sf
01.11.15 / 00:05
Heft 21/2015 Gesellschaft
Beruf und Freizeit

"Bei der Niederlassung an Herz und Hirn appellieren!"

Auf dem Deutschen Zahnärztetag 2015 geht es in zwei Veranstaltungen um das Zusammenspiel von Karriereplanung und Privatleben. Ein Hintergrundgespräch mit Sabine Steding. Sie leitet den BZÄK-Ausschuss "Beruf, Familie, Praxismanagement", der die Veranstaltungen organisiert.




zm: Frau Steding, das Thema Generation Y wurde im Berufsstand breit diskutiert - was haben Sie für den Praxisalltag gelernt?

Uns betrifft das Thema unmittelbar, sowohl mit unseren angestellten Zahnärzten als auch mit den zahnmedizinischen Fachangestellten. Wir haben gemerkt, dass Wertschätzung der Mitarbeiter wichtig ist, dass sich die Arbeit an den Bedürfnissen der jungen Leute orientieren muss. Unterm Strich müssen wir den Nachwuchs für den Beruf begeistern. Dann kann man auch eine Generation Y aus der Reserve locken. Die Shell-Studie hat kürzlich gezeigt, dass die Generation Y nicht so unpolitisch ist. Dies sollten wir nutzen.

In den Medien taucht häufiger der Begriff Work-Live-Blending auf. Welche Relevanz hat das Phänomen für die Arbeit des Ausschusses?

Work-Live-Blending bedeutet ja, die Arbeit geht in die Freizeit über. Das betrifft viele Menschen auch negativ. Nämlich dort, wo der Chef erwartet, dass man auch in der Freizeit immer erreichbar ist. Jeder muss für sich eine Grenze ziehen, um nicht in die Burn-Out-Problematik zu kommen. Positiv betrachtet übt man den Beruf so aus, als wäre er Teil der Freizeit. Durch die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten, erhält man flexiblere Arbeitszeiten. Das birgt Freiheiten. So kann man im Beruf auch mal Privates organisieren. Ein anderes Beispiel: Wenn ich im Wochenende bin, ein Patient eine E-Mail schreibt, die bei mir auf dem Handy ankommt, muss ich entscheiden, wie dringend das im Einzelfall ist und kann oft helfen. Wir wollen mit unserer Ausschussarbeit junge Zahnärzte stärken und entwickeln deshalb mit Dentista und mit dem BdZA Konzepte, etwa mit Dentista die Broschüre: „Verträge mit Herz und Hirn“. Zielgruppe sind unter anderem die Praxisgründer.



Mehr zum Thema


Anzeige
Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können