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16.10.10 / 00:12
Heft 20/2010 Politik
Apolloniapreisträger Prof. Hinz

Der Präventionsprofi



Die Apollonia zu Mümter geht 2010 an Prof. Rolf Hinz. Westfalen-Lippes Kammerpräsident Dr. Klaus Bartling und der Prelstäger bel der Verlelhung lm Münsteraner Erbdrostenhof. Foto: Wolfgang Hilgert

Wer hats erfunden? Im Zweifelsfall einer: Prof. Rolf Hinz. Das Konzept „Zahnheilkunde plus“, der Tag der Zahngesundheit und das Krocky-Mobil sind nur einige Initiativen, die er mit angestoßen hat. In Sachen Prävention ist der 82-Jährige eben Vollprofi. Für seinen unvergleichlichen Einsatz zeichnete ihn die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe jetzt mit dem Apollonia-Preis aus. Keine Frage: Hinz hat den Weg für die Prävention in der Zahnmedizin frei gemacht sowie maßgeblich ausgebaut. Und dazu beigetragen, dass sich diese Prophylaxemodelle im ganzen Gesundheitssystem durchsetzen. „Das besondere Verdienst des diesjährigen Preisträgers liegt in seiner Fähigkeit, Projekte schnell und praktisch umzusetzen“, bekräftigte Dr. Klaus Bartling, Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, bei der Preisverleihung in Münster. Die Patientenakzeptanz bestätige die Nachhaltigkeit seiner Initiativen. „Ohne Moos nichts los“, kommentierte Hinz sein Naturell, nicht nur die Idee als solche, auch ihre Finanzierung hartnäckig voranzutreiben.

Dass Eigenverantwortung und Solidarität auch in Sachen Prävention zusammen gehören, betonte Daniel Bahr, parlamentarischer Staatssekretär im BMG. „Auch wenn man gesund lebt, kann es sein, dass einen das Schicksal ereilt und man krank wird – dann ist die Solidargemeinschaft gefragt. Doch diese Hilfe bedingt immer auch die Eigenverantwortung des Einzelnen: Das, was er für seine Gesundheit tun kann, sollte er auch tun.“ Bahr sieht den zahnärztlichen Berufsstand hier als Vorreiter, der trotz aller Widerstände den Paradigmenwechsel Richtung Prävention eingeläutet habe. Bahr: „Was in der Zahnmedizin erreicht wurde, ist Vorbild für das Gesundheitssystem insgesamt.“ Generell werde zu viel daran gedacht, wie man Krankheiten bezahlen kann anstatt zu überlegen, wie man sie vermeidet. „2011 werden wir nationale Präventionsstrategien auflegen, um in Anreize für Vorsorge und Eigenverantwortung zu investieren und die schon vorhandenen Programme zu bündeln“, versprach Bahr.

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel führte die Bedeutung des Schutzmantels der Apollonia aus. Engel: „Der Berufsstand braucht die Schutzpatronin jetzt offenbar mehr denn je. Leere Kassen machen notwendige Novellierungen unmöglich.“

Schutzpatronin Apollonia

Groteske Beispiele dafür seien die Approbationsordnung und die alte GOZ: „Sie spiegeln nicht mehr den neuesten Stand der Wissenschaft wider. Dieser Umstand macht es nicht einfach, das Erreichte zu verteidigen oder gar die Erfolge der Vergangenheit zu toppen.“ Ungeachtet dessen bleibe es das Ziel der Zahnärzteschaft, alle Bevölkerungsgruppen optimal zu versorgen. Dieser karitative Ansatz werde auch mit dem zahnärztlichen Konzept zur Alters- und Behindertenzahnheilkunde verfolgt, das speziell der Betreuung alter und gehandicapter Menschen diene. Engel: „Hier machen wir unserer Schutzpatronin alle Ehre.“ In seiner Laudatio bezeichnete der Ehrenpräsident der BZÄK und Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Hinz als Erfinder der Prophylaxe, der sich stets kämpferisch und mit hoher Durchsetzungskraft für seine Projekte einsetzt. Weitkamp: „Zahnärztliche Prophylaxe ist dank Prof. Hinz heute eine zahnärztliche Pflicht!“



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