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16.04.17 / 00:03
Heft 08/2017 Zahnmedizin
IDS-Messebericht

Behandeln - mit Erfahrung und Technologie

Gute Zahnmediziner greifen nicht erst ein, wenn restauriert werden muss. Sie legen Wert auf Prävention und Frühdiagnostik. Die Internationale Dental-Schau präsentierte vom 21. bis zum 25. März in Köln in allen Bereichen die neuesten Konzepte – und jede Menge vernetzte Produkte.




Karies:

Stellen Sie sich vor, Sie schauen durch ein Mikroskop in eine tiefe Kavität. Gefiltertes Licht zeigt Ihnen in hoher Auflösung und farblich markiert die kariöse Zahnsubstanz. Polarisiertes Licht sorgt vor der Füllungstherapie für die korrekte Farbbestimmung. Die integrierte Kamera fotografiert auf Knopfdruck und überträgt die Bilder drahtlos an die Praxissoftware: Ein neues Dentalmikroskop verbindet erstmals verschiedene Diagnostik-Modi mit optischer Vergrößerung (Zeiss, ab 28.000 Euro) (Abbildungen 1 und 2).

Noch einmal Kariesdiagnostik: Befunde aus einem lichtbasierten, also röntgenfreien, System lassen sich ab sofort in die Röntgensoftware übertragen (DiagnoCam, KaVo). Der optimale Abstand zur Zahnsubstanz wird angezeigt, außerdem gibt es ein neues Zahnschema für Milchzähne. Präparationen können mit dem ersten drehzahlkontrollierten Luftantrieb erfolgen (WH).

Die Schrumpfung schrumpft weiter

Komposite:

Weiter entwickelte Monomere für ein Komposit-Füllungsmaterial erlauben laut Anbieter einen Volumenschrumpf von unter 1 Prozent (Shofu). Die Füller basieren auf einer Glasionomer-artigen Reaktion (S-PRG), die schon im Rahmen der Produktion abläuft. Eine kariespräventive Wirkung der enthaltenen Strontium- und Fluoridionen ist nicht nachgewiesen. Selbiges gilt auch für ein mineralisches „Glass-Carbomer mit Fluorapatit“ (GCP Dental), das laut Anbieter dentinähnliche Eigenschaften besitzt und ähnlich wie Trikalziumphoshat-basierte Materialien (zum Beispiel von Septodont) als Aufbaumaterial für tiefe Kavitäten positioniert wird.

Endodontie:

Für endodontische Behandlungen wurde ein System mit gedruckten Schablonen auf der Basis von DVT-Aufnahmen vorgestellt (Sicat, Produkt noch nicht erhältlich) (Abbildung 3). Interessant könnten die Schablonen vor allem für chirurgische Behandlungen sein, zum Beispiel für geführte Wurzelspitzenresektionen mit minimiertem Knochenfenster. Orthograd soll sich der Substanzabtrag für die Zugangspräparation reduzieren lassen. Laut Anbieterinformation erlaubt „die Fusionierung von Röntgendaten die gleichzeitige Navigation in 2-D und in 3-D“.

Röntgen:

Neueste DVT-Geräte punkten mit einer verbesserten Auflösung (Morita) – und sollen Patientenbewegungen kompensieren können (3Shape, Planmeca). Die Auflösung liegt aber immer noch um den Faktor 8 bis 10 unter derjenigen von digitalen Zahnfilmen [Schulze R.: Der Freie Zahnarzt, Themenheft „wissen kompakt“, 2014]. Hilfreich im Sinne der Strahlenhygiene ist sicher ein neuer Kindermodus (Morita).

Eine sorgfältige Indikationsstellung ist unverändert von höchster Bedeutung. So bewirkt eine hoch aufgelöste Aufnahme mit 5 cm x 5 cm Untersuchungsfeld – bei einem als strahlungsarm beworbenen Gerät – eine Effektivdosis von rund 60 µSv, ein 11 cm x 10 cm großes Feld mit geringer Auflösung dagegen nur rund 15 µSv (Information: Dentsply Sirona) (vgl. auch das Interview mit Dr. Bösemeyer auf S. 42). Panoramaschicht-Aufnahmen (2-D) bewirken eine Dosis von etwa 10 µSv [Schulze R.: Der Freie Zahnarzt, Themenheft „wissen kompakt“, 2014].]. In Köln erstmals vorgestellte 2-D- und 3-D-Kombigeräte (zum Beispiel Dürr, KaVo) dürften im Praxisalltag indikationsgerechte Entscheidungen erleichtern.



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