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16.01.16 / 00:01
Heft 02/2016 Zahnmedizin
Studie: Füllmaterialsysteme im Vergleich

Glasionomere holen auf

Eine randomisierte klinische Vier-Jahres-Studie vergleicht die Leistungsfähigkeit eines hochviskösen Glasionomer-basierten Restaurationssystems (Equia) mit einem mikrogefüllten Hybridkomposit (Gradia Direct). Ergebnis: Der Einsatz von Glasionomerzementen in der modernen Zahnheilkunde muss neu bewertet werden, denn die positiven Forschungsergebnisse häufen sich.




Während der vergangenen Jahrzehnte haben sich die Konzepte der restaurativen Behandlung geändert: Heute konzentriert sich die moderne Zahnheilkunde auf die minimale Entfernung von Zahnsubstanz und die Anwendung adhäsiver Materialien. Perfekt angepasst an diese Anforderungen sind Restaurationsmaterialien wie Komposite und Glasionomerzemente, die kontinuierlich an Bedeutung gewonnen haben [Davidson, 2009; Lohbauer, 2010; McLean Wilson, 1977].

Wie behaupten sich beide Materialgruppen im Vergleich?

Vor diesem Hintergrund ist es von Bedeutung, wie sich beide Materialgruppen im Vergleich behaupten. In der vorliegenden randomisierten, prospektiven klinischen Studie wurde daher ein hochvisköses Glasionomer-basiertes Restaurationssystem (Equia, GC) mit einem mikrogefüllten Hybridkomposit (Gradia Direct, GC) verglichen.

Seit ihrer Einführung in den 1970er-Jahren [Wilson Kent, 1971] erfuhren besonders die Glasionomere über die Jahre hinweg zahlreiche Modifikationen. Auch wenn sie eine geringere Frakturresistenz und eine höhere okklusale Verschleißrate im Vergleich zu anderen Restaurationsmaterialien (beispielsweise Kompositen) aufweisen, zeigen Glasionomere Vorteile wie die Adhäsion trotz feuchtem Milieu, weitere antikariogene Eigenschaften, die auf die Fluoridfreisetzung zurückzuführen sind, eine thermische Kompatibilität zu Zahnschmelz und nicht zuletzt eine gute Biokompatibilität [Ilie et al., 2012].

Des Weiteren erreichen moderne hochvisköse Glasionomere durch optimierte Polysäuren und unterschiedliche Partikelgrößen bessere physikalische Eigenschaften im Vergleich zu traditionellen Glasionomerzementen (GIZ). Adhäsive Materialien aus der Komposit- und Glasionomertechnologie wurden in einem Restaurationskonzept kombiniert, das als Equia (GC) geläufig ist.

Bestehend aus einer hochviskösen konventionellen Glasionomerkomponente (Equia Fil, auch bekannt als Fuji IX GP Extra) und einem nanogefüllten Schutzlack (Equia Coat, auch bekannt als G-Coat Plus), eignet sich das System gemäß den Herstellerempfehlungen für Restaurationen der Klasse I, für unbelastete Restaurationen der Klasse II und für kaudruckbelastete Restaurationen der Klasse II (sofern der Isthmus weniger als die Hälfte des Interkuspidalraumes beträgt). Das Coating wirkt als Schutzlack glasurähnlich und verbessert darüber hinaus die ästhetischen und die physikalischen Eigenschaften [Bonifacio et al., 2012; Diem et al., 2014].



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