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16.04.14 / 00:01
Heft 08/2014 Titel
ukunft der Zahnkliniken

Bedrohte Standorte

Lehre, Forschung und Krankenversorgung der Hochschulzahnmedizin sind wichtige Bestandteile für die vergleichsweise hohe Lebensqualität der Menschen in Deutschland. Doch ein Blick in die Länder zeigt, wie divers die Bedingungen von Standort zu Standort sind. An einzelnen Versorgungsstützpunkten beschneiden höhere Gewalt oder politischer Sparzwang die Arbeit der Fakultäten.




Zahnkliniken in Deutschland müssen sich des Öfteren gegen den politischen Rotstift erwehren. Erst im Jahr 2002 war die Düsseldorfer Uni-Zahnklinik existenziell bedroht. Die Schließung konnte damals aber verhindert werden.

Ein ähnliches Szenario spielte sich in zeitlicher Nähe am Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Berliner Charité ab. Der damalige Geschäftsführende Direktor der Abteilung Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre an der Berliner Charité, Prof. Dr. Wolfgang B. Freesmeyer (verstorben 2010) verwies im Rahmen der Diskussion seinerzeit auf negative Beispiele aus Schweden (Malmö) und den Niederlanden (Groningen). Die beiden Kliniken wurden Freesmeyer zufolge aus kurzfristigen Gründen geschlossen und mussten dann mit ganz erheblich höheren Kosten wiedereröffnet werden. Doch auch der Standort Berlin hat indes „überlebt“. Momentan sollen in der Aßmannshauser Straße zwei (noch) vakante Lehrstühle besetzt werden. Eine Schließung der „Hauptstadtzahnklinik“ stehe derzeit auch nicht zur Diskussion, heißt es.

Die Gefährdete

Anders sieht es im Saarland aus. Dort berät die Landesregierung unter der Leitung von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die zugleich Wissenschaftsministerin des Saarlandes ist, über Eckpunkte für die Hochschulentwicklung. Hintergrund ist die finanziell schwierige Lage des Bundeslandes. Daraus ergibt sich ein Handlungsdruck zur Haushaltskonsolidierung, der auch vor den Hochschulen nicht halt macht.

Das Saarland hat den Wissenschaftsrat (Kasten S. 38) konkret gebeten, eine Gesamtbetrachtung des saarländischen Hochschulsystems vorzunehmen und in einem Strukturgutachten zur Weiterentwicklung des saarländischen Hochschul- und Wissenschaftssystems bis zum Jahr 2020 Stellung zu nehmen. Der darin beschriebene Passus für die Zahnmedizin verheißt nichts Gutes. So moniert der Wissenschaftsrat sowohl die Zahl der Studienanfänger (26 im Jahr 2012) wie auch die Zahl der Absolventen (15 im Jahr 2012) in der Zahnmedizin. Diese würden die vom Wissenschaftsrat definierten Mindestgrößen von 40 Studienanfängern pro Jahr unterschreiten. Das Gutachten empfiehlt „den Zahnmedizinstudiengang auf eine Studierendenzahl von mindestens 40 zu erweitern“ [Wissenschaftsrat, 2014]. Da ein Ausbau der Zahnmedizin auch mit einer Erhöhung der Personalausstattung verbunden wäre, diese allerdings unter den finanziellen Rahmenbedingungen nur schwer realisierbar sein dürfte, werde angeregt zu prüfen, ob über eine Kooperation, etwa mit Rheinland-Pfalz oder Luxemburg, mehr Studienanfänger generiert werden könnten. Kritisiert wird auch eine relativ hohe Schwundquote (zwölf im Jahr 2012, Kasten rechts). „Falls die Zahnmedizin nicht auf diese Mindestgröße ausgebaut werden kann, wird empfohlen, auch über die Aufgabe des zahnmedizinischen Standorts nachzudenken“, lautet das düstere Zwischenfazit des Gutachtens, das nun auch auf dem Schreibtisch von Kramp-Karrenbauer liegt.

Der Geschäftsführende Direktor der Zahnkliniken in Homburg und Vizepräsident der Universität des Saarlandes, Prof. Matthias Hannig sieht in der vergleichsweise kleinen Studentenzahl indes keinen direkten Nachteil: „Die Analyse des Wissenschaftsrates mit der Zahl 40 bildet die Ist-Situation hier in Homburg nicht wirklich ab“, erklärt Hannig. Denn wenngleich sich jährlich „nur“ 26 neue Studenten in der Zahnmedizin neu immatrikulieren würden, sei der Forschungserfolg der Zahnkliniken nachweislich hoch. Hier ist insbesondere die Beteiligung der Zahnmedizin an dem 2013 neu eingerich-teten Sonderforschungsbereich SFB 1027 herauszustellen. Dies sei auch von allen Seiten im Saarland herausgearbeitet worden. Der vom Wissenschaftsrat angemahnte Studentenschwund sei zudem rückläufig. Aktuell wurden 23 Kandiaten aus dem Physikum in die Klinik gebracht. Wer einmal das Physikum erfolgreich absolviert hat, wechselt in der Regel auch nicht mehr das Fach beziehungsweise die Hochschule, so Hannig. Es gebe eine Vision von einer „Saar-Lux Dental School“. Dahinter stehe die Idee eines Kooperationsmodells mit Luxemburg, wo es (noch) keine Zahnklinik gibt. Aber dieser Ansatz sei noch nicht im Detail durchdacht.

Die Abteilung Zahnärzte in der Ärztekammer des Saarlandes hat klar Stellung gegen die Schließung bezogen. „Die Ausbildung muss bleiben!“, heißt es in einer Presse- mitteilung. Es sei bereits heute schwierig, aus Altersgründen frei werdende Praxen im Saarland neu zu besetzen. Wenn im Land nicht mehr ausgebildet wird, werde sich die Problematik massiv verstärken. Nach dem absehbaren Ärztemangel drohe damit langfristig auch ein Zahnärztemangel. Zudem seien die Mehrzahl der Studierenden im Fach Zahnheilkunde Frauen. Sie bevorzugten flexible Arbeitszeitmodelle. Somit müssten mehr Studierende ausgebildet werden, nicht weniger. Die Patienten müssten bei einer Schließung der Fachrichtung in Homburg zu Untersuchungen und Behandlungen den langen Weg nach Mainz zur Universitätsklinik auf sich nehmen. Das gelte auch für Begutachtungen. Ein weiteres Argument: Mehrfach Schwerverletzte weisen häufig auch erhebliche Verletzungen im Kopfbereich auf. Deren Versorgung und Rehabilitation erfordere die Mitwirkung aller zahnmedizinischen Disziplinen.

Auch die Politik vor Ort hält gegen die Empfehlung des Wissenschaftsrates und setzt sich für den zahnmedizinischen Hochschulstandort ein. Erst vor wenigen Wochen hat der Kreistag des Saarpfalz-Kreises eine Resolution verabschiedet. Die Abgeordneten fordern ein klares Bekenntnis der Landesregierung zur Zukunftssicherung des Universitäts- und Medizinstandortes in der Kreisstadt Homburg.

Die Bedeutung der Zahnmedizin ergebe sich allein schon aus der Integration aller Zahnmedizin-Fächer in die Medizin. Die Zahnmedizin habe zudem in den vergangenen zehn Jahren anerkannte Fortschritte in Klinik und Forschung nachzuweisen. Der Wissenschaftsrat habe im Landtag ohne vorherige fachspezifische Analyse die Schließung der Zahnmedizin gefordert – nach dem Motto „Die Medizin muss ihren Sparbeitrag für das Land liefern“. Diese Bewertung lasse die Qualität der Zahnmedizin außer Acht. Eine Entscheidung zu den Empfehlungen ist noch nicht gefallen. „Dies wird wohl erst zum Sommer hin geschehen und gilt auch für die Zahnmedizin“, antwortete Marlene Mühe-Martin von der Kommunikationsabteilung der saarländischen Staatskanzlei auf Anfrage der zm.

Die Gerettete

Dass es mitunter nur im Schulterschluss gelingt eine Zahnklinik zukunftsfest zu machen, zeigt das Beispiel Halle. 43 Studenten beginnen jedes Wintersemester das Studium an der einzigen Zahnklinik Sachsen-Anhalts. Ein Wert, der entsprechend über der Mindestgröße liegt. Das Gebäude der Zahnklinik ist allerdings nach einem Wasserschaden im Jahr 2012 stark beschädigt. Ein Drittel der Nutzfläche ist seither nicht mehr für Lehre und Forschung nutzbar (zm berichtete). „Wir mussten Teile der Ausbildung in Container und andere Gebäude verlagern. Die ursprüngliche Zusage an anderer Stelle in einem anderen Gebäude die Zahnklinik neu zu errichten, wurde erst mal gestoppt“, schildert Prof. Hans-Günter Schaller, Direktor des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie in Halle. Hintergrund war auch hier die Begehung der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums durch den Wissenschaftsrat im April 2013. Hier wurde Schaller zufolge zunächst vorgeschlagen in Halle die vorklinische Ausbildung nach Magdeburg beziehungsweise Leipzig zu verlagern. Im letzten Fall hätte es in Sachsen-Anhalt keine zahnmedizinische Vorklinik mehr gegeben. Es wurde dann seitens der Landesregierung beschlossen, so lange keine Baumaßnahmen im Hochschulbereich anzugehen bis ein Gesamtkonzept für die Weiterentwicklung der Hochschullandschaft in Sachsen-Anhalt vorliegt. Schaller erklärt: „Dies hätte eine Neuerrichtung der Zahnklinik auf Jahre hinaus blockiert.“ Doch das Blatt hat sich bereits gewendet und zwischenzeitlich wurde der Verbleib der Vollausbildung der Medizin in Halle zugesagt. Im Dezember 2013 wurde das Geld für die Neuerrichtung der Zahnklinik durch den Finanzausschuss freigegeben und im Januar 2014 die Haushaltsunterlage „Bau“ genehmigt. Dafür stellt das Land Sachsen-Anhalt nun sieben Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 2,72 Millionen Euro kommen von der Medizinischen Fakultät. Im Juni 2014 könnte Schaller zufolge endlich mit den lang ersehnten Baumaßnahmen begonnen werden. Im Jahr 2017 soll die neue Zahnklinik fertiggestellt und auch barrierefrei erschlossen sein.

Die Entwicklungen am Standort Halle sind aus Sicht des Direktors der Zahnklinik dem engen Zusammenwirken bestimmter Akteure geschuldet. Ganz entscheidend für den mittelfristigen Erfolg der Zahnklinik sind Schaller zufolge ein starker Zusammenhalt der Medizinischen Fakultät und die uneingeschränkte Unterstützung auch für den Studiengang Zahnmedizin. Wichtig seien auch Forschungskooperationen mit der Medizin und der Universität. Rückblickend hält er auch die Proteste über alle Gruppen hinweg (Studenten, Mitarbeiter und Professoren der Gesamtuniversität und der Bevölkerung) für wirksam. So wurde auf die schwierige Situation der Universität aufmerksam gemacht. Es ging dabei um verschiedene Einsparungsziele des Landes – nicht nur um die Zahnklinik, betont er.

„Für die Zahnklinik hatten wir ein privates Bürgerengagement gegründet. Die Aktion heißt „ZahnumZahn“ (zahnumzahn.de). Hier konnten wir neben der medizinischen Fakultät, die Ärztekammer, die Zahnärztekammer, mittelständische Unternehmen, Ärzte, Zahnärzte, Patienten und zahlreiche Landespolitiker als Unterstützer gewinnen“, so Schaller weiter. Die Landespolitik sollte erkennen, dass durch Spenden und andere Hilfen viele Bürger des Landes für eine leistungsstarke zahnmedizinische Ausbildung eintreten. Gleichzeitig wollte man der Landespolitik zeigen, wie gut die Ausbildung und wie wichtig die Ausbildung für die Sicherstellung der zahnmedizinischen Versorgung in Sachsen-Anhalt ist. So wurden etwa die Altersabgänge beleuchtet. Die Mühen waren erfolgreich. Schließlich gelang es, dass die Landespolitiker über alle Fraktionen hinweg einen Antrag im Landtag einbrachten, die Erneuerung der Zahnklinik sofort anzugehen und die finanziellen Mittel zu bewilligen. Unterstützung durch die Landespolitik und eine entsprechende Überzeugungsarbeit gegenüber Landtagsabgeordneten seien neben dem Rückhalt durch Universität, Medizinische Fakultät, ärztlicher und zahnärztlicher Standespolitik sowie der Bürger schließlich ein wesentlicher Faktor, um den Erhalt der Zahnkliniken zu ermöglichen. Letztlich ist die Landespolitik ja das Zünglein an der Waage. Schaller: „Dabei ist es wichtig, die Vorteile, die Güte der Ausbildung und die Forschungsarbeit dieser Gruppe genau zu erläutern.“

Die Eingebetteten

In anderen Regionen der Republik geht es nicht um den Erhalt einer einzelnen Klinik, sondern um die Einbettung von zwei Zahnkliniken in den Prozess der „strukturierten Kooperation zwischen zwei universitäts- medizinischen Standorten“. Das klingt komplex und ist es in der Praxis wohl auch. Gehen müssen diesen Weg die Zahnkliniken Gießen und Marburg nach einer Fusion und Privatisierung der Universitätsklinika durch die Rhön-Klinikum AG. Kritische Stimmen aus den Kliniken sagen, dieser Prozess sei heikel und vergleichbar mit dem Versuch, zwei Supertanker miteinander zu verschmelzen. Das Land hätte jahrelang verlangt, dass sich die Standorte komplementär aufstellen. Jetzt aber werde Kooperation gefordert. Das berge eine Vielzahl an Problemen. Ein Beispiel: Zum einen sollen Ressourcen gespart werden, zum anderen verliert einen Dozent, der an beiden Hochschulen lehrt und für eine Vorlesung von Gießen nach Marburg fährt oder umgekehrt, einen ganzen Arbeitstag. Das verbrauche wiederum unnötig Ressourcen. Grundsätzlich fehle auch eine Anschubinvestition. Inwieweit die Einbettung im Alltag doch funktioniert, berichtet Prof. Dr. Bernd Wöstmann, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Standort Gießen gegenüber den zm. „Der Ausbau einer strukturierten Kooperation zwischen den beiden Zahnkliniken in Gießen und Marburg ist eine Herausforderung an alle Beteiligten. Wir haben uns an beiden Standorten dieser Herausforderung gestellt und können auch schon verschiedene Erfolge aufweisen.“ So finde etwa ein regelmäßiger Lehraustausch in allen Fächern zwischen den Standorten statt. Einmal führen die beiden Standorte zudem einen Dies academicus durch, bei dem sich auch die Studierenden aus Marburg und Gießen in gemeinsamen Lehrveranstaltungen kennenlernen und auch die jeweils andere Klinik erleben können. Erfolgreich konnten demnach bereits auch mehrere gemeinsame Publikationen verfasst und Forschungsprojekte angeschoben werden. „Studierendenaustausch und standortübergreifende Kurse haben wir schon einmal diskutiert, hier sind aber noch weitere Vorarbeiten erforderlich. Wie immer, dauert vieles in der Realität dann doch länger, als man das gerne hätte, aber wir sind da auf einem guten Weg“, ergänzt der Direktor der Gießener Poliklinik. In den nächsten Jahren sollen auf der Grundlage der zwischen den Präsidien und Medizin-Dekanaten der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Philipps-Universität Marburg (UMR) vereinbarten Gesamtstrategie zur Weiterentwicklung der Zahnmedizin in Mittelhessen konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen (Auswahl):

• Auf- und Ausbau der Angebote in der zahnmedizinischen Weiterbildung sowie in der post-gradualen Ausbildung: So startet zum Sommersemester 2014 der berufs- begleitende Weiterbildungsstudiengang „Kinderzahnheilkunde“ mit dem Abschluss „Master of Science (M.Sc.)” an den Universitäten Gießen und Marburg.

• Steigerung der Forschungsarbeiten und Drittmitteleinwerbungen für Forschungsprojekte durch engere standortübergreifende Kooperationen und bessere Vernetzungen mit anderen humanmedizinischen und lebenswissenschaftlichen Fächern

• Gemeinschaftliche Gesamtführung der Zahnmedizin in Gießen und Marburg durch die beiden geschäftsführenden Direktoren

Außerdem wird der Prozess der Zusammenarbeit beider Standorte von den Dekanaten und Hochschulleitungen jährlich bewertet. Zum Schluss bewertet erneut der Wissenschaftsrat voraussichtlich 2015/2016 den Erfolg der Einbettung der Zahnmedizin in die strukturierte Kooperation zwischen Gießen und Marburg. Das geschieht voraussichtlich 2015/2016.

Wissenschaftsförderung und Wissenstransfer gehört zu den Kernkompetenzen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). Der Dachverband erklärte zu den aktuellen Geschehnissen: „Die DGZMK hat sich aktiv an der Vermitt lung der Sachargumente beteiligt, die gegen Standortschließungen sprechen. Zum jetzigen Zeitpunkt der politischen Abwägung der Sachlage ist es nach Meinung des geschäftsführenden Vorstands der DGZMK nicht zielführend, öffentlich Konsequenzen und Folgen von schwebenden Entscheidungsprozessen zu kommentieren.“

Fest steht: 64 Prozent der Befragten im Saarland rechnen bereits mit Krankenhausschließungen. Das ergab jedenfalls der repräsentative MLP-Gesundheitsreport für den zwischen Januar und Februar 2014 rund 2 100 Bundesbürger und mehr als 500 Ärzte befragt wurden. Die Umfrage wird seit 2006 im Auftrag vom Beratungshaus MLP einmal jährlich vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt (Grafik links oben).

Nach aktueller Gesetzeslage erhalten die Länder bis einschließlich des Jahres 2019 einen Betrag von jährlich 695,3 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt mit investiver Zweckbindung. Diese Mittel können auch für den Ausbau und Neubau von Universitätsklinika eingesetzt werden. Auf der Grundlage des Entflechtungsgesetzes geht die Investitionsfinanzierung der Universitätsklinika langfristig allerdings vollständig auf die Länder über.

Bis zum Sommer bleibt abzuwarten, ob die Lebensqualität der Menschen im Saarland durch eine vollumfängliche medizinische Versorgung erhalten bleibt oder aber beschnitten wird. Noch ist Zeit, um Zeichen für die Stärken der Zahnklinik in Homburg zu setzen.

• Literatur:

„Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems des Saarlandes“, Wissenschaftsrat 2014

Info

Schwundquote

Die Schwundquote umfasst neben den Studienabbrechern auch die Studierenden, die in einen anderen Bereich überwechseln. Sie berücksichtigt also all jene Studierenden eines bestimmten Jahrgangs, die keinen Abschluss in dem Bereich erworben haben, in dem sie sich anfangs immatrikulierten. Sie legt damit offen, wie erfolgreich es dem jeweils betrachteten Bereich gelungen ist, die Studienanfänger, die sich ursprünglich eingeschrieben haben, auch zum Examen zu führen. Der Schwundwert misst demnach den Grad der Fluktuation unter den Erstimmatrikulierten. Um die Schwundquote sinnvoll interpretieren zu können, bedarf es immer der Angabe eines Bezugspunktes. Dies kann eine bestimmte Fächergruppe oder ein bestimmter Studienbereich sein oder alle Studiengänge einer bestimmten Abschlussart an einer Hochschule.

Info

Wissenschaftsrat

Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und der strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung. Er gibt Empfehlungen und Stellungnahmen ab, die die Grundlage für politische Entscheidungen sind. Er ist zudem ein Instrument des kooperativen Föderalismus zur Förderung der Wissenschaft in Deutschland. In ihm wirken Wissenschaftler sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens gleichberechtigt mit den Vertretern von Bund und Ländern zusammen. Träger des Wissenschaftsrates sind die Regierungen des Bundes und der sechzehn Länder.



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