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16.12.15 / 00:02
Heft 24/2015 Gesellschaft
Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte

Das Leid ist auch vor der Tür

Dr. Klaus Winter, Vorsteher der Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ), blickt auf ein Jahr zurück, in dem die Deutschen das Leid der anderen plötzlich direkt vor ihrer eigenen Haustür erlebt haben und nicht mehr nur via Fernsehen oder Zeitung.




Lange Zeit hat Europa nichts anderes getan, als sich mit humanitärer Hilfe, die immer nur die Symptome linderte, ohne je die Wurzel des Übels anzupacken, ein gutes Gewissen zu erkaufen. Jede Hilfe, die nicht in erster Linie an gute Regierungsführung und ethisches unternehmerisches Handeln geknüpft war, konnte nur ein Trostpflaster sein. Unsere Stiftung verfolgt eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der Menschen

in Lepra- und Notgebieten, besonders im Gesundheits- und im Bildungsbereich. Die Kooperation und die Vernetzung auf nationaler wie internationaler Ebene sind uns wichtig. Partnerschaft beruht auf Gleichberechtigung, und Gleichberechtigung auf Selbstbewusstsein. Nur wenn auch die Länder, die unsere Hilfe benötigen, selbstbewusst ihre eigenen Stärken erkennen, werden sie an sich selbst glauben können. Und wer an sich selbst glaubt, kann darauf setzen, ein Partner zu sein.

Im vergangenen Jahr standen dem HDZ dafür 900.000 Euro zur Verfügung. Davon sind bis September rund 550.000 Euro direkt in Projekte geflossen. Besondere Hilfe galt dabei Nepal nach dem schweren Erdbeben. Die folgenden Beispiele sollen zeigen, dass es sich lohnt, mit dem HDZ und seinen Partnern Hilfen auf den Weg zu bringen.

Vietnam

In Vietnam boomt seit vielen Jahren der Tourismus. Ausgebildete Fachkräfte im Gastronomiebereich sind allerdings Mangelware. Es gibt keine einzige Fachschule. Das brachte Francis van Hoi, der lange in München als Koch gearbeitet hatte, auf eine Idee: Könnte man nicht das Know-how aus Deutschland in sein Heimatland importieren? Seit einem Jahr leitet der gebürtige Vietnamese eine Gastronomiefachschule in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon.

Hier können bis zu 150 Jugendliche ohne Schulbildung eine Ausbildung machen – und haben damit eine große Chance, Arbeit zu finden. „Schon jetzt stehen Unternehmen bei uns Schlange, weil sie gerne unsere Schüler einstellen wollen“, sagt der gelernte Gastronom. Das HDZ stellte zusammen mit Misereor die Mittel dafür zur Verfügung.



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