zm-online
01.05.04 / 00:14
Heft 09/2004 Gesellschaft
Zahnärztliche Hilfsprojekte

Bericht aus Indien

Im März richtete das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (HDZ) in Goa, Indien, eine Zufluchtsstätte für notleidende Frauen und Kinder ein. Hier erhalten die Familien die notwendige Hilfe, um später finanziell auf eigenen Füßen zu stehen. Eine beeindruckende Arbeit, die auch von höherer Stelle großes Lob bekommt: Erst vor wenigen Tagen erhielt das HDZ zum wiederholten Mal das Spendensiegel des Vertrauens, verliehen durch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin.




Zu Ehren der Götter steht in nahezu allen Dörfern ein Hindutempel. Frauen im Sari halten nach Fischen und Gewürzen Ausschau. Palmen säumen die unendlich langen Sandstrände.

Diese Eindrücke überwältigen jeden Tourist, der einen Abstecher nach Goa macht, der ehemaligen portugiesischen Kolonie an der Westküste Indiens. Doch die bunte Kulisse beschreibt nur einen kleinen Ausschnitt Indiens – Armut und Krankheit bestimmen das Leben großer Teile der Bevölkerung.

Genau vor drei Jahren reiste der HDZ Vorsitzende Dr. Klaus Winter zusammen mit Dr. Madhucar Talaulicar, dem ehemaligen Oberarzt der Diabetesklinik Bad Lauterberg, in dessen alte Heimat, um dort den vom HDZ finanzierten Erweiterungstrakt eines Altenheims einzuweihen.

Dieses Jahr, Anfang März, übergab das HDZ-Team ganz in der Nähe – auch auf Talaulicars Initiative hin – eine Zufluchtsstätte für Not leidende Frauen an die Society For Youth Development (ISYD). Die ISYD, künftige Trägerin der Einrichtung, kümmert sich seit über 20 Jahren um Frauen und Kinder armer Familien in Goa. Sie steht den Betroffenen in zehn Dörfern rings um den Ort Ponda zur Seite.

In der neu errichteten „Lazarus-House Helga Winter-Unit“ werden rund 150 Frauen mit und ohne Kinder betreut, die entweder direkt vor Ort wohnen oder eigens herkommen. Denn hier erhalten sie medizinische Hilfe, hier bekommen sie Essen und können eine Grundausbildung, zum Beispiel in Kochen und Backen, Schneidern, Häkeln und Stricken absolvieren.

Auch Fliesen bemalen, Kunstblumen herstellen und der Umgang mit dem Computer gehören zum Ausbildungsangebot. Ziel des Projektes: Die Qualifizierung soll Frauen unterstützen, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen. Sobald sie wieder ihr eigenes Geld verdienen, zahlen sie in kleinen Raten die in sie eingesetzten Ausgaben wieder zurück.

Dr. Klaus Winter
Am Paradies 87
37431 Bad Lauterberg

INFO

Das erhält HDZ seine Gelder überwiegend aus der Zahn- und Altgoldsammlung. Dies sind Spenden von Patienten vieler bundesdeutscher Zahnarztpraxen, die den Vorsitzenden Dr. Klaus Winter und seine Frau bei ihrer karitativen Arbeit tatkräftig unterstützen. Die Auszeichnung mit dem Spendensiegel ist ein Dank, den das HDZ den Spendern gern weitergeben möchte. Infos und Unterlagen für Altgoldspenden gibt es direkt beim HDZ,

Postfach 2132, 37011 Göttingen,
Tel.: 0551– 600233 oder Fax: -600313.
Internet: www.hilfswerk-z.de
Spendenkonto: Deutsche Apotheker- und Ärztebank Hannover,
BLZ: 250 906 08, Konto: 000 4444 000

INFO

„Hilfe zur Selbsthilfe“ – so lautet das Entwicklungshilfeziel des HDZ. Seit 1992 hat die Stiftung allein in Indien ungefähr 1,7 Millionen Euro in Hilfsmaßnahmen investiert – ohne jegliche staatliche Unterstützung. Darunter befinden sich vor allem Projekte für Leprakranke, wie der Bau von Häusern, Hospitälern, Dispensarien und Grundschulen. Seit fünf Jahren unterstützt das HDZ das Bombay Leprosy Project, ein Lepra-Prophylaxe-Programm. Denn noch immer leiden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit etwa vier Millionen Menschen an Lepra. Die Dunkelziffer liegt allerdings dreimal höher: Längst nicht alle Kranken aus den Slums der Riesenmetropolen werden erfasst. Viele Freiwillige helfen, die Erkrankten in Sachen Hygiene zu schulen und sie medizinisch zu betreuen – durch die Früherkennung können viele Betroffene therapiert und geheilt werden.



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