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01.06.17 / 00:04
Heft 11/2017 Politik
Frühjahrsempfang von KZBV und BZÄK in Berlin

Gröhe gibt ein starkes Versprechen

Mehr als 350 Gäste aus Politik, Verbänden, Wissenschaft und Gesellschaft kamen zum Frühjahrsempfang von KZBV und BZÄK in die Britische Botschaft nach Berlin. Die gute Botschaft verkündete Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: Er versprach, dass die novellierte Approbationsordnung für Zahnärzte noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet wird.




Der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eßer, federführender Gastgeber, begrüßte die Gäste gemeinsam mit seinen beiden neuen Vorstandskollegen, ZA Martin Hendges und Dr. Karl-Georg Pochhammer. In seiner Begrüßungsrede verwies Eßer auf die Eingriffe in die Selbstverwaltung durch das GKV-Selbstverwaltungsstärkungsgesetz. Er forderte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf: „Geben Sie der Selbstverwaltung den notwendigen Handlungs- und Gestaltungsspielraum zurück!“ Positiv hob Eßer hervor, dass die Zahnärzteschaft bei aller inhaltlichen Kritik immer mit der Politik im Dialog geblieben sei.

Er erinnerte an die vielen, in der zu Ende gehenden Legislaturperiode geführten Gespräche – zur Präventionsorientierung, zur Vermeidung frühkindlicher Karies, zu den Bedürfnissen von Pflegebedürftigen und zur Alters- und Behindertenzahnheilkunde. „Ich bin Ihnen ausgesprochen dankbar, dass Sie unsere Konzepte aufgegriffen haben. Die gesetzlichen Regelungen sind wichtige Bausteine einer bedarfsgerechten zahnmedizinischen Versorgung.“

Agenda Mundgesundheit 2017-2021 der KZBV kommt

In Kürze werde die KZBV mit ihrer „Agenda Mundgesundheit 2017–2021“ ihre zentralen Positionen und Ziele für die Zukunft veröffentlichen. Eßer: „Vorrangig werden wir die ‚drei großen Ds‘ angehen: Wir müssen den demografischen Wandel bewältigen, die Chancen der Digitalisierung konsequent nutzen und dabei Datenschutz und Datensicherheit für Patienten und Zahnärzten gewährleisten.“ Die Politik sei eingeladen, mit der Zahnärzteschaft diese Themen zu diskutieren und Perspektiven für die zahnmedizinische Versorgung der nächsten Jahre zu entwickeln.

Minister Gröhe äußerte sich wertschätzend zur Politik der Selbstverwaltung. „Anregungen aus der Selbstverwaltung“, die zu einer Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität der Patienten führen, würden „gerne aufgegriffen“, da sei gemeinsam einiges auf den Weg gebracht worden. Als Beispiel nannte er die Verbesserung der Mundgesundheit von Pflegebedürftigen etwa im Versorgungsstärkungs oder im Pflegestärkungsgesetz. Als wichtige Themen mit künftigem Handlungs- und Weiterentwicklungsbedarf hob Gröhe die Eindämmung frühkindlicher Karies und die Bekämpfung der Parodontitis hervor.

Klar positionierte sich der Minister zur Novelle der zahnärztlichen Approbationsordnung. „Ja, wir werden sie zeitnah umsetzen“, versprach er. Sie solle noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden.

Das Positionspapier der BZÄK steht

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel griff das Thema auf und richtete seinen Appell an die anwesenden Vertreter des BMG und besonders an die Bundesländer: „Mit der Verabschiedung der neuen Approbationsordnung im Bundesrat am 7. Juli 2017 würden Sie demonstrieren, dass Sie bis zum Schluss ergebnisorientiert gearbeitet und sich nicht vorzeitig aus der Verantwortung genommen haben. Deshalb bitte ich Sie:

Verabschieden Sie unsere neue Approbationsordnung noch in dieser Legislaturperiode!“ Engel präsentierte auf dem Empfang das neue „Gesundheitspolitisches Positionspapier 2017 bis 2021“ der BZÄK. Dieses habe die BZÄK in den vergangenen Monaten in enger Abstimmung mit den Landeszahnärztekammern erarbeitet – „Pro Patienten, pro Zahnärzte, pro Gesellschaft“ so das Motto. Darin habe die BZÄK ihre gesundheitspolitischen Positionen herausgearbeitet und ihre (daraus abgeleiteten) Forderungen an die Politik formuliert.

Zahnärzte sorgten unter den aktuellen gesundheitspolitischen Vorgaben erfolgreich für die Zahn- und Mundgesundheit von rund 80 Millionen Bürgern, führte Engel weiter an. Geleistet werde dies mit über 70.000 aktiven Zahnärzten und weiteren 300.000 Mitarbeitern – also insgesamt rund 370.000 Beschäftigten in der Zahnmedizin. Sein Appell an die Politik: „Bitte greifen Sie auch in Zukunft auf das Wissen und die Kompetenz unseres Berufsstands zurück.“



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