Felix Paulßen von Beck et al.
16.02.17 / 00:03
Heft 04/2017 Der besondere Fall ohne CME
Der besondere Fall

Fremdkörper als Zufallsbefund im Sinus maxillaris

Ende 2016 stellte sich ein 30-jähriger Mann zur Versorgung einer persistierenden Mund-Antrum-Verbindung im Bereich des Oberkiefers links nach einer Dentalsanierung alio loco in der Ambulanz vor.




Anamnestisch berichtete der Patient neben einem nasalen Flüssigkeitsausfluss während des Schluckakts über ein seit Längerem bestehendes Druckgefühl im Bereich der rechten Kieferhöhle. Die weitere Anamnese war unauffällig. Klinisch wurde eine ausgeprägte oroantrale Fistel mit putridem Ausfluss regio 026 diagnostiziert. Die rechte Kieferhöhle zeigte sich perkussionsempfindlich.

Das angefertigte Orthopantomogramm (OPT) stellte den aktuellen Zahnstatus mit dem Nebenbefund einer röntgendichten Verschattung im Sinne eines Fremdkörpers unterhalb des rechten Kieferhöhlendachs dar (Abbildung 1). Es folgte die Anfertigung eines NNH-CT zur genauen Lokalisierung des Fremdkörpers (Abbildung 2) für die anschließende OP-Planung.

Behandlung

In Intubationsnarkose konnte der Fremdkörper aus dem rechten Sinus maxillaris über einen osteoplastischen offenen Zugang vestibulär regio 014 bis 015 geborgen werden (Abbildung 3). Die Mund-Antrum-Verbindung regio 026 wurde mittels eines Rehrmannlappens verschlossen. Gleichzeitig erfolgte die Entnahme von Proben aus bei den Kieferhöhlen. Die Abbildung 4 zeigt den kunststoffartigen Fremdkörper im Sinne von Füllungsmaterial. Die postoperative Röntgenkontrolle dokumentiert die Entfernung des Fremdkörpers (Abbildung 5) in toto.

Ein anschließendes Gespräch mit dem Patienten konnte nicht klären, wie das Füllungsmaterial in die Kieferhöhle gelangt ist. Histologisch ergab sich entzündungsbedingt eine beidseitig polypöse, ödematöse Kieferhöhlenschleimhaut. Am dritten postoperativen Tag entließen wir den Patienten bei sanatio per primam intentionem in die ambulante Nachsorge.



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