritischen Analyse.

Dr. Kroszewsky aus Leipzig zeigte anschließend eindrucksvoll, wie das Thema Implantologie bereits in den vorklinischen Unterricht integriert werden kann. Dabei konnten die Studenten Erfahrungen mit dem Handling von Applikationen von Suprastrukturen gewinnen, was auf positive Resonanz stieß. Prof. Gente aus Marburg stellte ein Konzept aus dem vorklinischen Curriculum vor, bei dem vorklinische und klinische Inhalte besonders gut vernetzt werden konnten. Anhand von extrahierten Zähnen, die von den Studenten in vielfältiger Weise dokumentiert, ausgewertet und aufgearbeitet wurden, konnten interdisziplinäre Bezüge zu nahezu allen Fachdisziplinen der Zahnheilkunde gewonnen werden. Dr. Axmann aus Tübingen erläuterte anschließend die besondere Bedeutung statistischer Kompetenzen, denen sich die Studenten im Zuge der Anforderungen an Evidenz zunehmend widmen müssen. Dr. Welk aus Greifswald zeigte neueste Trends zur Simulation von zahnärztlich-klinischen Behandlungsabläufen, speziell an Beispielen von Lösungen aus Kliniken der USA.

Prof. Dr. Bernd Kordaß

Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK)

Zum ersten Hauptthema Frühdiagnostik und -therapie in der Kinderzahnheilkunde der zwölften Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK) hörten die Tagungsteilnehmer interessante und praxisrelevante Vorträge über aktuelle Impfempfehlungen (C. Meyer, Berlin), zahnärztliche Frühtherapie im Milchgebiss (S. Dobersch-Paulus, Würzburg), Anforderungen an die bildgebende Diagnostik im Kindesalter (U. Rother, Hamburg) sowie über Frühdiagnostik und -therapie aus kieferorthopädischer Sicht (B. Kahl-Nieke, Hamburg).

M. Bade (Berlin) berichtete ausführlich zum zweiten Hauptthema logopädische Aspekte in der Kinderzahnheilkunde. Kurzvorträge über Gebissentwicklung und Artikulationsstörungen (G. Schuster, Frankfurt) sowie über myofunktionelle Aspekte bei Kindern (A. Diekmann, Rostock) ergänzten diese Thematik. Weitere wissenschaftliche Beiträge behandelten die Ozonapplikation zur Keimreduktion bei Milchzahnkaries (M. Wicht, Köln), neue webbasierte Lernmethoden (Jan Kühnisch, München) sowie biologische und psychosoziale Aspekte oraler Erkrankungen bei Kindern, wie Ernährung, Sozialstatus, Gesundheitswissen und Dentalfluorose.

Ch. Hirsch

Interdisziplinärer Arbeitskreis Zahnärztliche Anästhesie

Leider standen die Veranstaltungen des IAZA innerhalb der Gesamttagung aller wissenschaftlichen Gruppierungen innerhalb der DGZMK nicht unter einem besonders günstigen Stern. Nachdem die beiden Workshops am Freitag und die beiden Vorträge am Sonntag bereits beim Erstellen und Drucken des ersten Programms vergessen worden waren, konnten sie im endgültigen Programm ebenfalls kaum ausgemacht werden. Dies wirkte sich entsprechend negativ auf die Teilnehmerzahlen aus, die erheblich unter der sonst gewohnten Anzahl an Interessenten und den Erwartungen zurückblieben.

Mit dem Workshop Notfallmedizin (Dr. Thomas Schneider, Mainz) wurden Kenntnisse zur Ersten Ärztlichen Hilfe sehr praxisnah und gut umsetzbar vermittelt. Beim Thema Schmerzausschaltung (PD Dr. Dr. Monika Daubländer, Mainz) lieferte die Referentin einen aktuellen Überblick über die differenzierte Lokalanästhesie sowie eine rationelle Analgetikagabe im Rahmen der zahnärztlichen Behandlung. Dieses vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion der „alten NSAIDs, die durch die Einführung und Rücknahme der Coxibe ausgelöst worden ist.

Eingebettet zwischen oralpathologischen und parodontologischen Vorträgen stellte Prof. H. Hagemann, Hannover die präoperative anästhesiologische Diagnostik und Risikoeinschätzung vor Narkosen oder Analgosedierungen für zahnmedizinische oder kieferchirurgische Eingriffe dar.

Erfreulicherweise konnten die Zuhörer durchaus moderate Empfehlungen zu präoperativer Diagnostik und Vorbereitung (wie Nüchternheit) mitnehmen. Prof. Gerhard Wahl, Bonn, stellte von zahnärztlicher Seite bezüglich der Risikoeinschätzung die Lokalanästhesie als regelhafte Form der Schmerzausschaltung in der Zahnheilkunde in den Vordergrund seiner Betrachtungen.

Der IAZA weist auf die nächste Jahrestagung am 21. Januar 2006 in Mainz hin.

Arbeitskreis Geschichte der Zahnheilkunde der DGZMK

Beim diesjährigen Herbsttreffen des Arbeitskreises Geschichte der Zahnheilkunde der DGZMK stand wieder ein Workshop auf dem Programm, in dem historische Vorträge über „Quacksalber, Zahnbrecher, Scharlatan – Der Zahnarzt, ein Berufsstand im Wandel der Zeit“, „Der Chirurg James Israel von Max Liebermann porträtiert“ sowie „Der Zahnwurm in Schul- und Volksmedizin und Aberglaube“ zu hören waren.

Ein Highlight dieser Veranstaltung waren die Vitrinen des Arbeitskreises. Sie zeigten historische Extraktionsinstrumente, wie Pelikane in den verschiedensten Variationen, Klauen, Zahnschlüssel, Überwürfe und Stoßeisen sowie Gemälde, die das zahnärztliche Procedere in zahlreichen Situationen darstellte. Alle Exponate wurden von Zahnarzt und Arbeitskreismitglied Dr. Wolfgang Busch zur Verfügung gestellt.

Die Vitrinen sollen nun fester Bestandteil der jeweiligen Jahrestagungen werden. Eine weitere Ankündigung: In Erfurt wird es eine Ausstellung über die Entwicklung der Hygieneartikel in der Zahnmedizin geben.

Dr. Wibke Knöner

Arbeitskreis für angewandte Informatik (AKI) und Arbeitsgemeinschaft Arbeitswissenschaft und Zahnheilkunde (AGAZ)

AKI) und die Arbeitsgemeinschaft Arbeitswissenschaft und Zahnheilkunde (AGAZ) bestritten ein gemeinsam ausgerichtetes Programm zum „Stand der digitalen und ergonomischen Zahnarztpraxis und -technik“. Das Konzept sah vor, jeweils einen Vertreter der Praxis und einen der Klinik/Universität jeweils zum Thema Digitalisierung und zum Thema Ergonomie zu Wort kommen zu lassen.

Nach einer kurzen Einführung durch die Vorsitzenden der beiden Gruppierungen (Prof. Kordaß für den AKI und Prof. Freesmeyer für die AGAZ) gab Dr. Klaus Wiedhahn, Buchholz, in seinem Vortrag „Digitale Praxis – State of the art“ einen aktuellen Überblick über die digitalen Möglichkeiten, die dem Zahnarzt zur Verfügung stehen. Den Part der Hochschule zum Thema „Digitalisierung“ übernahm Prof. Ina-Veronika Wagner. Sie zeigte in ihrem Vortrag „Konzepte zur zahnärztlichen Ausbildung“ am Beispiel der Studentenausbildung an der Katholischen Universität von Viseo in Portugal die kognitiv-ergonomisch und physiologisch-ergonomisch sinnvolle Integration von Informationstechnologien in die zahnärztliche Behandlung auf. Das Thema Ergonomie eröffnete Dr. Richard Hilger und erläuterte die elementaren Grundregeln, aber auch neuere Ergebnisse zur Ergonomie am Patientenstuhl unter besonderer Berücksichtung der optimalen Assistenz. Prof. Dr. Joachim Betz antwortete mit dem Thema: „Ergonomie in der zahnärztlichen Ausbildung“. Er erläuterte, dass sich viele Hochschulen dem Thema im Prinzip widmen, dass es aber immer noch von dem persönlichen Engagement Einzelner abhängt, ob dem Thema wirklich ausreichend Gewicht gegeben wird.

Die Hauptvorträge wurden durch acht Kurzvorträge ergänzt, die sich unter anderem mit dem Bereich dentale Informatik beschäftigten. Speziell mit Fragestellungen der CAD/CAM-Technik über 3D-Rekonstruktionen in der MKG-Chirurgie und zu Systemen zur Mundschleimhautdiagnostik.

Prof. Dr. Bernd Kordaß (Vorsitzender des AKI) Dr. Andreas Söhnel (Schriftführer des AKI)

Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKfO)

Zum Hauptthema „Therapie des Frontzahnverlusts“ wurden von kieferorthopädischer Seite vier Kurz- und zwei Hauptvorträge gehalten. Das heutige kieferorthopädische Therapiespektrum vom Lückenschluss bis zum Implantateinsatz wurde von Prof. Irmtraut Jonas aufgezeigt. Sie betonte, dass nur die richtige Indikationsstellung stabile und ästhetisch befriedigende Langzeitergebnisse garantiert.

Prof. Gernot Göz ging in seinem Vortrag auf die Frage der kieferorthopädischen Zahnbewegung nach Zahntrauma ein. Er stellte fest, dass die Wurzelresorptionsneigung nach kieferorthopädischer Zahnbewegung in Abhängigkeit von der Schwere des Traumas zunimmt. Auch die Extrusion von Zahnwurzeln nach tiefer Wurzelfraktur ist nicht problemlos, weil häufig plastische Korrekturen notwendig sind, so Prof. Göz.

Traumatisch ankylosierte Frontzähne in Infraokklusion sind nur durch Distraktionsosteogenese vertikal einstellbar, wie L. Huck et al. referierten.

Ergänzt wurden die Hauptreferate durch nicht weniger interessante Kurzreferate, wobei besonders der Vortrag über die kieferorthopädische Lückenöffnung vor Implantatinsertion neue und interessante Perspektiven eröffnete.

Der folgende Tag war den skelettalen Dysgnathien vorbehalten mit den Hauptthemen Asymmetrien des Gesichtes und der skelettal offene Biss. Hochinteressant und völlig neu war die Gegenüberstellung kieferorthopädischer und kieferchirurgischer Referenten zum selben Thema. Dabei kristallisierten sich mehr Gemeinsamkeiten als Gegensätze im Therapieansatz heraus. Entsprechend anregend und aufschlussreich waren die Diskussionen.

An den letzten beiden Tagen des Kongresses wurden weitere 33 Vorträge gehalten, die ein großes Spektrum von den kieferorthopädischen Verankerungsschrauben (Abbildung 1 bis 3) bis zur Grundlagenforschung umfassten. Somit konnte jeder Kliniker wichtige Anregungen und Erkenntnisse mit nach Hause nehmen. Die 76 begleitenden Poster waren hervorragend gelungen und sehr sorgfältig ausgearbeitet.

E. A. Holtgrave

Arbeitsgemeinschaft für Keramik in der Zahnheilkunde e.V.

Die kürzeste oder schnellste Verbindung zwischen Standort und Ziel ermittelt heute die Navigation – im Auto zum Beispiel. Wie ist es in der Zahnheilkunde? Wäre nicht auch dort eine Navigation angebracht, die durch den Dschungel der vielen Möglichkeiten und der therapeutischen Abläufe navigiert und damit Diagnose und Therapieziel durch einen sicheren Pfad verbindet? Prof. Michael Heners, Akademie für zahnärztliche Fortbildung, Karlsruhe, stellte das heuristische Modell als Entscheidungshilfe in der Praxis vor. Die Therapieplanung fördert mit dem Abwägen von Befunden und Behandlungswegen ein vorausschauendes Durchdenken von Verhaltensweisen und Handlungsalternativen; sie führt aber auch zur bestmöglichen Auswahl und zur rationellen Verwirklichung. Damit kann vielfach die Eintrittswahrscheinlichkeit des erhofften Therapieerfolgs prognostiziert werden.

Dr. Klaus Wiedhahn, Buchholz, navigierte ein chairsidearbeitendes CAD/CAM-System zur Fertigung von vollkeramischen Restaurationen (Cerec). Als Meilenstein in der Computertechnik bewährte sich die okklusaladaptive, gerüstfreie Vollkrone, ausgeschliffen aus Feldspat- oder Leuzitkeramik. Die Software übernimmt das Kauflächenreplikat vom Antagonisten, vom Quetschbiss oder wählt eine Krone aus der Zahndatenbank aus. Die Höcker werden einzeln bewegt, um weitere mögliche Kontaktpunkte zu erzeugen und einzustellen (siehe Abbildung). Diese biomimetische Anpassung ist erheblich schneller als das Aufwachsen einer Kaufläche.

Prof. Jean-François Roulet, Charité Berlin und Leiter F&E in Schaan, navigierte „Perfektion auf sicherem Weg“ in das „Game of Bottles“ der Adhäsivtechnik. Die klassischen Dreischritt-Flaschensysteme mit selektiver Ätztechnik und Totalätztechnik können die One-Bottles immer noch dominieren. Sie bieten nach wie vor die besseren Haftmechanismen. Zur finalen Befestigung empfehlen sich besonders dualhärtende Komposite; die lichtinitiierte Aushärtung wird durch die zusätzliche Autopolymerisation unterstützt und führt zu einer dauerhaften Vernetzung des Monomers.

Dr. Harry Fritz, Lübeck, arbeitet seit zehn Jahren laborgestützt mit pressgesinterem Aluminiumoxid (Procera) für Kronen. Als Präparation hat sich eine leichte Hohlkehle am Kronenrand bewährt. Das taktile Scannen sichert einen Zementspalt von 50 Mikrometern (μm). Seitenzahnkronen erzielten eine Erfolgsquote von 97,8 Prozent nach fünf Jahren und 92,5 Prozent nach zehn Jahren. Damit liegt die Überlebensrate auf dem „Goldstandard“ und entspricht jener von metallgestützten Kronen.

ZTM Ernst A. Hegenbarth, Bruchköbel, bot in seinem Beitrag „Ziel der Ästhetik mit Konzepten zur kreativen Gestaltung“ Konzepte, um im Zusammenwirken von Vollkeramikgerüsten und Verblendungen eine perfekte Natürlichkeit auf Kronen und Brücken zu erzielen. Schlüssel hierfür sind die bewusst gestalteten Asymmetrien und Imperfektionen, die kaum sichtbar sind. Die Einfärbung des ZrO2-Gerüsts unterstützt die Dentinfarbe. Mit Originalmustern der Dentingrund- und Schmelzmassen kann eine treffsichere Farbnahme erzielt werden.

Prof. Peter Pospiech, Universität des Saarlandes, fasste mit „Das Ziel ist erreicht“ die Entwicklung der Vollkeramik zusammen. 700 000 Restaurationen wurden 2004 mit CAD/CAM hergestellt. Mehrgliedrige Brücken mit ZrO2-Gerüsten blieben über fünf bis sechs Jahre frakturfrei. Für Verblendabplatzer wurden WAK-Unterschiede zwischen Gerüst und Verblendung lokalisiert. Verbinderquerschnitte in der Folge 9-16-9 mm2 haben sich bewährt.

Manfred Kern

ZahnMedizin interdisziplinär – auch für StudentenTagungsrummel aus Studentenaugen

Berlin-Ostbahnhof, Freitag, den 28. 10. 2005, 18:30 Uhr. Wir – zwei Zahnmedizinstudentinnen aus Dresden – sind endlich angekommen. Bei traumhafter Abendstimmung genießen wir erst einmal das Berliner Kneipengetummel rund um die Hackeschen Höfe, bevor es dann am nächsten Morgen richtig losgeht. Mit dem Rad quer durch die Innenstadt, an Antiquitätenmärkten vorbei, durchs Brandenburger Tor, die Sonne genießen, die Hauptstadt aufwachen sehen. Nach einer Stunde sind wir am Ziel. Wir betreten die großen Hallen des ICC. Es ist erstaunlich ruhig, doch ein Blick in die Garderoben lässt unsere Gedanken, fast die einzigen hier zu sein, schnell verfliegen. Bevor wir uns im ersten Stock des Gebäudes unter die Zahnärztemenge mischen, nehmen wir noch unseren Studentenbegrüßungsbeutel in Empfang. Es war an alles gedacht: Neben Prospekten und Kugelschreibern gab es ein Sandwich mit Getränk und einen Apfel. Bis zu den extra für Studenten organisierten Vorträgen blieb viel Zeit für einen Rundgang durch die Industrieausstellung. Auf diese Weise erhielten wir Spezialvorträge zu den Themen Xerostomie, Osteosyntheseplatten, Mundwasser und Ähnlichem.

Fast hätten wir vor lauter Ständen unsere Hauptvorträge verpasst. Nach einigem Suchen fanden wir den großen Saal, in dem noch weitere 40 Studenten versammelt waren. Nach der Eröffnungsrede wurden einige Graduiertenprogramme vorgestellt, zum Beispiel der Universitäten Berlin-Boston, Nijmwegen und Göteborg. Die Aufnahme in ein solches Programm verspricht bei Eigeninitiative und Arbeitsbereitschaft einen attraktiven Abschluss.

Am Nachmittag folgte ein sehr interessanter ethnomedizinischer Vortrag über rituelle Deformitäten im Kiefer- und Gesichtsbereich. Auch die Gerichtsmedizin war vertreten, zudem gab es einen Ausblick in die Möglichkeiten des „Computer-aided Learning“ im Zahnmedizinstudium. Von der Therapieplanung bis zur simulierten Kavitätenpräparation ist mit dieser Methode alles möglich. Untersuchungen zufolge soll damit der Weg von den Schleifversuchen bis hin zur perfekten Präparation stark verkürzt werden. Nach diesem voll gepackten Tag erwartete uns noch die von der DGZMK organisierte Studentenparty, auf der wir uns mit Kommilitonen aus ganz Deutschland austauschen konnten.

Unser Fazit: Ein abwechslungsreiches Wochenende mit vielen neuen Erfahrungen und Zahnbekanntschaften.

Frauka Maria Lode
Anne Schneider



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