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01.03.05 / 00:08
Heft 05/2005 Zahnmedizin
Special Olympics in Hamburg

Die Richtung stimmt

Mitte Juni 2004 fanden in Hamburg die 4. Special Olympics statt. Unter dem Motto „Nichts ist vergleichbar mit dem, was Du gibst“ stellten 3 200 Athleten ihr Können unter Beweis, angefeuert wurden sie von 12 000 Zuschauern. Das Event war in ein großes Vorsorgeprogramm eingebettet: Am Rande der Wettkämpfe bestand die Möglichkeit, sich gesundheitlich einmal richtig durchchecken zu lassen. Die Hamburger Zahnklinik war dabei – sie machte bei den Sportlern ein Zahnscreening.




Außer im Schwimmen, Rollerskating, Tennis, Badminton, Basketball, Judo, Bowling und Reiten gingen die Aktiven in den Disziplinen Leichtathletik, Fußball, Beachvolleyball, Segeln, Golf und Radsport an den Start. Doch nicht nur auf das Kräftemessen kam es an: Das eigens entwickelte Special Olympics Healthy Athletes Programm sollte den Sportlern helfen, ihren Gesundheitszustand und ihre Fitness zu verbessern, damit sie die gleiche Chance auf Vorsorge haben wie nicht Behinderte. In einem extra aufgebauten Gesundheitszentrum konnten sich die Athleten ärztlich durchchecken lassen.

Zahncheck für die Athleten

Die Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde unter der Leitung von Prof. Dr. Ursula Platzer und Clinical Director Iwer Lasson beteiligte sich an dem Programm mit „Special Smile“. Ingesamt 15 ehrenamtliche Zahnärzte und 28 Zahnmedizin- und Medizinstudenten gaben den Sportlern eine intensive Prophylaxe-Schulung und führten ein „Special Smile Screening“ durch. Dabei wurden insgesamt Zähne, Gingiva und Mundschleimhaut von 835 Athleten im Alter zwischen 17 und 55 Jahren untersucht. Außerdem befragte das Team die Sportler zur Häufigkeit ihrer Zahnpflege, der Art verwendeter Zahnbürsten und weiterer Zahnpflegehilfsmittel.

Bei der Datenauswertung stellten die Zahnärzte fest: Für 47,6 Prozent der Sportler war keine Behandlung notwendig. Bei 45,3 Prozent wurden kleinere Defekte festgestellt. Lediglich für 4,3 Prozent war eine dringende Behandlung indiziert. Je nach Diagnose erhielten die Athleten die Empfehlung, sich für weiterführende Behandlungen an ihren Hauszahnarzt zu wenden.

Berührungsängste besiegen

Von der Veranstaltung profitierten Studierende und Behinderte gleichermaßen: Teilnehmer, Gäste und Helfer kamen in Kontakt und lernten, ihre Berührungsängste abzubauen. Gute Stimmung und viel Spaß machten das Event zu einem tollen Erlebnis. „Eine Intensivierung der Ausbildung von Zahnmedizinstudenten und der Postgraduiertenfortbildung ist dringend erforderlich, um den Umgang mit behinderten Patienten zu verbessern“, bekräftigte Dr. Steven Perlman, Global Clinical Director der Special Olympics. Die Teilnahme an den Special Olympics, so die durchgängige Meinung, ist dabei ein Schritt in die richtige Richtung.

Iwer Lasson
Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde, Zentrum für
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde,
Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg

INFO

Anerkannter Wettstreit

Die Special Olympics wurden 1968 von John F. Kennedys Schwester Eunice Kennedy- Shriver in den USA gegründet. Die weltweit größte Sportorganisation für geistig und mehrfach behinderte Menschen ist seit 1988 vom IOC offiziell anerkannt und in über 190 Staaten vertreten. Ziel ist es, mit ganzjährigem Sporttraining und Wettbewerben in verschiedenen olympischen Disziplinen geistig Behinderten die Möglichkeit zu geben, körperliche Fitness zu entwickeln und ihre Begabungen und Fähigkeiten mit anderen zu teilen. Behinderte sollen die Chance haben, durch den Sport Anerkennung aus eigener Kraft zu gewinnen und in der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Mehr im Netz unter

http://www.specialolympics.de

INFO

Jetzt anmelden

Vom 10. bis 13. Mai 2005 findet in Ludwigshafen das Special Olympics Bundes-Fußballturnier statt. Anmeldungen nimmt Gerd van Dam vom Haus des Sports in Essen noch bis zum 15. März entgegen, Fax: 0201/7 47 47.



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