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16.12.15 / 00:01
Heft 24/2015 Medizin
Hepatitis B und Hepatitis C in Deutschland

Berufsbedingtes Infektionsrisiko für den Zahnarzt

Nach Einschätzung der Experten werden die chronische Hepatitis B und die chronische Hepatitis C und deren Folgeerkrankungen Zirrhose und Leberkarzinom in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Betroffen sind in erster Linie bestimmte Risikogruppen. Dazu gehören auch Flüchtlinge und Migranten. Bei der Therapie indes hat es in den vergangenen Jahren große Fortschritte gegeben.




Im Unterschied zu einer Hepatitis A, die oral übertragen wird und nie chronisch verläuft, werden die Hepatitis B und die Hepatitis C parenteral übertragen, also über Blut oder Sexualkontakt, oder auch perinatal, und können in eine chronische Verlaufsform übergehen. Eine solche chronische Hepatitis kann zu einer Leberzirrhose und zu einem Leberzellkarzinom führen. Die chronische Hepatitis B und die chronische Hepatitis C stellen somit für den Zahnarzt ein berufsbedingtes Infektionsrisiko dar.

Hepatitis C: Unspezifische Symptomatik

Das Hepatitis-C-Virus ist ein RNA-Virus, das parenteral übertragen wird. Risikogruppen sind Personen mit i.v. Drogenabusus und Personen beziehungsweise Hämophilie- Patienten, die vor 1990 mit Blutprodukten

beziehungsweise Gerinnungspräparaten behandelt wurden. Die sexuelle Übertragung ist allerdings selten. Auch bei der Geburt kann das Virus von der Mutter auf das Kind übertragen werden. In rund 30 Prozent der Fälle lässt sich der Infektionsweg aber nicht nachvollziehen.

Die akute Hepatitis C verläuft oft unbemerkt, das heißt, sie geht mit einer unspezifischen Symptomatik wie bei einem grippalen Infekt einher. In etwa 70 Prozent der Fälle geht die Erkrankung in eine chronische Hepatitis über. Der Nachweis der chronischen Hepatitis C erfolgt durch den Nachweis der Anti-HCV-Antikörper und – wenn diese positiv sind – mittels Bestimmung der HCV-RNA. Um die Erkrankung nicht zu übersehen, sollte bei allen Patienten mit erhöhten Leberwerten und bei Patienten, die zu einer Risikogruppe gehören, nach der Erkrankung gefahndet werden. Eine Impfung steht bisher nicht zur Verfügung.



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