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16.11.15 / 00:04
Heft 22/2015 Praxis
So sicher wie möglich

Bezahlen im Netz

Per Kreditkarte, auf Rechnung, mit Paypal oder Sofortüberweisung - im Netz kann man auf verschiedene Arten bezahlen. Doch nicht alle Verfahren bieten den gleichen Komfort und denselben Sicherheitsstandard. Wer online shoppen geht, sollte sich gut informieren, um gegen Betrug gewappnet zu sein.



Wer in den Sofamodus geschaltet hat, sollte beim Shoppen im Netz nicht leichtfertig seine Daten preisgeben. In puncto Sicherheit schon vieles richtig macht, wer seine Passwörter gut versteckt, diese auch mal wechselt und sein Konto beobachtet. JiSign-Fotolia

Gestresste Zahnärzte und berufstätige Mütter genauso wie heranwachsende Teenager wissen es zu schätzen, wenn sie gemütlich mit dem Laptop vom Sofa aus auf Shopping-Tour gehen können. Man wählt in Ruhe aus und bekommt die Dinge ins Haus geliefert. Überfüllte Innenstädte und genervte Verkäufer bleiben einem erspart. Der Online-Einkauf wächst seit Jahren ungebremst. Allein für 2015 prognostiziert das Statistik-Portal Statista einen E-Commerce-Umsatz in Deutschland von 42 Milliarden Euro.

Bezahlt wird auf verschiedene Arten: auf Rechnung, mit Kreditkarte, per Lastschrift oder mithilfe eines Bezahldienstes. Alle bieten Vor- und Nachteile. Vor dem Komfort sollte beim Bezahlen jedoch unbedingt an die Sicherheit gedacht werden. Um diese zu erhöhen, will die EU die Zahlungsdienstrichtlinie überarbeiten. Dazu der zuständige Kommissar Jonathan Hill: „Sie wird dafür sorgen, dass elektronische Zahlungen in Europa für die europäischen Verbraucher sicherer und bequemer werden.“

Erreichen will er das zum Beispiel mit einer Verschärfung der Sicherheitsanforderungen an den Vorgang der elektronischen Zahlungen. Außerdem soll die Haftung der Verbraucher für nicht autorisierte Zahlungen verringert und Lastschriften in Euro sollen bedingungslos erstattet werden. Wegfallen sollen auch alle Aufschläge, die zum Beispiel beim Zahlen mit Kreditkarte anfallen – und zwar unabhängig davon, ob die Karte im Geschäft oder online zum Einsatz kommt.

Doch zurzeit fließt das Geld im Netz noch nach den alten Regeln. Und kriminelle User nutzen die Schwachstellen, um sich zu bereichern. Die größte Gefahr lauert beim sogenannten Phishing: Um an Kontodaten und Passwörter zu gelangen, verschicken Netz-Betrüger gefälschte E-Mails, in denen sie sich als Bank oder Bezahldienst ausgeben. Unter einem Vorwand wird der Kunde aufgefordert, seine Daten auf einer Seite einzutragen, die der des jeweiligen Unternehmens sehr ähnlich sieht. Wer genau hinschaut, erkennt die Fälschung aber meist sofort.

Rechtschreibfehler oder unpersönliche Anreden sind untrügliche Indizien. Diese Mails sollte man unbedingt sofort löschen. Im Zweifel empfiehlt es sich, die Bank oder den Dienst anzurufen. Bei Diensten, die das Hinterlegen von Daten verlangen, ist das Risiko eines Datendiebstahls immer gegeben. Bei Paypal und eBay konnten Hacker Millionen Adressen und Namen stehlen, um dann Phishing-Mails zu verschicken.



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