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01.12.12 / 12:20
Heft 23/2012 Praxis
KZBV-Statistik

Elektronische Abrechnung in der Zahnarztpraxis

Die Einführung der papierlosen Abrechnung zum 1. Januar 2012 hatte bereits Folgen auf die Abrechnung des vierten Quartals 2011: Bereits in vier KZVen übermittelten die Zahnarztpraxen die konservierend-chirurgische (KCH) Abrechnung ausschließlich elektronisch.



Laut Gesetz soll die Abrechnung 100-prozentig elektronisch erfolgen. Im Bereich KCH liegt die Quote bereits bei 99 Prozent. Foto: Fotolia.com - Robert Kneschke

Bundesweit wurden im letzten Quartal 2011 insgesamt 99 Prozent aller Abrechnungen konservierend-chirurgischer Leistungen online oder per Datenträger eingereicht. Nur 409 der insgesamt 42 024 KCH-Abrechnungen gingen noch per Papier ein.

In der Kieferorthopädie wurden dagegen noch 2 907 der insgesamt 8 173 Abrechnungen in Papierform abgerechnet; das entspricht 64,4 Prozent elektronische Einreichungen.

Viel Papier in der KFO

Die recht hohe Anzahl Papierabrechnungen in der KFO lässt sich dadurch erklären, dass darin auch Abrechnungen von Zahnärzten enthalten sind, die in nur geringem Maße kieferorthopädisch tätig sind. Aus Kostengründen verzichten sie meist auf den Kauf eines zusätzlichen Programms zur Abrechnung dieser Leistungen.

Diese Statistik basiert jedoch auf den eingereichten Abrechnungen je zugelassenem Zahnarzt, die eben auch nur einen Fall enthalten können. Durch die Einführung der papierlosen Abrechnung 2012 dürfte sich diese Zahl jedoch erheblich verändern.

Grafik 1 zeigt den Prozentanteil elektronisch abrechnender Zahnärzte je KZV im vierten Quartal 2011 für die Bereiche KCH (dunkelblauer Balken) und KFO (hellblauer Balken). Neben den KZVen Saarland und Thüringen, bei denen die KCH-Abrechnung bereits seit 2009 ausschließlich papierlos erfolgt, wird nun auch bei den KZVen Bremen und Sachsen-Anhalt vollständig elektronisch abgerechnet.

Große Unterschiede

Den größten Zuwachs an elektronischen KFO-Einreichungen verzeichnete die KZV Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 56,8 Prozent im Vergleich zur Erhebung 2009 und steigerte sich somit auf einen Gesamt-Anteil von 98,1 Prozent. Die Differenz zwischen den einzelnen KZVen ist erheblich. Während in einigen KZVen nicht einmal jede zweite KFO-Abrechnung elektronisch erfolgt, läuft sie in den KZVen Bremen und Hamburg bereits vollständig elektronisch.

In früheren EDV-Statistiken wurde schon darauf hingewiesen, dass ein Unterschied zwischen der prozentualen Aufteilung nach eingereichten Abrechnungen, wie in dieser Statistik, und nach Abrechnungsfällen besteht. Dabei wurde festgestellt, dass auch im KFO-Bereich die elektronische Abrechnung in hohem Maße genutzt wird, dies aber an der Darstellung nach DTA-Abrechnungen nur bedingt ablesbar ist. Um eine präzisere Darstellung zu ermöglichen, wurde das Empfangsmodul der KZBV so angepasst, dass die nächste EDV-Statistik auf der Anzahl eingereichter Abrechnungsfälle basieren wird. Insgesamt wurden die KCH-Abrechnungen (Grafik 2) mit 59 verschiedenen Praxissystemen durchgeführt, davon haben 52 Programme weniger als drei Prozent Marktanteil, sie sind unter „Andere“ zusammengefasst. Die Hälfte aller elektro-nischen KCH-Abrechnungen wurde mit den beiden Programmen Z1 (CompuGroup Medical Dentalsysteme) und DS-WIN-Plus (Dampsoft) erstellt. An dritter Stelle findet sich wieder das Praxissystem ChreMaSoft – Die Zahnarztsoftware (CompuGroup Medical Dentalsysteme) mit 8,5 Prozent, wobei das Programm im Vergleich zur Erhebung 2009 leicht verloren hat (2010 wurde keine EDV-Statistik veröffentlicht). Das Praxissystem Charly (Solutio) hat seinen Marktanteil gesteigert und liegt weiterhin an vierter Stelle der am häufigsten eingesetzten Praxissysteme.

Der Anteil der kieferorthopädischen Praxissysteme im vierten Quartal 2011 ist in Grafik 3 dargestellt. Wie in den Jahren zuvor liegt das Programm KFO-Win (Computer konkret) vor dem Praxissystem Z1 der CompuGroup Medical Dentalsysteme. DS-WIN-Plus (Dampsoft) hat zugelegt und ist somit nach wie vor das dritthäufigste genutzte KFO-Abrechnungssystem.

Insgesamt wurden 49 Praxis- systeme zur elektronischen Abrechnung von KFO-Leistungen eingesetzt. 39 Programme liegen unter drei Prozent Markt- anteil und sind unter „Andere“ zusammengefasst.

In Grafik 4 wird deutlich, dass ein Viertel der insgesamt 41 615 elektronischen KCH-Abrechnungen mit dem Praxisprogramm Z1 erstellt wurde. Das Programm ZahnarztRechner der Firma CompuGroup Medical Dentalsysteme hat weiter an Marktanteil verloren, darin liegt wohl zum Teil auch der Zuwachs bei Z1 begründet. Vermutlich gab es eine Reihe von Umstiegen vom firmen- eigenen Programm ZahnarztRechner auf Z1. In dieser Grafik verbergen sich hinter „Andere“ insgesamt 44 Abrechnungs- programme, mit denen bis zu 402 DTA- Abrechnungen erstellt wurden. Mit 25 Praxissystemen wurden weniger als zehn Abrechnungen erstellt, davon wurde wiederum mit 14 Programmen nur je eine Abrechnung erzeugt.

Mehr als jede vierte elektronische KFO-Abrechnung wurde mit dem kiefer- orthopädischen Abrechnungssystem KFO-WIN der Firma Computer konkret erstellt (Grafik 5). Zwischen einer und 47 Abrechnungen wurden im vierten Quartal 2011 mit den unter „Andere“ zusammengefassten 34 Praxissystemen erzeugt. Unter den elf Praxisprogrammen, mit denen nur eine Abrechnung erstellt wurde, sind acht Systeme, die Kieferorthopäden selbst zur reinen Eigennutzung für ihre Praxis geschrieben haben.

Zahl der Systeme sinkt

Sowohl im KCH- als auch in der KFO sind im Vergleich zur letzten Erhebung jeweils fünf Praxissysteme weniger aufgeführt. Diese Abnahme liegt in dem 2011 im Rahmen der Einführung der papierlosen Abrechnung notwendig gewordenen Eignungsfeststellungsverfahren für die Leistungsbereiche KBR, KFO, PAR und ZE begründet. Veraltete Programme wurden nicht mehr auf die neuen Leistungsanforderungen umgestellt und vom Markt genommen.

Nach KZVen aufgeschlüsselte Übersichten, eine TOP-10-Liste über die Anzahl KCH-Abrechnungen und eine KFO-TOP5-Liste können Sie bei der KZBV ( S.Bonin@KZBV.de ) anfordern.

Die TOP-Listen sollte nicht als TOP-Praxisprogramm-Liste verstanden werden. Ein höherer Marktanteil ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit besserer Qualität oder Ergonomie des Praxissystems und größerer Kundenzufriedenheit. Welches Praxissystem zu welcher Zahnarztpraxis passt, sollte jeder Zahnarzt vor dem Kauf für sich prüfen.

Susanne Bonin, M.A.
KZBV Vertragsinformatik
Universitätsstr. 73
50931 Köln



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