sg
01.12.15 / 00:02
Heft 23/2015 Politik
GOÄ/GOZ

Eine Festgebühr ist eine Festgebühr

Noch in dieser Legislaturperiode möchte Gesundheitsminister Hermann Gröhe die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) neu regeln. Nach monatelangen Gesprächen zwischen der Bundesärztekammer und dem Verband der Privaten Krankenversicherung, die die Novellierung vorbereiteten, legten diese im September dem Ministerium einen Vorschlagskatalog vor, der es in sich hat. Die Bundeszahnärztekammer befürchtet Schlimmes – auch für die Zahnärzteschaft.



Die BZÄK befürchtet, dass die GOÄ durch die geplante Regelung zur Gebührenhöhe faktisch in eine Festgebührenordnung umgestaltet werden soll. Caro-Muhs

Bei der Bundeszahnärztekammer weiß man: Die GOÄ-Novelle hat auch große Bedeutung für die Zahnärzteschaft. Nicht allein, weil ein Teil der zahnärztlichen Behandlungen direkt über die GOÄ abgerechnet wird. Die Novellierung wirkt nach Ansicht der BZÄK auch als eine Art Blaupause für die – aus zahnärztlicher Sicht längst überfällige – Weiterentwicklung der GOZ. Daher komme der GOÄ-Novellierung auch Modellcharakter für die Zahnärzteschaft zu.

Bemerkenswert ist, dass nicht jede der ärztlichen Organisationen die Pläne von BÄK und PKV, wie die neue GOÄ ausgestaltet werden kann, für gelungen hält. Innerhalb der Ärzteschaft kommt es derzeit immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten. So forderte etwa der Berufsverband der Internisten einen außerordentlichen Ärztetag, der sich ausschließlich dem Thema GOÄ widmen solle. Grund: Die GOÄ-Novelle bedeute einen Paradigmenwechsel in der privatärztlichen Vergütung, der weitreichende Folgen für das gesamte Gesundheitswesen haben werde. Der Spitzenverband der Fachärzte vermisse die nötige Transparenz über die Ergebnisse innerhalb der Ärzteschaft.

Der alte Gebührenrahmen soll nicht mehr gelten

Auf Ablehnung stoßen die Vorschläge auch bei der BZÄK. Worum geht es konkret? Die Pläne sehen unter anderem eine Abkehr vom herkömmlichen Gebührenrahmen vor. Eingeführt werden soll ein erhöhter und dafür nicht unterschreitbarer Einfachsatz, der sich aus dem Durchschnitt der bisherigen Abrechnungsdaten zwischen dem 1-fachen und dem 3,5-fachen Satz ergibt. Eine Steigerung auf den 2-fachen Satz soll nur möglich sein, wenn der Steigerungsgrund in einer Positivliste aufgeführt ist. Zudem soll die GOÄ dahingehend geändert werden, dass sie nicht für eine feste Zeit Bestand hat, sondern dass sie fortlaufend evaluiert wird.

Geplant ist ein neu gebildetes Gremium von Ärzten, PKV und Vertretern der Beihilfe – die „Gemeinsame Kommission zur Weiterentwicklung der GOÄ (GeKo)“. Ziel der GeKo soll sein, die Honorarentwicklung in der PKV zu erfassen und auf dieser Grundlage Empfehlungen zur Anpassung und Weiterentwicklung der GOÄ zu erarbeiten. In einer Negativliste sollen die Behandlungsleistungen zusammengefasst werden, für die eine Steigerung des Honorars unzulässig sein soll. Lapidarer Kommentar der Ärzte-Zeitung: „Die GOÄ wird zur Dauerbaustelle.“



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