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16.09.11 / 00:09
Heft 18/2011 Politik
10 Jahre BZÄK in Berlin

Die einzig richtige Option

Seit zehn Jahren ist die Bundeszahnärztekammer in Berlin – Anlass, um das Jubiläum mit Wegbereitern und Ansprechpartnern aus Politik, dem Gesundheitsund dem Verbandswesen zu feiern. Dazu hatte die BZÄK am 30. August zu einem lockeren und kommunikativen Sommerfest im Hof ihrer Geschäftsstelle im Borsighaus eingeladen.




BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel erinnerte an den Umzug der BZÄK aus dem damaligen, gemeinsam mit der KZBV betriebenen Kölner Zahnärztehaus Anfang 2001 ins Borsighaus in der Berliner Chausseestraße. Der Beschluss sei damals nicht unmumstritten gewesen, der Präsident sprach von einer „mutigen Entscheidung“. Engel: „Heute sind wir uns einig. Es war die einzig richtige Option“. Die persönlichen Kontakte in die politische Hauptstadtszene hätten sich bewährt. Sein Dank galt den Hauptakteuren des Umzugs, dem ehemaligien BZÄK-Präsidenten und heutigen Ehrenpräsidenten, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, dem damaligen Hauptgeschäftsführer Dipl.-Volksw. Klaus Schlechtweg und den Verwaltungsmitarbeitern der ersten Stunde, die die BZÄK-Verwaltung als „Brutstätte zahnärztlichen politischen Denkens“ in Berlin neu aufgebaut hätten. Inzwischen habe sich die Verwaltung mit 36 fest angestellten Mitarbeitern zu einer kleinen, aber schlagkräftigen Mannschaft entwickelt, die in der Lage sei, viel zu bewegen.

Engel ging kurz auf aktuelle politische Themen ein: den Novellierungsprozess der GOZ, die Forderung, dass die BZÄK im Rahmen des Versorgungsstrukturgesetzes verstärkt in die G-BA-Strukturen eingebunden werden soll sowie die dringend erforderliche Novellierung der Approbationsordnung. Sein Ziel für die Zukunft: „Wir wollen noch stärker als jetzt kompetenter und vertrauensvoller Ansprechpartner für die Politik und für die Patienten werden.“

Konstruktiver Dialog

Der neue Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Thomas Ilka, noch keine 100 Tage im Amt, bot den Zahnärzten einen konstruktiven und vertrauensvollen Dialog an. Was die GOZ betrifft, erhoffe er sich, dass künftige Novellierungsprozesse „etwas politikferner“ und „mit einem großen Maß an Gelassenheit“ geführt werden. Der Abend klang aus mit zahlreichen zwanglosen Kontakten und informellen Hintergrundgesprächen, das BZÄK-Jubiläum wurde vom politischen Berlin gern als Kommunikationsplattform genutzt.

INFO

Pressegespräch

Anlässlich des Hoffests lud die BZÄK zu einem Pressegespräch über aktuelle politische Themen ein. BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel erläuterte den Medienvertretern den aktuellen Novellierungsprozess zur GOZ. Der Referentenentwurf sei aus Sicht der Zahnärzteschaft nicht zufriedenstellend, nach 23 Jahren habe sich nicht viel getan und der Punktwert sei nicht regelmäßig angepasst worden. Dennoch sei die Novellierung wichtig, sie bringe mehr Sicherheit für Behandler, Patienten und Erstatter. Unbefriedigend sei, dass der größte Teil der Leistungen nicht verändert worden sei, einen Erfolg aus Sicht der Zahnärzte stelle die Verhinderung der Öffnungsklausel dar. Befürchtungen, die Versicherten (PKV wie GKV) könnten infolge der Novellierung über Gebühr finanziell belastet werden, erteilte er eine Absage: Sechs Prozent Honorarsteigerung bedeute 2,05 Euro Mehrbelastung pro Jahr pro Patient. Vizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich verwies auf das von BZÄK und KZBV entwickelte zahnärztliche Konzept zur Versorgung alter und behinderter Menschen (AuB-Konzept). Bei diesem Thema herrsche dringender Handlungsbedarf, um Defizite aufzufangen. Im Rahmen des Versorgungsstrukturgesetzes fordere man jetzt von der Politik, entsprechende Schritte zur Umsetzung einzuleiten.



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