zm-online
01.02.06 / 00:08
Heft 03/2006 Politik
Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement

Dritter Studiengang erfolgreich beendet

Es war eine feierliche Abschlussveranstaltung für den dritten Studiengang der Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement: Am 10. Dezember 2005 erhielten 21 Absolventen in Münster ihr Zertifikat zum „Manager in Health Care Systems“.




Nicht nur Akademie-Direktor Dr. Jochen Neumann-Wedekindt und der wissenschaftliche Leiter Prof. Dr. Burkhard Tiemann, auch die Absolventen waren zu Recht stolz auf den feierlichen Abschluss ihres zweijährigen berufsbegleitenden Kompaktstudiums. Nach einleitenden Begrüßungsworten durch den Präsidenten der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Walter Dieckhoff, betonte Bundeszahnärztekammer-Präsident Dr. Dr. Jürgen Weitkamp die Bedeutung der AS-Akademie: „Das Handwerkszeug für die heutige politische Auseinandersetzung wird“, so der Ideengeber und Mitgründer der Einrichtung, „in der Akademie AS gegeben“. Enthusiasmus und Engagement alleine reichten nicht, „um für die Zukunft gewappnet zu sein. Die Absolventen der Akademie AS haben das Rüstzeug hierzu gelernt“, hob Weitkamp hervor. Das erneut erfolgreiche Abschneiden der Absolventen des 3. Studienganges stabilisiere auch in Zukunft die Basis für freiberufliches Denken in den Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die Freiberuflichkeit müsse im Interesse des Berufsstandes erhalten bleiben.

Prof. Tiemann fokussierte auf die aktuelle gesundheitspolitische Lage. Die Politik wolle durch Stärkung des Wettbewerbs und Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen, durch Zwangsregulierung und Zwangspreise für privat krankenversicherte Beihilfepatienten weitere Wirtschaftlichkeitsreserven ausschöpfen. Berater-, Beschluss- und Kompetenzgremien sollen, so Tiemann, die politischen Vorstellungen des Gesetzgebers bestärken und durchsetzen: „Dieser Phalanx soll die Akademie AS entgegentreten und eine Fremdbestimmung der individuellen zahnärztlichen Praxisführung und Selbstverwaltung verhindern.“

Für Zukunft unverzichtbar

Tiemanns besonderer Dank galt den Trägerkörperschaften der Zahnärztekammern Berlin, Bremen, Niedersachsen und Westfalen-Lippe sowie den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen aus Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein und der Bundeszahnärztekammer. Schließlich habe ihre finanzielle Unterstützung den Absolventen dieses berufsbegleitende Studium ermöglicht. Tiemanns Monitum an die Politik: „Zur Eigenverantwortung und Subsidiarität gibt es keine Alternative, es sei denn zum Preis massiver Misswirtschaft und Freiheitsverluste.“ Als Festredner referierte Prof. Fritz Beske (Kiel) mit gewohnter Scharfsinnigkeit über die „Zukunftsperspektiven des deutschen Gesundheitswesens“. Deutschlands Gesundheitssystem, das sich durch Freiberuflichkeit auszeichne, gehöre zu den Besten der Welt. Nirgends sonst gebe es die freie Arztwahl für die Patienten, mit kurzen Wartezeiten sowie ambulant tätige, freiberuflich selbständige, niedergelassene Ärzte und Zahnärzte, die – neben dem Krankenhaussektor – mit hoher Effizienz und Qualität arbeiteten. Beske weiter: „In der heutigen gesundheitspolitischen Diskussion wird ein umfangreiches Wissen benötigt, um einen Dialog führen zu können.“ Dies werde durch das Studium der Akademie AS eindrucksvoll gefördert und sei für die Zukunft unverzichtbar.

Die demographische Entwicklung der immer älter werdenden Bevölkerung und der medizinische Fortschritt werden unser Gesundheitssystem gerade in Zukunft immer mehr belasten. Vor diesem Hintergrund fordert Beske „mutige Schritte und keine reine Kostendämpfungspolitik“, wie sie derzeit anscheinend auch die große Koalition wieder angehe. Beske: „Der heutige Leistungskatalog der GKV ist in der Zukunft nicht mehr bezahlbar. Die Bevölkerung muss lernen, eine Diskussion zu führen, welche medizinischen Leistungen bezahlt werden sollen.“

Einen amüsanten Rückblick über die absolvierten vier Semester bot der Sprecher des dritten Studiengangs, der Bremer KZV-Vorsitzende Dr. Dirk Mittermeier. Seine Ausführungen standen ganz im Geist der guten, herzlichen Kollegialität.

Dr. med. dent. Oliver Speyer
(Manager in Health Care Systems)
Niederwall 9
32312 Lübbecke



Mehr zum Thema


Anzeige