sg
01.10.11 / 00:07
Heft 19/2011 Politik
Hildegard-von-Bingen-Preis 2011

Felicitas von Lovenberg ausgezeichnet

Der diesjährige Hildegard-von-Bingen-Preis der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz geht an die Journalistin, Literaturrezensentin und Publizistin Felicitas von Lovenberg. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wurde von Lovenberg am 10.09.2010 in Mainz übergeben.



Freute sich sehr, als Kammerpräsident Michael Rumpf ihr den Preis überreichte: Felicitas von Lovenberg. Foto: LZK Rheinland-Pfalz

Unter zahlreichen prominenten Gästen und im Beisein von Jens Beutel, Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg Universität Mainz, und Walter Schuhmacher, Staatssekretär im Kulturministerium, konnte Dr. Michael Rumpf, Präsident der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz, den Preis überreichen. Die renommierte Hildegard-von-Bingen-Auszeichnung ist der einzige Kulturpreis dieser Art, den eine zahnmedizinische Berufsorganisation vergibt.

Ein bisschen stolz sei er schon, dass der Preis in Mainz vergeben werde, bekannte Oberbürgermeister Jens Beutel und nannte von Lovenberg eine „Mittlerin zwischen Literatur und Gesellschaft“. Eine Suchende sei sie, im positiven Sinne, die Literatur auf eine erfrischende und leichte Art vermittle und ihre Meinung vertrete, ohne dabei zu bevormunden.

Auf die Bildung als notwendiger Eckpfeiler einer Kultur verwies Rumpf und stellte dabei die Literatur als grundlegendes Element heraus. Literatur, so Rumpf, stelle die Sehnsüchte und die Wünsche einer Gesellschaft dar und reflektiere sie.

Dafür, dass in den Medien die Zeit für die intensivere Bearbeitung von gesellschaftsrelevante Themen wohl nicht mehr in ausreichendem Maße vorhanden zu sein scheint, für diese kritische Anmerkung fand sich im Redebeitrag von Prof. Dr. Krausch ein exponierter Platz. In diesem Zusammenhang wies er auf die besondere Verantwortung von Medien und Wissenschaft hin, die den beiden Disziplinen und Berufen in der Gesellschaft zukommen würde.

In seiner Laudatio würdigte der Publizist und Chefredakteur des Rheinland-Pfälzischen Zahnärzteblattes , Helmut Ahrens, die studierte Historikerin und gelernte Journalistin (auch) für ihre Arbeit als Literaturkritikern. „Von Lovenberg ist Vorkosterin von Köstlichkeiten. Sie ist mitreißend, weil sie uns zum Lesen verführen möchte. Ihre Kritiken, ihre Rezensionen beinhalten das dauerhafte Angebot der Teilhabe: Versuch es selbst, schau hin, hör zu, schlag auf.“

Autor im Zentrum

Ganz besonders hob Ahrens von Lovenbergs Liebe zur englischen Literatur und die unprätentiöse und uneitle Art hervor, die ihren Umgang mit Publizisten aller Art auszeichne. Es sei der Autor, nicht der Kritiker, der im Zentrum ihrer Arbeit stehe, wie von Lovenberg auch selbst einmal bekannte. Gerade dies, dass sie sich vom Literaturbetrieb so wenig mache, hebe sie heraus.

Die Preisträgerin freute sich in ihrer Dankeserwiderung ganz besonders darüber, dass sowohl das Kuratorium als auch Helmut Ahrens als Laudator die enge Verbundenheit zu Land, Literatur und Menschen in Großbritannien, wo sie einige prägende Jahre verbracht hatte und wohin sie immer noch eine große Nähe verspürt, fest- und herausstellten. „Ich fühle mich in der englischen Literatur zu Hause – mehr als in der deutschen“, verriet die Gewürdigte. In England mache man keinen Unterschied zwischen unterhaltsamer und ernsthafter Literatur, sondern nur zwischen gut und schlecht geschriebenen Büchern, so von Lovenberg.

INFO

Biografisches

Felicitas von Lovenberg arbeitete für die „Süddeutsche Zeitung“, ist seit 2008 Mitglied der Feuilleton-Redaktion der „FAZ“ und leitet dort das Ressort Literatur. Zudem ist sie Moderatorin der Literatursendung „Literatur im Foyer“ beim Südwestrundfunk. Die 1974 in Münster geborene Autorin porträtierte Jane Austen und veröffentlichte das Buch „Verliebe dich oft, verlobe dich selten, heirate nie?“ Wie von Lovenberg einmal bekannte, entdeckte sie ihre Liebe zur Literatur bereits als Kind: Ihr Vater las ihr abends Märchen von Hans Christian Andersen vor. 2007 gibt sie einen Band heraus mit dem Titel „Mein Lieblingsmärchen“, der den Untertitel „101 Verführungen zum Lesen“ trägt. Darin finden sich Betrachtungen von Journalisten und Schriftstellern zur Gattung Märchen als Initial-Erfahrung für Lesebegeisterung.



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