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01.07.02 / 00:11
Heft 13/2002 Politik
Hildegard-von-Bingen-Preis

Eine Ehrung für Sandra Maischberger

Die Fernsehjournalistin und Buchautorin Sandra Maischberger wurde als diesjährige Preisträgerin des Hildegard-von-Bingen-Preises für Publizistik von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.




Die Verleihung des Hildegard-von-Bingen-Preises für Publizistik der Landeszahnärztekammer Rheinland Pfalz gehört zu den feinen und glanzvollen Veranstaltungen in der zahnärztlichen Welt, die weit über die Landesgrenzen hinaus Wirkung und Beachtung zeigen. Die diesjährige Preisverleihung im Erbacher Hof in Mainz war die letzte von Sanitätsrat Dr. Rüdiger Krebs in seiner Funktion als langjähriger Kammerpräsident, dessen Amtszeit nun ausläuft, und kann als besonderes Highlight bezeichnet werden.

Krebs betonte das Anliegen, das mit der Preisverleihung verbunden ist: „Wir wollen den Dialog und die Verständigung mit Personen fördern, die in der Publizistik Standards setzen.“ Mit humorigem Unterton nahm Krebs eine Aussage Sandra Maischbergers, die sich selbst einmal als „Fragemonster“ bezeichnet hatte, auseinander. „Uns als Zahnärzten ist dieser Ausdruck sympathisch, denn wir Zahnärzte stellen auch gern unbequeme Fragen an die Politik“, sagte er. Viel wichtiger seien aber die Fragen an die Patienten, die den Grundbaustein zur Diagnose darstellten. Und an die Preisträgerin gerichtet, die sich vor allem in den letzten Jahren mit ihrer eigenen Interviewreihe „Maischberger“ im privaten Nachrichtensender n-tv einen Namen gemacht hat, sagte er: „Wenn jemand ein Rezept hat, jemanden zum Reden zu bringen, dann ist das Sandra Maischberger.“

Ein Mensch mit Visionen

Als einen Menschen mit Visionen in einem unmenschlichen Berufsstand charakterisierte Prälat Dr. h.c. Walter Seidel die Preisträgerin in seinem launigen Vortrag. In seiner Laudatio schließlich stellte der Publizist Helmut Ahrens wichtige Stationen von Maischbergers Leben und Karriere vor. „Zurzeit sind es Frauen, die in Deutschland nach den Befindlichkeiten, Hoffnungen, Zielen, Wünschen, Selbsteinschätzungen und Ängsten der Menschen fragen, um dann den Antworten zuzuhören.“ Und: „Es ist diese Professionalität, die sich immer und immer wieder in den Interviews der Maischberger beobachten lässt.“ Ahrens unterstrich ihre Fairness, Detailkenntnis, Souveränität und Unabhängigkeit. Markante Stationen der Talkmasterin, die 1966 geboren wurde, teilweise in Italien aufwuchs und immer schon Journalistin werden wollte, sind zunächst der Jugendfunk und eine Sendung „Live aus dem Schlachthof“ (BR). Einem großen Publikum bekannt wurde sie durch die SAT 1-Sendung „Talk im Turm“. Danach kamen Sendungen für Premiere, schließlich folgte „Spiegel-TV“ und RTL und jetzt der große Durchbruch mit n-tv. Hinzu kommt eine Buchveröffentlichung, „Hand aufs Herz“, Maischberger im Gespräch mit Altkanzler Helmut Schmidt.

Erfrischend war die Dankesrede der Preisträgerin, die sich für die Auszeichung im Kreise ihrer Vorgänger herzlich bedankte. Die Dotierung käme neben einer Stiftung auch ihrem Redaktionsteam zugute. Maischberger betonte aber (mit einem Augenzwinkern) zu möglichen Berichten über Gesundheitspolitik und Zahnärzte: „Denken Sie daran: Ein guter Journalist ist ein undankbarer – das nur vorsorglich.“

zm-Info

Die Preisträger

Folgende Publizisten wurden bereits geehrt: Dr. Gabriele Krone-Schmalz, ehemalige Russland-Korrespondentin. Walter Kannengießer, Wirtschaftsjournalist und ehemaliger Leiter des Bonner Wirtschaftsbüros der FAZ. Helmut Markwort, Gründer und Chefredakteur des Magazins Focus. Johannes Gross (verstorben), Alt-Chefredakteur von Capital und Autor. Dr. Peter Scholl-Latour, Sachbuchautor und Fernseh-Korrespondent. Prof. Joachim Fest, ehemaliger Herausgeber der FAZ und Hitler-Biograph. Prof. Joachim Kaiser, Musik- und Literaturkritiker der Süddeutschen Zeitung. pr



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