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16.06.09 / 00:14
Heft 12/2009 Praxis
EDV-Statistik

Fast alles elektronisch

Im Büro geht bekanntlich gar nichts mehr ohne PC und Internet. Auch in der zahnärztlichen Praxis ist die elektronische Abrechnung weiter auf dem Vormarsch, wie die aktuelle EDV-Statistik der KZBV zeigt.




Alle Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) haben ihre Statistikdaten mit Stichtag 31.12.2008 der KZBV bis März 2009 gemeldet. Die Daten mit den per Datenträgeraustausch (DTA) und elektronischer Post eingereichten Abrechnungen aus dem 4. Quartal 2008 wurden via Empfangsmodul der KZBV automatisch erfasst und dann aufbereitet.

Grafik 1 zeigt den Prozentanteil der im 4. Quartal 2008 per DTA und online für die Bereiche KCH (dunkelblauer Balken) und KFO (hellblauer Balken) abrechnenden Zahnärzte je KZV .

Für die konservierend/chirurgische Abrechnung beträgt die Differenz zwischen Thüringen (99,9 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (96,7 Prozent) gerade einmal 3,2 Prozent. Im bundesweiten Durchschnitt gehen bei den KZVen 98,2 Prozent der KCH-Abrechnungen auf elektronischem Weg ein.

Während die absolute Zahl der eingereichten Abrechnungen bedingt durch die Größe der KZV zum Teil erheblich abweicht, differiert der Prozentanteil elektronisch erstellter konservierend/chirurgischer Abrechnungen nur in sehr geringem Maße. So belief sich die Zahl der KCH-Abrechnungen in Bremen auf 297, während in Bayern insgesamt 6 738 Abrechnungen eingingen – der anteilige Unterschied der DTA-Abrechnungen beträgt indes gerade einmal 1,1 Prozent.

Ganz anders stellt sich das in der KFO dar: Hier beträgt die Spanne zwischen der KZV mit der geringsten Gesamtzahl eingereichter Abrechnungen (Bremen) und der mit der höchsten (Bayern) 35,5 Prozent. Zwischen Bremen (91,7 Prozent) mit den prozentual meisten elektronischen KFO-Abrechnungen und Mecklenburg-Vorpommern (23,6 Prozent) liegen sogar 68,1 Prozent Differenz. Im bundesweiten Durchschnitt wurden im 4. Quartal 2008 genau 54,1 Prozent der kieferorthopädischen Leistungen elektronisch abgerechnet.

Bei der Interpretation von Grafik 1 ist zu berücksichtigen, dass es in vielen KZV-Bereichen Zahnärzte gibt, die auch kieferorthopädisch tätig sind. Da sie sich aber aus Kostengründen kein KFO-Programm zur Abrechnung dieser Leistungen kaufen, werden diese Fälle in Papierform eingereicht. Das Gleiche gilt umgekehrt: Kieferorthopäden erbringen KCH-Leistungen und können sie nicht mit ihrem (KFO-)Software-System abrechnen. Also werden hier ebenfalls per Hand ausgefüllte Formulare bei der KZV eingereicht.

Da die EDV-Statistik auf den eingereichten Abrechnungen je Zahnarzt basiert, wird nur unterschieden, ob diese auf elektronischem Weg oder in Papierform eingereicht wurden. Es ist also nicht ersichtlich, ob der Zahnarzt/Kieferorthopäde nur einen oder 100 Fälle per Papier abgerechnet hat – sie werden als eine Abrechnung gezählt.

Insgesamt wurden die KCH-Abrechnungen (Grafik 2) mit 68 verschiedenen Zahnarztprogrammen erstellt, davon haben 52 Programme jeweils weniger als ein Prozent Marktanteil.

Im Vergleich zum Vorjahr haben Z1 (CompuDENT Z1) und DS-WIN-Plus (Dampsoft) ihren Anteil an den elektronisch eingereichten KCH-Abrechnungen um 1,9 Prozent beziehungsweise um 1,5 Prozent weiter gesteigert. Z1 hat somit DS-WIN-Plus überholt. An dritter Stelle steht wieder WinDent von der Firma ChreMaSoft mit 9,7 Prozent. Somit wurden 54,8 Prozent der DTA-Abrechnungen mit einem dieser drei Programme erstellt. Acht Programme liegen über der 3-Prozent-Marke, hinter der Darstellung „Andere“ verbergen sich 60 verschiedene Abrechnungssysteme.

Grafik 3 illustriert den Prozentanteil der zahnärztlichen EDV-Systeme für die kieferorthopädische Abrechnung. Die insgesamt 4 713 elektronisch eingereichten KFO-Abrechnungen wurden mit 55 verschiedenen Programmen durchgeführt. Mehr als ein Fünftel, nämlich 22,5 Prozent, davon wurden mit dem System KFO-Win der Firma Computer konkret erstellt. Darauf folgt das Programm Z1 (CompuDENT Z1) mit 17,4 Prozent. Unter drei Prozent und somit unter „Andere“ zusammengefasst liegen 44 KFO-Programme, deren Anteil 12,9 Prozent der Gesamtabrechnungen ausmacht.

Die absoluten Zahlen der im 4. Quartal 2008 eingereichten KCH-Abrechnungen werden in Grafik 4 aufgezeigt. Mit der Praxisverwaltungssoftware Z1 von Compu-DENT Z1 wurden 150 DTA-Abrechnungen mehr erstellt als mit dem Programm DS-WIN-Plus (Dampsoft). Insgesamt gingen bei den KZVen 42 808 KCH-Abrechnungen ein, davon gerade einmal 779 in Papierform.

Hinter der Angabe „Andere“ (3 765 elektronische Abrechnungen) verbergen sich 53 verschiedene Programme, von denen mit 27 jeweils weniger als 10 DTA-Abrechnungen erstellt wurden, mit 14 Programmen jeweils gar nur eine Abrechnung. Darunter sind neun Zahnärzte, die ein Programm ausschließlich zur Eigennutzung für ihre Praxis entwickelt haben. Vergleicht man die Zahlen der unter „Andere“ zusammengefassten DTA-Abrechnungen mit den Vorjahren, zeigt sich eine stark rückläufige Tendenz. Waren in der Erhebung von 2005 noch 6 699 Abrechnungen mit 56 verschiedenen Programmen vertreten, waren es zwei Jahre später nur noch 4 995 mit 53 verschiedenen Systemen. Die Anzahl der Programme ist seitdem konstant geblieben, die Anzahl der damit erstellten Abrechnungen hat sich jedoch stetig verringert.

Ein Grund dafür ist, dass Softwarehäuser, die mehrere KCH-Abrechnungsprogramme vertreiben, sich von technisch veralteter oder vergleichsweise wenig genutzter Software trennen und sie an solche mit größerem Marktanteil binden. Auf der anderen Seite nimmt der Anteil der Zahnärzte, die ein eigenes Programm schreiben, zu. So kommt es dazu, dass Programme wegfallen, weil sie nicht mehr genutzt werden, aber auch neue hinzukommen – zahlenmäßig hält sich das offensichtlich die Waage.

Trends und Gegentrends

Dieser Trend ist im Bereich der kieferorthopädischen DTA-Abrechnung (Grafik 5) nicht zu beobachten. Das liegt unter anderem daran, dass es kaum Softwarehersteller gibt, die mehr als ein KFO-Programm auf dem Markt haben.

Mit dem kieferorthopädischen Abrechnungssystem KFO-WIN der Firma Computer konkret wurden 1 060 der insgesamt 4 713 DTA-Abrechnungen erstellt. Das sind noch einmal 93 elektronische Abrechnungen mehr als bei der Erhebung 2007. Auch das Programm Z1 (CompuDENT Z1) verzeichnet eine weitere Zunahme, im 4. Quartal 2008 gingen mit insgesamt 820 DTA-Abrechnungen 62 mehr bei den KZVen ein als im Vorjahr. Die Steigerung bei den einzelnen kieferorthopädischen Abrechnungssystemen ist auf eine Gesamtzunahme der elektronischen Einreichungen bei dieser Abrechnungsart zurückzuführen, lediglich das Programm ZahnarztRechner (ZVG ZahnarztRechner) verzeichnet einen Rückgang im Vergleich zur Vorjahreserhebung.

Susanne Bonin, M.A.
KZBV Vertragsinformatik
Universitätsstr. 73
50931 Köln

Die KCH-TOP10- und die KFO-TOP5-Liste über die Anzahl der Abrechnungen je KZV per Datenträgeraustausch gibt es bei der KZBV (S.Bonin@KZBV.de).



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