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01.04.14 / 00:01
Heft 07/2014 Gesellschaft
Schädelreliquiare im Mittelalter

Der Kult mit den Köpfen

Köpfe und Schädel spielten im Reliquienkult des Mittelalters eine große Rolle. Die sterblichen Überreste von Heiligen und Märtyrern wurden in sogenannten Kopfreliquiaren in Kirchen aufbewahrt. Sie galten gläubigen Menschen als Unterpfand aus dem Jenseits. Die Relikte vermittelten im fürsprechenden Gebet zwischen Himmel und Erde. Und der Glaube an die Heiligen half bei der Heilung von Krankheit und Not.




In der Wallfahrtskirche Notre-Dame im lothringischen Avioth (Departement Meuse) wird eine bemerkenswerte Skulptur der heiligen Ursula aufbewahrt. Die Legende berichtet von Ursula und elftausend Jungfrauen, die in Köln zusammen den Märtyrertod erlitten. Der Ikonografie folgend, versammeln sich die Jungfrauen bei der Steinskulptur Schutz suchend unter Ursulas weitem Mantel. Bei näherer Betrachtung der Ursulafigur fällt auf, dass sich im Kopfbereich der Heiligen eine Naht über den Oberlidern rings um das Haupt zieht. Die Erklärung ist ebenso einfach wie verblüffend: Der obere Teil der steinernen Schädelkalotte ist abnehmbar und wurde in früheren Zeiten Heilung suchenden Pilgern auf den Kopf gesetzt. Die heilige Ursula wurde in Avioth insbesondere bei Kopfschmerzen und Wahnvorstellungen aufgesucht [Wolf, 2004; Trüb, 1978].

Wenn ein bloßer Stein bereits eine spirituelle Wirkung auslösen konnte, um wie viel höher musste erst die Wirkungsmächtigkeit echter Überreste von Heiligen sein? Sie galten dem gläubigen Menschen in früherer Zeit als Unterpfand für die irdische Gegenwart der im Jenseits existierenden Heiligen, die vermittels ihrer Relikte zu direkten Ansprechpartnern und Fürsprechern zwischen Himmel und Erde wurden. Selbst wer heute in Distanz zu Religion und Glauben lebt und der Reliquienverehrung kritisch gegenübersteht, wird sich der Faszination, die von Reliquien und deren Kult ausgeht, nicht entziehen können.

Ahnenverehrung und heilige Gestalten

Jeder Kulturkreis betrachtet den Kopf des Menschen als den Hauptsitz von Kraft und Stärke. Er ist nach platonischer und – über den Kirchenlehrer Augustinus – aus dem Mittelalter überlieferter Auffassung der Sitz der Seele [Wittekind, 2005]. Für den Kult mit Schädeln und Köpfen finden sich allenthalben ethnologische Parallelen, so bei vielen zentralafrikanischen Stämmen, in Indonesien und in besonders großer Zahl auf Papua-Neuguinea [Kat. Paris, 1999]. Hinsichtlich des Schädelkultes in diesen Kulturkreisen gibt es durchaus Parallelen zur christlichen Reliquienverehrung, im Sinne der Memoratio an eine besonders heldenhafte Person. So findet man in Papua, dem früheren holländisch Neu-Guinea eine Religion, bei der Kopfreliquiare – die sogenannten Korware – in der Ahnenverehrung eine sehr bedeutende Rolle spielen [van Os, 2001]. Auch im Christentum wurden die sterblichen Überreste, insbesondere die präparierten Schädel von Märtyrern und heiligen Gestalten dem Gläubigen mit dem Zweck der Imitatio eines gottes- fürchtigen Lebens vor Augen geführt. Recht frühe Beispiele vom Ende des 15. Jahrhunderts findet man in der Domschatzkammer von Osnabrück.

Hinter den Schädelkulten in Ozeanien steckten aber auch noch andere, zum Teil martialischere Beweggründe. Sie dienten einerseits dem bereits erwähnten Ahnenkult, indem durch die Verehrung von Schädeln verdienter Männer und Krieger deren Wiederbelebung angestrebt wurde, andererseits wurden aber auch die Schädel von im Kampf getöteten Feinden als Trophäen vor den Behausungen der Sieger gezeigt. Manche Gelehrte sind der Meinung, dass der Reliquienkult im europäischen Raum einen auch dort praktizierten heidnischen Ahnenkult ablöste und ihn in christlich sanktionierter und geläuterter Form fortführte. Die christlichen Heiligen sollen so nach und nach die Rolle der Helden und Ahnen übernommen haben [van Os, 2001].

Neben Armreliquiaren, die bei Segnungs- und Krankenheilungen eingesetzt wurden, wobei durch den Arm des Heiligen die göttliche Kraft wirke, findet man im christlichen Reliquienkult besonders viele Kopfreliqiuare. Hieraus kann man folgern, dass durch Augen, Mund und Ohren die Aufmerksamkeit auf den Blick des Heiligen, seine belehrende Rede und sein Anhören des Gläubigen gelenkt werden soll, während bei den halbfigurigen Reliquiaren die Gestik im Vordergrund der Wirkungsmächtigkeit steht [Wittekind, 2005)].

Spektakuläre Darstellungen

Die Art und Weise, wie die Reliquien präsentiert werden, ist sehr vielgestaltig. Der entblößte Schädel kann ohne große Verzierung fast blank und nackt zur Schau gestellt werden, wie es bei der Schädelreliquie des heiligen Jacobus im Domschatz zu Halberstadt der Fall ist. Ihrer ursprünglichen Verzierung beraubt, ist diese heute nur von Silberbändern geschmückt [Labusiak, 2010]. Besonders die Goldschmiedekunst entwickelte zum Teil spektakuläre Visualisierungspraktiken, die von der ganzfigurigen Gestalt über prunkvolle Schulterbüsten bis hin zu den reinen Kopfreliquiaren reichen.

In der Schatzkammer der Kirche Sainte-Foy im französischen Conques wird zum Beispiel die Sitzfigur der heiligen Fides aus dem 9. Jahrhundert gezeigt [Wolf, 2004]. Die dreidimensionale, goldglänzende und in starrer Frontalität thronende Gestalt, die übrigens die älteste erhaltene christliche Großplastik überhaupt repräsentiert, birgt in ihrem Inneren – für den Betrachter gänzlich unsichtbar – das Haupt der Heiligen. Unnahbarkeit, Entrückung und völlige Distanz zum Betrachter kennzeichnen das goldene Kultbild. Immerhin ist in der Körpermitte eine kleine Öffnung angebracht, durch die man einen Blick auf einen kleinen Teil der Reliquien werfen kann. Zur Verwahrung von Schädelreliquien wurden solche Bildwerke in ganzer Figur im Laufe der Zeit durch die typischen Büsten- oder Kopfreliquiare ersetzt, die dem Beschauer genaue Rückschlüsse auf den in ihnen verschlossenen Inhalt gewähren.

Idealisierung nach antikem Beispiel

Im späten 10. Jahrhundert begann man, Köpfe als Reliquienbehälter zu verwenden, wobei man, auf antike Beispiele zurückgreifend, die Gesichtszüge stark idealisiert darstellte. Ein sehr schönes Beispiel bildet das Kopfreliquiar des heiligen Paulus vom Ende des 11. Jahrhunderts, das ehrwürdigste Werk im Domschatz von Münster [Pieper, 1981; Kat. Köln, 1985]. Trotz deformierender Verwerfungen, die durch die Schrumpfungen des nur einen halben Millimeter dünnen Goldblechs über einem Holzkern verursacht worden sind, ist das Antlitz des Apostels ganz in der traditionellen Typik des antiken Philosophenhauptes unmittelbar magisch beeindruckend. Es erinnert in seinem goldglänzenden Gepräge noch stark an Figuren wie die der heiligen Fides. Wir haben es hier mit dem wohl ältesten Beispiel eines Büstenreliquiars der abendländischen Kunst überhaupt zu tun.

Individualisierung von Gesichtern

Die Kopf- und Büstenreliquiare entwickelten sich in ihrer formalen Ausgestaltung im Laufe der Zeit in Richtung individualisierter Gesichtszüge, wobei das beeindruckende Kopfreliquiar des heiligen Eustachius aus dem Basler Münsterschatz (heute im British Museum) aus dem späten 12. Jahrhundert als Beispiel eines Übergangsstils vom idealisierten hin zum individuellen Antlitz gelten kann [Kat. Basel, 2001]. Sehr eindrucksvoll ist dem Künstler die Darstellung des geriefelten Haares gelungen, wobei die Augen-, Nasen- und Mundpartie allerdings noch einem eher schematisierten Muster folgt. Der Holzkern unter dem vergoldeten Silberblech enthält die Teile des Schädels des römischen Militärheiligen.

Unter der Vielzahl anthropomorpher Reliquienbüsten, die sich in den Kirchenschätzen erhalten haben, sei noch diejenige von Johannes dem Täufer herausgegriffen, die um 1340 wohl in Aachen entstand und heute in der Pfarrkirche St. Johann Baptist in Aachen-Burscheid verwahrt wird. Sie wird von vielen Kennern als eine der ausdrucksstärksten überhaupt erachtet und steht mit ihrer prachtvollen Darstellung der Haar- und Barttracht ganz in der Tradition der etwas früher entstandenen Reliquienbüste Kaiser Karls des Großen im Aachener Domschatz [Legner, 1995; van Os, 2001]. Im Bereich des Oberkörpers ist eine Öffnung angebracht, die es erlaubt, einen direkten Blick auf Überreste, nämlich den Arm des Apostels, zu werfen. Man erkennt an diesem Beispiel, dass in einem Büstenreliquiar durchaus unterschiedliche Körperteile Aufnahme finden konnten.

Symbolkraft der Goldschmiedekunst

Angemerkt sei an dieser Stelle, dass nicht alle „sprechenden“ Arm-, Fuß- und Kopfreliquiare zwangsläufig immer Überreste der verehrten Heiligen enthalten. Manchmal beinhalten sie überhaupt keine Reliquien, sondern symbolisieren nur stellvertretend den Heiligen [van Os, 2001]. Allein die reine Symbol- und Ausstrahlungskraft, die vom Glanz der Goldschmiedearbeiten ausging, gab dem gläubigen Menschen bereits Kraft und Stärke, umso mehr natürlich, wenn in ihrem Inneren tatsächlich Überreste von verehrten Heiligen und Märtyrern aufbewahrt wurden.

Märtyrertod durch heidnische Hunnen

Es ist verständlich, dass besonders von Kopfreliquiaren eine faszinierende Wirkung ausging. Die Nachfrage nach den heiligen Häuptern konnte kaum gestillt werden. Abhilfe schaffte allerdings im Jahr 1106 die zufällige Entdeckung eines riesigen Gräberfeldes bei Köln [van Os, 2001]. Zu Tausenden fand man die knöchernen Überreste von Leibern mit schrecklichen Verletzungsspuren durch Schwerter. Dieses profane antike Schlachtfeld wurde sofort als „ager sanctus“, als der Ort des Marty-riums der heiligen Ursula und ihrer elftausend Jungfrauen interpretiert, womit wir wieder an den Ausgangspunkt unserer Betrachtungen zurückgekommen sind. Der Legende zufolge, wie sie Jacobus de Voragine in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in der „Legenda Aurea“ beschrieb, erlitt die englische Königstochter Ursula auf ihrer Fahrt nach Rom zusammen mit den sie begleitenden Jungfrauen den Märtyrertod durch heidnische Hunnen in Köln [Benz, 1993; Rhein, 1995]. Übrigens zeigt das Kölner Stadtwappen neben den Kronen der Heiligen Drei Könige im unteren Feld des Wappenschildes elf schwarze Flammen in Erinnerung an die elftausend Jungfrauen, die in Köln ihren Tod fanden.

Ein großer Boom von Ursulabüsten

In der Folgezeit entwickelte sich, von Köln ausgehend, ein ungeheurer „Boom“ von Ursulabüsten, die vom späten 13. bis zum Ende des 14. Jahrhunderts als Kölner Spezialität in unzähligen Werkstätten entstanden und in ganz Europa weite Verbreitung fanden [Legner, 1995]. Die einschlägige Forschung hat mehrere Hundert von ihnen in Kirchenschätzen und Museen nachgewiesen. Die Orte ihrer Aufbewahrung waren Nischen, Wandschreine, große geschnitzte Flügelaltäre, aber auch spezielle Kapellen, wie zum Beispiel die sogenannte „Goldene Kammer“ in der Kirche St. Ursula in Köln, ein geradezu makabrer Aufbewahrungsort von Knochen und 100(!) Ursulabüsten in barocker Überfülle.

Die steigende Nachfrage nach den Kölner Köpfen führte dazu, dass sie im Lauf der Zeit nicht mehr aus teurem Edelmetall angefertigt wurden, sondern aus preiswerterem Holz geschnitzt wurden. Die Büsten weisen in aller Regel in Höhe der Brust eine Öffnung auf, durch die man einen Blick auf die Reliquien werfen konnte. Ansonsten war es bei besonderen Anlässen möglich, die mittels Scharnieren befestigte Schädelkalotte zu öffnen, um auf diese Weise die Schädelreliquie betrachten zu können.

Typisch für die frühen Exemplare sind die schlichte, meist gelockte Frisur, das jugendliche, gerundete Antlitz, der schmale Mund und die mandelförmigen Augen. Mit der ockerfarbigen Bemalung versuchte man auf preiswerte Art, die goldenen Büsten der früheren Zeit zu imitieren.

Der Weg zur heiligen Ursula ins entlegene Avioth mag für manchen zu beschwerlich sein. Wer aber einmal, und sei es auch nur während der regelmäßig stattfindenden Internationalen Dentalschau, nach Köln kommt, sollte nicht versäumen, die Kirche St. Ursula oder das Schnütgenmuseum aufzusuchen, um sich selbst der Faszination der trotz des sinistren Inhalts heiter und selig lächelnden Jungfrauen hinzugeben, deren gefälliger und liebenswerter Gesichts- ausdruck auch die Herzen der heutigen Menschen noch zu berühren vermag.

Dr. med. dent. Dr. phil. Wolfgang Schug, M.A.
Cecilienstr. 4
66111 Saarbrücken
Schug.Saarbruecken@online.de

Info

Aufbewahrung und Präsentation der Reliquien

In jeden Altar einer katholischen Kirche werden bis heute bei der Altarkonsekration Reliquien eingelassen und zwar – für den Gläubigen gänzlich unsichtbar – im Altarsepulcrum. Sie sind im Altarinneren als kleine Reliquienpäckchen, -bündel oder -beutel als statische Depositorien inkorporiert. Der Wunsch, die heiligen Überreste dem Auge näherzubringen, führte zur Aufbewahrung der Reliquien in kleinen und unscheinbaren Kästchen [van Os, 2001; Reudenbach, 2005], dann in immer prunkvolleren und beweglichen Reliquienschreinen.

Die Gläubigen wussten nun zwar, dass sich im Inneren dieser Objekte Reliquien verbargen, zu Gesicht bekamen sie sie jedoch nicht. Das wachsende Schaubedürfnis verlangte in zunehmendem Maße nach Visualisierungsstrategien, um die Heiltümer unmittelbar sichtbar zu machen, so wie es in der Ostkirche längst Brauch war. Dem wachsenden Schaubedürfnis folgend entwickelte man daher unterschiedliche Formen von Reliquienbehältern, die sogenannten Reliquienostensorien, -monstranzen oder -depositorien, bei denen die Reliquien zumeist unmittelbar sichtbar sind. Im Barockzeitalter hat man die theatralische Zurschaustellung der heiligen Leiber dahingehend auf die Spitze getrieben, dass ganze Skelette auf fast schon makabre Art, in kostbare Gewänder gehüllt, im Altarzusammenhang im Kirchenraum inszeniert wurden. In vielen Kirchen des süddeutschen und des alpinen Raumes findet man die verglasten Schreine von Katakombenheiligen.

Eine mittelbare Visualisierung der Reliquien liegt vor, wenn sie zwar als solche nicht direkt sichtbar sind, der Betrachter aber aus der Form des Reliquiars auf dessen Inhalt schließen kann. Das Äußere weist also auf den fest verschlossenen, für den Gläubigen unsichtbaren Inhalt hin. Man spricht in diesen Fällen von „sprechenden Reliquiaren“ in Form von anthropomorph gestalteten Hand-, Finger-, Fuß-, Arm- oder Kopf- und Schädelreliquiaren.

Info

Reliquienverehrung

Das Wort „Reliquien“ bezeichnet alle Überreste von biblischen Gestalten, Heiligen und Märtyrern. Man unterscheidet zwischen Primär- und Sekundärreliquien, wobei erstere jegliche körperlichen Überreste der heiligen Leiber bezeichnen. Neben den Gebeinen wurden aber auch die Gegenstände des täglichen Gebrauchs der Heiligen, etwa Gewänder, Kämme, Bücher oder Steine und Erde ihrer Wirkungs- und Grabstätten, die man als Sekundärreliquien bezeichnet, verehrt [Reudenbach, 2005]. Durchaus üblich war auch, dass die Gläubigen eigene Gegenstände, zum Beispiel Kleidungsstücke, in direkte Berührung mit den Reliquien brachten, um so beim Tragen dieser dadurch zu Tertiär- oder Berührungsreliquien gewordenen Objekte Kraft und Stärke zu schöpfen.

Bei den mittelalterlichen „Heiltumsschauen“ wurden die Reliquien von einer eigens errichteten Bühne, dem sogenannten Heiltumsstuhl, oder von überdachten Galerien der Gotteshäuser dem Publikum zwecks Anschauung und frommer Verehrung präsentiert. Aufgelistet wurde der jeweilige Reliquienbestand in „Heiltumsbüchern“ [Legner, 1995]. Die Wallfahrt zu den Reliquien war für die Pilger oft mit einem Sündenablass verbunden. Daher verwundert es nicht, dass die Städte aus der öffentlichen Reliquienpräsentation enormen wirtschaftlichen Nutzen zogen. Der Besitz von Reliquien war somit von großer ökonomischer Bedeutung und führte neben der Durchführung von Messen und Jahrmärkten auch zur Errichtung großer Kirchenbauten.

Eine große Zahl von Reliquien gelangte durch die Kreuzzüge nach Europa, wobei es bei deren Erwerb nicht immer sehr christlich zuging. Raub und Plünderungen waren an der Tagesordnung [Labusiak, 2010]. Der französische König Ludwig der Heilige (1214–1270) ließ für die Dornenkrone Jesu, die er 1239 erbeutete, das herrliche, von Licht durchstrahlte Schatzhaus der Sainte-Chapelle in Paris errichten. Kaiser Karl IV. (1346–1378) ging noch einen Schritt weiter und stiftete bei Prag die Reliquienburg Karlstein. Die Kritik, die sich am Reliquienkult entzündete, ist so alt wie ihre Verehrung selbst. Sie reicht von Bernhard von Clairvaux (um 1090–1153) bis zu den Reformatoren wie Martin Luther (1483–1546) oder Humanisten wie Erasmus von Rotterdam (1466–1536), der den zunehmend inflationären Heiligen-Kosmos schlichtweg als „unchristliche Narretei“ bezeichnete.



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