zm-online
01.02.06 / 00:14
Heft 03/2006 Zahnmedizin
Interaktive Fortbildung

Die Bedeutung der zahnärztlichen Chirurgie

Die moderne Zahnmedizin bedient sich heute mehr denn je zeitgemäßer Kommunikationsmittel, um die breite Palette ihrer Behandlungsmöglichkeiten anzubieten. Dabei scheint die ästhetische Rehabilitation wenigstens zurzeit die wichtigste Rolle zu spielen.




Zahnfarbene Füllungen, naturgetreuer Zahnersatz, gleichmäßige Zahnstellungen sind demnach auch Forderungen von Seiten der Patienten, die in der Regel äußerst zufrieden stellend gelöst werden können. Natürlich sind solche Wünsche nachvollziehbar, aber machen sie tatsächlich das Wesen der Zahnheilkunde aus? Alleine schon dieser – zugegeben etwas veraltete – Begriff zeigt, dass Zahnmedizin mehr ist. Dass sie sich neben Zahnrestauration und der Gesunderhaltung der Mundhöhle hauptsächlich mit der Wiederherstellung der Gesundheit der mit den Zähnen in Verbindung stehenden Strukturen befasst. Aufgaben, die mehr als künstlerisches Empfinden und Können verlangen, die ein solides medizinisches Wissen voraussetzen, da durch die oft notwendige chirurgische Intervention erst die Basis für eine befriedigende Rehabilitation geschaffen werden kann.

Die zahnärztliche Chirurgie ist somit Grundvoraussetzung zahnärztlicher Behandlung. Betrachtet man die historische Entwicklung unseres Faches, so wird deutlich, dass diese Betonung der medizinischen Ausbildung immer als selbstverständlich galt. In Baden wurde zuerst der Dr. chir. dent. (1919) eingeführt, erst später übernahm man den Dr. med. dent. von Preußen.

Zahnärztliche Chirurgie verlangt ein grundlegendes Verständnis der Pathologie, der Physiologie und der Zahnmedizin insgesamt, da ein chirurgischer Eingriff immer mit einer Verletzung der Integrität verbunden ist und falsche Planung oder Durchführung einer solchen Operation unter Umständen irreparable Schäden nach sich zieht. Sie verlangt aber auch gründliches allgemeinmedizinisches Wissen, um den Heilungserfolg richtig einzuschätzen, Risiken zu minimieren oder durch entsprechende Maßnahmen zu flankieren. Nach wie vor ist somit die chirurgische Intervention die vornehmste Aufgabe des Zahnarztes, um Schmerz zu nehmen, pathologische Veränderungen zu beseitigen, grundlegende Korrekturen der anatomischen Strukturen vorzunehmen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, moderne Zahnheilkunde auch und gerade unter ästhetischen Gesichtspunkten umzusetzen.

Prof. Dr. Gisbert Krekeler
Universitätsklinikum Freiburg
Sektion Parodontologie
Hugstetterstraße 55
79106 Freiburg
krekeler@zmk2.ukl.uni-freiburg.de

Verantwortlich für den Fortbildungsteil:

Prof. Dr. Elmar Hellwig
Prof. Dr. Detlef Heidemann
Susanne Priehn-Küpper



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