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16.12.15 / 00:01
Heft 24/2015 Titel

Die Experimente

Die frühe Phase der Implantologie war visionär, aber aufgrund der verfügbaren Materialien und Bedingungen auch von zahlreichen Fehlentwicklungen und Irrtümern gekennzeichnet.




Eine der Ideen, die sich überhaupt nicht bewährt hat, ist die des subperiostalen Implantats. Die Abbildungen zeigen eine Versorgung mit subperiostalen Implantaten an beiden Kiefern, die gänzlich gescheitert ist. Aus der fehlenden Kongruenz von Implantatbett und Implantat, der daraus resultierenden Beweglichkeit sowie den entstandenen Schleimhautdehiszenzen entsteht ein derart heftiges entzündliches Geschehnis, dass nach Entfernung der missglückten Versorgung nahezu kein Kieferknochen mehr übrig bleibt

Die Sofortimplantation

Neue beziehungsweise verbesserte Implantatoberflächen, Fortschritte bei den einzelnen OP-Techniken sowie -materialien und eine gewisse Euphorie führten zum „Krieg der Einheilzeiten“ – die Spanne zwischen Extraktion und Ersatz durch ein Implantat wurde schrittweise verkürzt und letztlich „auf null“ gesetzt.

In Unkenntnis, mitunter unter Negierung der für eine Sofortimplantation unbedingt erforderlichen Voraussetzungen waren zahlreiche Misserfolge zu verzeichnen, die die Sofortimplantation an sich in Misskredit brachten. Zu Unrecht! Bei guten Voraussetzungen – Fehlen einer entzündlichen Komponente, gute knöcherne und Weichteilbedingungen – war eine Sofortimplantation immer schon ein Eingriff mit einer guten Prognose.

Ein Fall aus dem Jahr 1995 (Abbildungen 5 bis 8): Nach Extraktion erfolgt die Implantatinsertion. Ein Vierteljahr später ist die periimplantäre Weichteilsituation unauffällig, so dass die Versorgung mit einer Krone erfolgen konnte.



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