Guido Elsäßer
21.05.15 / 15:20
Heft 11/2015 Zahnmedizin

Behindertenzahnheilkunde: Krankheiten erkennen und behandeln

Wie diagnostiziert und therapiert der Zahnarzt Krankheiten bei Menschen, die ihre Schmerzen selbst nicht gut beschreiben können? Erfahren Sie die speziellen Fragestellungen bei Patienten mit Down-Syndrom, Epilepsie und Cerebralparese.




Eine gute Diagnosestellung ist wohl die größte Herausforderung in der Behindertenzahnheilkunde. Zum einen ist die Kommunikation zwischen Zahnarzt und Patient oft nur eingeschränkt möglich und Abwehr- reaktionen erschweren häufig die Untersuchung. Zum anderen haben Menschen mit geistiger Behinderung nur eingeschränkt die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und -wahrnehmung. Sie können daher Beschwerden oft nicht deuten oder nachvollziehbar beschreiben.

In die Diagnosefindung müssen die betreuenden Personen eingebunden werden. Es ist immer wieder erstaunlich, was für eine gute Beobachtungsgabe erfahrene Heilerziehungspfleger, anderes professionell betreuendes Personal und Angehörige haben. Im Rahmen der Fremdanamnese können folgende Beobachtungen Hinweise auf Schmerzen im Mund geben:

  • verändertes Essverhalten

  • bevorzugte Speisen oder Getränke werden ohne ersichtlichen Grund abgelehnt

  • harte Nahrung (zum Beispiel Brotrinde) wird gemieden

  • (nur noch) einseitiges Kauen

  • Ausweichen an der gleichen Stelle beim Zähneputzen

  • Abwehrhaltung beim Rasieren

  • Zahnfleischbluten

  • Zahnlockerungen

  • abgebrochener Zahn

  • starker Mundgeruch

  • übermäßiger Speichelfluss, Speichellaufen

  • plötzliche Verhaltensänderungen (zum Beispiel Unruhe, Aggressivität), ohne dass ein anderer Grund dafür erkennbar ist

  • Der Patient fasst sich häufig an den Kopf und macht das sonst nicht

  • Schwellungen (intra-/extraoral)

  • Fieber

  • gegebenenfalls scharfe Kanten an der Prothese


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