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29.05.15 / 13:35
Heft 11/2015 Politik
Patientenberatung der Körperschaften

Empowerment schafft Vertrauen

Behandlungsentscheidungen liegen nicht mehr ausschließlich in der Hand des Zahnarztes. Der Patient nimmt an dem Prozess teil. Wie können die Patientenberatungsstellen der zahnärztlichen Körperschaften die Autonomie des Patienten stärken und damit das Arzt-Patienten-Verhältnis verbessern? Eine neue Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) untersucht die aktuelle Beratungspraxis und gibt Antworten zum Stellenwert des Empowerments.




„Patienten-Empowerment“ - was ist das? Patienten-Empowerment ist integraler Bestandteil von Programmen zur Verbesserung der Patientenmitsprache. Allerdings ist die Definition des Begriffs „Patienten-Empowerment“ nicht direkt in die deutsche Sprache übersetzbar. Synonym verwendete Begriffe wie Patientensouveränität, Ermündigung, Einbeziehung von Patienten (in therapeutische Entscheidungen) versuchen, die neue Rolle des Patienten im Behandlungsgeschehen zu beschreiben. Die Wissenschaft versteht darunter sowohl den Prozess als auch das Ergebnis einer Stärkung der Handlungsmöglichkeiten. Empowerment zielt auf Ermutigung, die eigenen Fähigkeiten zu nutzen, um die jeweilige Lebenswelt aktiv mitzugestalten. Es geht darum, Bedingungen zu schaffen, damit Menschen sich selbst helfen können.

Das Thema wird auch im zahnärztlichen Bereich immer bedeutender. Zahnärzte und andere professionelle Helfer können Empowerment nicht selbst herstellen, sondern nur begleiten und unterstützen. Das flächendeckende Angebot an Patientenberatungsstellen der zahnärztlichen Körperschaften hilft, Ressourcen aufzubauen, so dass Patienten in die Lage versetzt werden, ihr krankheitsbezogenes Verhalten selbst zu bestimmen. Patientenberater können dabei Hilfe bereitstellen, Zugang zu Informationen schaffen, Probleme und Bedürfnisse erkennen und zur Selbsthilfe ermuntern.

Die Lebenswelt berücksichtigen

Um Fragestellungen rund ums Empowerment geht es in einer neuen Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ-Information 2/2015 „Stellenwert der Empowerment-Perspektive bei der institutionalisierten Patientenberatung zahnärztlicher Körperschaften in Deutschland – Ergebnisse einer qualitativen Studie zur aktuellen Beratungspraxis“). Die Autoren, Prof. Dr. Michael Dick, Ina Wagner und Mareike Gerhardt von der Universität Magdeburg, erörtern, inwiefern durch eine patientenzentrierte Gesprächsführung die Lebenswelt der Patienten bei der Beratung berücksichtigt wird.

Die Studie untersucht das Potenzial, das die zahnärztliche Patientenberatung für eine nachhaltige Stärkung der Patienten und des Zahnarzt-Patienten-Verhältnisses bietet und zeigt den Beitrag der Patientenberatung zum Empowerment auf. Mit der Methodik der Gruppendiskussion wurden die praktischen Erfahrungen der Patientenberater der zahnärztlichen Selbstverwaltung dokumentiert, um das Grundverständnis der zahnärztlichen Patientenberatung in Deutschland aufzuzeigen.



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