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16.12.07 / 00:09
Heft 24/2007 Politik
FDI-Wissenschaftskongres

Ein buntes Spektrum

Vorträge aus allen Gebieten der Zahnheilkunde – und ein ungewöhnlich buntes Veranstaltungsambiente: dies charakterisierte den FDI-Wissenschaftskongress in Dubai. Fachlich stand den Zahnärzte ein breit gefächertes Angebot zur Verfügung.



Middle East meets West: Kultureller Austausch am Rande des Wissenschaftskongresses Foto: Reich

Das Kongresszentrum in Dubai ist modern, mit großen Ausstellungshallen und Vortragsräumen. Das lokale Organisationskomitee sprach von über zwanzigtausend zahnärztlichen Besuchern, eine Zahl, die wohl nicht ganz erreicht wurde. Für europäische Augen farbenprächtig war das Aussehen mancher Besucher.

Wie bei der FDI üblich, wurde das wissenschaftliche Programm teilweise vom Fortbildungskomitee der FDI und zum anderen vom lokalen Organisationskomitee zusammengestellt. Es gab Vorträge aus allen Gebieten der Zahnheilkunde und sogar eine Live-Übertragung über implantologische Themen aus Deutschland. Alles in allem präsentierte sich ein großes und umfassendes Angebot an Fortbildungsthemen, das zum Teil hervorragende Beiträge bot.

Nur wenige Vorträge befassten sich mit der adhäsiven Füllungstechnik. Wesentlich häufiger waren es endodontische Themen, oft auch chirurgische Maßnahmen, die ein großes Interesse fanden. Recht breit abgehandelt wurden parodontologische Themen, von der Diagnose und Therapieplanung über die regenerative Therapie, die sehr umfassend und kompetent von Dr. Dr. Ti-Sunn Kim aus Heidelberg präsentiert wurde, bis zu genetischen Einflüssen und zukünftigen Therapiemethoden. Mehrfach wurden die Wechselwirkungen zwischen Allgemeinerkrankungen und Parodontitis thematisiert, wobei sich ein Symposium speziell der Mundgesundheit und Diabetes widmete.

Ein weiteres Symposium für „Special Care Dentistry“, also Zahnheilkunde für Behinderte, wurde von der International Association for Disability and Oral Health angeboten. Ferner gab es Symposien der International Academy of Periodontology, der International Society for Computerized Dentistry oder der International Association of Dental Research (Die Wissenschaft vom gesunden Altern). Hinzu kamen Veranstaltungen der Zahnärztinnen und der jungen Zahnärzte.

Auch die Industrie war mit ihren Veranstaltungen vertreten. So boten mehrere internationale Dentalfirmen und Hersteller von Mundhygiene-Produkten eigene Symposien an. Deren Themen reichten von Verhaltensänderungen für eine bessere Mundgesundheit (Unilever), Minimalinvasive Zahnheilkunde (GC), Prävention und Management der Karies weltweit (Colgate) über Präventionsmodelle für zahnärztliches Fachpersonal (Procter & Gamble), Biofilm-Management und Kontrolle (Listerine) bis Erosion, Rezession und Überempfindlichkeit (GlaxoSmithKline).

Forum Qualitätssicherung

Thematisch vorbereitet vom Wissenschaftsund vom Praxiskomitee wurden vier halbtägige Foren veranstaltet, unter anderem zu Qualitätssicherung und -verbesserung in der Zahnmedizin, bei dem Dr. Peter Engel ein viel beachtetes Referat zu Konzepten der Qualitätsförderung und -sicherung in Deutschland hielt. Die Dentalausstellung war groß und die Besucher konnten, wie immer außerhalb Deutschlands, direkt einzukaufen. Wie auf großen internationalen Dentalschauen in den letzten Jahren häufig, präsentierten sich die deutschen Dentalhersteller wieder sehr attraktiv, unter Führung des Verbandes der Deutschen Dentalindustrie (VDDI) und organisiert von der Köln Messe GmbH, mit einem einheitlichen Auftreten und vielen großen und auch kleinen Anbietern.

Prof. Dr. Elmar Reich
Rolf-Keller-Platz 1
88400 Biberach

INFO

Dubai

Dubai hat in den letzten Jahren deutlich an Interesse und internationaler Publizität gewonnen. Im äußeren Erscheinungsbild und in den Freizeitmöglichkeiten hat es wohl das breiteste Angebot auf der arabischen Halbinsel. Vielen ist Dubai auch durch stopover der Fluglinie „Emirates“ bekannt, sodass auch viele Reisende einen Eindruck von den Einkaufsmöglichkeiten bekommen haben. Imponierend ist die Entwicklung, die Dubai, aber auch andere Emirate, in den letzten zehn bis zwanzig Jahren genommen haben. Das reicht von riesigen Wolkenkratzern und dem zurzeit höchsten Gebäude der Welt bis zur freien Heilfürsorge für Einheimische. Dennoch reisen viele reiche Einheimische zur ärztlichen Behandlung nach Deutschland oder in andere westliche Länder. Ein Ziel der Regierung ist sicherlich, aus Dubai das Finanzzentrum im mittleren Osten zu machen. Derzeit leben etwa eine Million Menschen in Dubai, wobei zirka achtzig Prozent aus dem Ausland eingewandert sind. Nicht eingerechnet sind allerdings die pakistanischen oder indischen Saisonarbeiter, die vom Taxifahrer bis zum Koch für das angenehme Leben der Einheimischen und Gäste sorgen.



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