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16.12.03 / 00:14
Heft 24/2003 Zahnmedizin
Aktuelle Studie mit Grundschulkindern

Dicke Kinder und ihre Mundgesundheit mit Chips, Burgern, Drinks und Co.

Innerhalb der letzten zehn Jahre konnte eine weltweite Zunahme der Fettleibigkeit um etwa 50 Prozent registriert werden. Viele der Adipositaspatienten sind Kinder. Gründe für die „Überfettung“ sind mangelnde Bewegung, äußere Einflüsse wie Computerspiele, Fernsehen und die Ernährung mit Fast-Food- Produkten. Die vorliegende Studie untersucht den Zusammenhang der Adipositas bei Grundschulkindern mit Veränderungen in der Mundgesundheit.




Bei allen Prophylaxekonzepten zur Früherkennung von möglichen Störungen und Erkrankungen der Mundgesundheit und zur Förderung und Erhaltung der Entwicklung einer gesunden Dentition werden die klassischen Säulen der Prophylaxe vermittelt: Mundhygiene, Ernährung, Fluoridierung und zahnärztliche Kontrolluntersuchungen [2,19,26]. In den letzten zehn Jahren war jedoch in den Industrienationen eine deutliche Veränderung des Nahrungsmittelangebotes einschließlich der Ernährungsgewohnheiten feststellbar.

Die gegenwärtigen Trends der Nutzung vorgefertigter Gerichte und das gehäufte Essen in Fast-Food-Lokalen haben unter anderem zu einer weltweiten Zunahme fettleibiger Menschen geführt (Abb. 1). Weitere wichtige ursächliche Faktoren sind in der Änderung der Gesellschafts- und Familienstrukturen, dem Strukturwandel der Arbeitsplätze, der Landflucht mit starkem Wachstum der Städte sowie in der starken Zunahme und Nutzung von Bequemlichkeiten, wie Autofahren, Computeranwendung und Fernsehen, zu sehen [7]. Für Störungen im Rahmen geregelter Nahrungsaufnahmen können ebenso kritische Lebenssituationen, Veränderungen des sozialen Umfeldes und alle weiteren Formen von Stressoren ausschlaggebend sein [24, 28]. In den neu aufsteigenden Industrieländern werden des Weiteren abgepackte, vorgefertigte Lebensmittel und Fast-Food-Produkte als besonders erstrebenswert und modern empfunden, da die Menschen oft glauben, damit am internationalen Jet Set teilzunehmen. Das Problem der starken Zunahme der Übergewichtigkeit ist so gravierend, dass die WHO die Adipositas als eine „globale Seuche“ bezeichnet hat. Mit dem Anstieg des nationalen Einkommens konnte ebenso eine Korrelation zur Fettleibigkeit beobachtet werden, sodass die Adipositas als eine Seuche der reichen Leute beschrieben wurde [18]. Während der Anteil adipöser Menschen weltweit 8,2 Prozent beträgt, finden sich in den Entwicklungsländern nur 1,8 Prozent adipöse Menschen, in den neu wachsenden Ländern 4,8, in den jungen Wirtschaftsländern 17,1 und in den voll etablierten Industrienationen mehr als 20 Prozent adipöse Menschen. Nach einer Statistik der WHO gibt es gegenwärtig erstmals genauso viele dicke Menschen wie Unterernährte, nämlich 1,2 Milliarden. In manchen Ländern konnte in den letzten zwei Jahrzehnten eine Verdopplung der Adipositas-Inzidenz festgestellt werden (Abb. 2, 3). In Brasilien war innerhalb einer Generation eine Steigerung der Übergewichtigkeit bei Kindern um 239 Prozent zu verzeichnen. In China nahm durch den Wegfall der Regulierungsinstanz nach den 80er Jahren für die Nahrungsmittel Öl, Reis und Fleisch die Anzahl übergewichtiger Menschen deutlich zu, sodass heute bereits etwa 20 Prozent der Bevölkerung übergewichtig sind. Auch in Tschechien und anderen ehemaligen kommunistischen Ländern konnte durch die Marktöffnung eine deutliche Körpergewichtszunahme festgestellt werden, da die Menschen die Freiheit des Essens sowie die Auswahl des Nahrungsangebotes oft mit der eigenen persönlichen Freiheit assoziierten. In Südafrika gilt Fettleibigkeit als Schönheitsideal und steht symbolisch für Gesundheit, Wohlbefinden und Fruchtbarkeit – dünne Menschen werden meist mit der Krankheit AIDS in Zusammenhang gebracht. Der Anteil der übergewichtigen beziehungsweise fettleibigen Frauen liegt dort folglich bei 59 Prozent. In Japan fand man bei Menschen mittleren Alters einen höheren Anteil übergewichtiger Männer als Frauen, was auf die besondere berufliche Belastung, Stress, Überarbeitung und unregelmäßige und meist sehr späte Mahlzeiten zurückgeführt wird. In einer Studie mit 1 585 australischen Schulkindern der Altersgruppe sieben bis 15 Jahre konnte gleichfalls eine steigende Tendenz von Übergewicht (elf bis 21 Prozent) und Adipositas (vier bis sieben Prozent) festgestellt werden, und es fand sich auch eine Assoziation zwischen Body Mass Index (BMI = Körpergewicht/ Körpergröße2; kg/m2) und Haushaltseinkommen [27]. In Deutschland liegt der Anteil der übergewichtigen Kinder bei etwa zehn bis 20 Prozent, wobei auch hier eine deutliche Zunahme-Tendenz zu erkennen ist. Die Anwendung des BMI im Kindesund Jugendalter zur Definition von Adipositas und Übergewicht, wird von der Childhood Group der Internationalen Obesity Task Force (IOTF) sowie der European Childhood Obesity Group (ECOG) empfohlen [3, 5, 8, 20, 23].

Da übergewichtige Menschen in der Regel auch ein erhöhtes Erkrankungs- und Sterberisiko haben, kann man davon ausgehen, dass sowohl die medizinische Betreuung als auch die medikamentöse Versorgung im Vergleich zu normalgewichtigen Menschen vermehrt in Anspruch genommen wird [9]. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass der BMI positiv mit der Zahl der Arztbesuche und der Medikamenteneinnahmen korrelierte [29]. Eine Umfrage des amerikanischen Center for Disease Control mit 195 005 Erwachsenen ergab, dass übergewichtige und adipöse Menschen vermehrt unter Diabetes, Bluthochdruck, Asthma, Hypercholesterinämie, Arthritis und schlechtem Gesundheitszustand leiden [16].

Die Art der Ernährung kann einerseits den Mundgesundheitszustand beeinflussen, andererseits kann der Mundgesundheitsstatus, insbesondere bei älteren Menschen, auch eine wesentliche Rolle beim Ernährungsverhalten und dem Allgemeingesundheitszustand spielen (Abb. 4). Menschen mit frühzeitigem Zahnverlust zeigten gehäuft einen Wechsel von bevorzugten Nahrungsmitteln sowie Mangelernährung von bestimmten Vitaminen und Spurenelementen [4, 11, 17]. In zahlreichen Studien konnte auch bei Erwachsenen über 65 Jahren ein deutlicher Zusammenhang zwischen Zahngesundheit und Ernährungsgewohnheiten nachgewiesen werden. Menschen mit funktionierendem Gebiss, die definitionsgemäß noch mehr als 20 Zähne hatten, waren vermehrt in der Lage, sich diätisch gesund mit Obst und Gemüse zu ernähren und zeigten ebenso einen zufrieden stellenden Ernährungsstatus und einen altersentsprechenden akzeptablen BMI-Wert [15].

In der vorliegenden aktuellen Studie (Schuljahr 2002/2003) sollte bei Grundschulkindern im Rahmen gruppenprophylaktischer Bemühungen (Abb. 5) ein möglicher Zusammenhang zwischen Kariesprävalenz und Ernährungssituation unter besonderer Berücksichtigung des BMI überprüft werden.

Studiendesign

In einer interdisziplinären Studie zwischen der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und der Kinderklinik und Kinderpoliklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie der Landesjugendzahnpflege Rheinland- Pfalz wurden insgesamt 840 sozialstrukturell unterschiedliche Grundschulkinder (Schuljahr 2002/2003; 51 Prozent Jungen und 49 Prozent Mädchen) aus vier Grundschulen des Stadtbereiches Mainz untersucht. Neben der zahnärztlichen Untersuchung, die im Rahmen der Gruppenprophylaxe durchgeführt wurde (Abb. 6), erfolgte bei allen Kindern eine Gewichtsund Größenbestimmung zur Ermittlung des BMI. Eine Untersuchung der Kinder fand nur statt, wenn eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigen vorlag. Die zahnärztliche Untersuchung erfolgte ausschließlich von Zahnärzten des Universitätsklinikums Mainz (Poliklinik für Zahnerhaltungskunde), und die Schulkinder wurden vor der Untersuchung angewiesen, ihre Zähne gründlich, wie gewohnt zu reinigen. Nach einer Trockenlegung mit Watterollen und Wattepellets wurde der Zahnstatus erfasst und auf spezielle Befundbögen übertragen. Kariöse Primärdefekte und Sekundärkaries, die invasiv behandelt werden sollten, sind als kariös vermerkt worden. Fehlende Zähne sind nicht entsprechend vermerkt worden, da ohne präzise Anamnese keine eindeutige Aussage über eine Nichtanlage des Zahnes sowie eine frühzeitige Extraktion getroffen werden kann. Für die Erfassung der vorliegenden Kariesfrequenz wurde der DF-T-(df-t) Wert [10] verwendet. Bei gleichzeitigem Vorhandensein eines Zahnes der ersten und zweiten Dentition wurde jeweils nur der Zahn der zweiten Dentition gewertet.

Durch approbierte Kinderärzte des Universitätsklinikums Mainz erfolgte die Ermittlung der Größe und des Gewichtes sowie des BMI. Anhand populationsspezifischer Referenzwerte (Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter, AGA) sind die Perzentile erfasst und entsprechend dem Alter der Kinder modifiziert worden [1].

Ergebnisse

In der vorliegenden interdisziplinären Studie sind Grundschulkinder aus vier verschiedenen Grundschulen der Stadt Mainz (Schuljahr 2002/2003) zahnärztlich untersucht worden. Mit gleichzeitiger Bestimmung von Größe und Gewicht konnte der jeweilige BMI ermittelt werden.

Die erste Klasse umfasste 258 Kinder, die zweite Klasse 227 Kinder, die dritte Klasse 182 Kinder, und in der vierten Klasse waren 173 Kinder. Untergewichtige Kinder fanden sich nur in zwei Prozent der Fälle, normalgewichtige Kinder waren in 72 Prozent vorhanden, übergewichtige Kinder waren zu 13 Prozent vertreten, und eine Adipositas konnte in 13 Prozent nachgewiesen werden (Abb. 7). Auf Abbildung 8 ist der prozentuale Anteil normal- und übergewichtiger Kinder, bezogen auf die jeweiligen vier Grundschulklassen, dargestellt.

Bei den Jungen waren 12,4 Prozent übergewichtig und 13,3 Prozent adipös, wobei sich kein statistisch signifikanter Geschlechtsunterschied in der Adipositas-Prävalenz ergab.

Zum Zeitpunkt der Untersuchung lagen bei nur insgesamt 33,7 Prozent der Kinder naturgesunde Gebisse vor; Jungen hatten zu 30,6 Prozent und Mädchen zu 37 Prozent naturgesunde Gebisse. Unter Berücksichtigung des BMI-Wertes lagen bei 36 Prozent der normalgewichtigen Kinder naturgesunde Gebisse vor, nur 28 Prozent der übergewichtigen Kinder und 30 Prozent der adipösen Kinder hatten naturgesunde Gebisse.

Bei der Erfassung der Karieshäufigkeit in Relation zum BMI sowohl im Milchgebiss (df-t-Werte) als auch im permanenten Gebiss (DF-T-Werte) konnten statistisch lokal signifikante Unterschiede nachgewiesen werden. Während normalgewichtige Kinder einen mittleren DF-T-Wert von 0,57 zeigten, wiesen übergewichtige Kinder einen mittleren DF-T-Wert von 0,91 und adipöse Kinder einen von 0,88 auf. Die geschlechtsspezifische Zuordnung der Karieshäufigkeit in Bezug zum BMI ergab eine leicht erhöhte Kariesfrequenz bei Jungen, vor allem beim DF-TIndex und bei Vorliegen von Übergewicht.

Diskussion

Die Bedeutung der Mundgesundheit wird vielen Menschen erst bewusst, wenn die Folgen des frühzeitigen Zahnverlustes einschließlich der fehlenden Kaufunktion offensichtlich werden. Die Lebensqualität eines Menschen ist abhängig vom Grad der Möglichkeiten und positiven Empfindungen, wichtige Lebenssituationen bewältigen zu können [21]. Zu den signifikant wichtigen Determinanten der Lebensqualität zählen unter anderem Mundbereich und Zahngesundheit [22], da Veränderungen beziehungsweise Störungen im Mundbereich nachweislich sowohl physiologische als auch psychologische Auswirkungen haben können. Die Lebensqualität wird des Weiteren beeinflusst durch das äußere Erscheinungsbild, Sprache, Kaumöglichkeiten, Geschmack und Freude beim Essen, dem sozialen Umfeld, Selbstwertgefühl und dem allgemeinen Wohlbefinden [13].

In den letzten zehn Jahren konnte in den industrialisierten Ländern eine starke Zunahme der Inzidenz übergewichtiger und adipöser Erwachsener und auch Kinder festgestellt werden [23,25]. Als Risikofaktoren für Übergewicht und Adipositas werden unter anderem auch geringer sozialer Status, niedriges Haushaltseinkommen, Übergewicht der Eltern, Lebensstil und genetische Dispositionen genannt [6,14]. Zu den Hauptrisikofolgen der Übergewichtigkeit im Kindesalter zählt deren Fortbestehen in das Erwachsenenalter mit den gesicherten gesundheitlichen Folgeerkrankungen. Dies macht deutlich, dass sowohl eine effektive Prävention zur Vorbeugung des Übergewichtes als auch eine sinnvolle Behandlung dringend erforderlich erscheinen. Zurzeit wird eine Reihe von Gegenmaßnahmen zur Bekämpfung des weltweiten Fettleibigkeitsproblems diskutiert und teilweise auch bereits realisiert. Von der WHO werden zurzeit Richtlinien aufgestellt, um gezielt ernährungsbedingte Erkrankungen durch präventive Diät- und Ernährungsmaßnahmen unterbinden zu können. Enorme Probleme und Schwierigkeiten werden dabei im rechtlichen Widerstand der großen Lebensmittel- und Fast-Food-Ketten gesehen, die das medizinische Fundament solcher Maßnahmen entscheidend in Frage stellen können. Als wesentliches Argument wird dabei angeführt, das jede Diätform die Entscheidung eines jeden einzelnen Individuums sei, die ihm selbst überlassen werden sollte und keine auferzwungenen Richtlinien angewandt werden dürften.

In Deutschland stieg zum Beispiel die Prävalenz von Adipositas bei Kindern innerhalb der letzten zehn Jahre nach der Wiedervereinigung mit den neuen Bundesländern massiv an [12]. Verschiedene Studien konnten des Weiteren auch belegen, dass Schulkinder aufgrund von Fehlernährung häufig Gesundheitsschwächen zeigen [21]. Untersuchungen bei Nürnberger Hauptschülern belegten, dass etwa fünf Prozent der Kinder untergewichtig, 80 Prozent normal- und 15 Prozent übergewichtig waren. 42 Prozent der Schüler wiesen ein naturgesundes Gebiss und 48 Prozent mindestens eine Füllung auf [31]. Eine andere Studie (Kreis Heinsberg) aus dem Jahr 2000 berichtete, dass zehn Prozent der Kinder bereits Zeichen der Adipositas zeigten. In der vorliegenden aktuellen Studie bei Grundschulkindern (Stadtgebiet Mainz) konnte bei mehr als einem Viertel der Kinder (26 Prozent) Übergewichtigkeit beziehungsweise Adipositas festgestellt werden, was den gegenwärtigen Trend der starken Zunahme der Übergewichtigkeit in der Gesamtbevölkerung widerspiegelt. In den Vereinigten Staaten ist das gehäufte und mit steigender Tendenz auftretende Erscheinungsbild der Adipositas inzwischen zu einem ernsten gesundheitsökonomischen Problem geworden.

Die vorliegende Studie zu Mundgesundheit und BMI von Grundschulkindern in Deutschland veranschaulichte deutlich die gegenwärtige weltweit beobachtete Tendenz zur Übergewichtigkeit und Adipositas in der Bevölkerung. Dies macht klar, dass zukünftige Prophylaxekonzepte neben dem Bemühen zur Zahngesundheit auch dringend Präventionsstrategien zur Vermeidung wie Reduktion der Übergewichtigkeit und Adipositas insbesondere bei Kindern und Jugendlichen anbieten sollten.

Zusammenfassung

Innerhalb der letzten zehn Jahre konnte eine weltweite Zunahme der Fettleibigkeit um etwa 50 Prozent registriert werden. Der deutliche Anstieg der Adipositas in der Bevölkerung hat zu einer erheblichen Steigerung ernährungsbedingter Erkrankungen geführt, wie unter anderem zu Herzerkrankungen, verschiedenen Tumorarten, Diabetes und Bluthochdruck.

In einer epidemiologischen Studie bei Grundschulkindern (deutsche Mittelstadt) sollte ein möglicher Zusammenhang zwischen Übergewicht und Zahnhartsubstanzdefekten überprüft werden. Nur 74 Prozent der Grundschulkinder zeigten normale Gewichtsverhältnisse, 13 Prozent der Kinder waren übergewichtig, und bei weiteren 13 Prozent der Grundschulkinder lagen bereits eine Adipositas vor. Die Zunahme der Kariesfrequenz (DF-T-, df-t-Werte) korrelierte signifikant mit der Zunahme des Körpergewichtes. Bei normalgewichtigen Kindern fanden sich mittlere df-t-Werte von 2,09 (DF-T: 0,57), übergewichtige Kinder zeigten einen mittleren df-t-Wert von 2,48 (DF-TWert: 0,91) und adipöse Kinder von 3,3 (DF-T-Wert: 0,88).

Fazit

Die Untersuchung belegte einen altersabhängigen sinkenden Prozentsatz naturgesunder Gebisse von 40 Prozent (sechsjährige Kinder) auf 23 Prozent (zehnjährige Kinder). Mit steigender Klassenstufe zeigte sich ebenso eine deutlicher Anstieg übergewichtiger Kinder. Moderne Ernährungsgewohnheiten haben bereits bei Grundschulkindern zu einer bemerkenswerten hohen Übergewichtigkeits-Prävalenz (26 Prozent) bei beiden Geschlechtern geführt.

Untergewichtige Kinder wiesen zu 50 Prozent naturgesunde Gebisse auf, normalgewichtige Kinder zu 35,1 Prozent und übergewichtige Kinder hatten in 28 Prozent naturgesunde Gebisse. Der Status der Milchzähne war außerdem bei übergewichtigen Kindern schlechter als bei normalgewichtigen und adipösen Schülern.

Die vorliegende Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Zahngesundheit und Übergewicht; dies unterstreicht die gesundheitspolitische Herausforderung der Prävention.

Autoren:

Prof. Dr. Dipl.-Chem. Brita Willershausen,
Dr. Gabriela Haas (Poliklinik für Zahnerhaltungskunde);
PD. Dr. Katharina Hohenfellner (Kinderklinik und Kinderpoliklinik);
PD. Dr. Frank Krummenauer (Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Korrespondenzadresse:

Prof. Dr. Brita Willershausen
Poliklinik für Zahnerhaltungskunde
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Augustusplatz 2
55131 Mainz
E-Mail: willersh@mail.uni-mainz.de



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